Nahezu jeder Online-Spieler hat es schon erlebt: Cheater rauben anderen Leuten den Spaß am Spiel durch unfaire Vorteilnahme.
Diese Nachricht erhielt ein Spieler, nachdem sein Gegner das Spiel eingefroren hatte: »...ich verschwende doch keine Stunde meines Lebens, um gegen Abfall wie dich zu spielen...«
Immer wieder Ärger mit Cheatern. Ein besonders fieser Fall ereignete sich nun im Falle von 2Ks All Pro Football 2K8 über Xbox-Live. Im 2KSports-Forum mehren sich die Aussagen, dass ein Spieler in der Lage ist, das Spiel beim Gegner einzufrieren. In Rückstand liegend, hatte der Hacker seinem Konkurrenten angeboten, das Spiel zu verlassen. Nachdem der in Führung liegende Spieler ablehnte, erhielt er die Meldung, dass ein Freeze käme. Der Schuldige gibt das sogar zu, schiebt sein Verhalten aber auf die fehlende Professionalität bzw. die Spielweise seiner Gegner. Immerhin habe er seinen Gegnern angeboten, das Spiel zu verlassen. Da fragt man sich doch, wie frech ein einzelner Mensch sein kann.
Kurze Geschichte der Cheats
Cheats. Nicht erst seit gestern gibt es für nahezu jedes Computer- oder Videospiel spezielle Tricks, mit denen man sich das virtuelle Leben erleichtern kann. Fast jeder Spieler kennt Cheats, viele nutzen derartige Hilfen sogar. Heutzutage werden für nahezu jedes Spiel Cheats programmiert, die bereits den Entwicklern und Beta-Testern helfen. Schließlich lassen sich schwierige Stellen viel leichter und schneller bewältigen, wenn man unsterblich ist.
Unendlich viel Zeit, unendlich viele Leben
Diese Art von »Aimbot« sollte das einzige erlaubte Hilfsmittel sein.
Der klassische Gott-Modus (God-Mode) ist aber nur ein Hilfsmittel. Bei älteren Wirtschaftssimulationen (90er-Jahre) kamen häufig Hex-Editoren zum Einsatz, mit denen man bestimmte Zahlenwerte (z.B. Firmenkapital) umrechnen und in den entsprechenden Dateien wiederfinden konnte. Dann änderte man den Hexadezimal-Code an der betreffenden Stelle und konnte aus dem Vollen schöpfen. Level-Skips, also das Überspringen einzelner Abschnitte, waren bereits zu Zeiten des C64 weit verbreitet. Eine Aufhebung des Zeitlimits nutzte fleissigen Jump'n'Run-Spielern ebenso, wie eine unbegrenzte Anzahl von Leben. Cheat-Module wie das Action-Replay ermöglichten auch Konsolenspielern das Tricksen über von den Entwicklern vorgesehene Tasteneingaben hinaus.
Online cheaten
Dieser Counter-Strike Source-Wallhack nutzt transparente Wände.
Mit der Zeit wurden die Spiele komplexer, die Tricks zum Teil auch. Zumeist hatten all diese Cheats und Codes aber eines gemeinsam: Sie wurden nur Offline zum Einsatz gebracht. Fehlender Skill und mangelnde Zeit waren so nämlich kein Grund mehr, das Ende eines Abenteuers nicht doch zu erleben. Das hat sich inzwischen drastisch geändert. Während früher lediglich der Computer oder die Konsole »beschummelt« wurde, werden heute Mitspieler online betrogen.
Drei »populäre« Online-Spiele und die Betrugs-Techniken
Dieser Wallhack (CS) zeigt Position und Werte aller Mitspieler.
Counter-Strike, CSS:
Der AIMBOT hilft beim Anvisieren des Gegners, schießt teilweise sogar selbständig gezielt in den Kopf des Gegners.
Beim WALLHACK sieht der Cheater seine Feinde auch durch feste Gegenstände, wie Mauern oder Kisten. Dabei gibt es unzählige Programme und Funktionsweisen. Oft werden die gegnerischen Charakter-Modelle in auffälligen Farben durch Wände hindurch abgebildet, häufig sind Texturen transparent, um durchzuschauen. Valve Anti Cheat, kurz VAC ist die Standard-Sicherung für Counter-Strike. VAC-gesicherte Server bannen jedoch nicht den kompletten Steam-Account. Der Ausschluss betrifft stattdessen Spiele mit der gleichen Engine. Die Sperre kann bisweilen erst in einem Monat in Kraft treten. Viele Cheater glauben, deshalb ihr Cheat sei sicher, was er nicht ist.
Welche Wege man sich bei World of WarCraft durch Teleportation sparen kann, zeigt diese Karte.
World of WarCraft:
Spieler kaufen sich für echtes Geld große Beträge an (Spiel-)Gold. Auch ganze Charaktere können erworben werden. Das ist zwar kein klassischer Cheat, in Reihen ehrlicher Spieler aber trotzdem geächtet. Die Fähigkeit, sich zu teleportieren, verkürzt einige Wege enorm. Es gibt auch Cheats, mit denen Berge und Bäume erklettert werden können, die dafür nicht vorgesehen sind. Ausreichenden Schutz dagegen bieten die Argusaugen von Blizzard, die überführte Accounts sperren.
eMule verlangsamt die Verbindung zu anderen Spielern bis zur Unspielbarkeit. Dies betrifft nicht den eMule-User selbst.
Pro Evolution Soccer 6:
Lag-Cheater nutzen Client-Programme wie eMule, um die Verbindung zum Gegner zu beeinflussen. Da in einem 1vs1-Match jeder Spieler eine Halbzeit lang Host ist, verlangsamen Lag-Cheater mithilfe von eMule die Verbindung zum Gegner teilweise bis zur Unspielbarkeit. Mit dem Lagdetect-Tool lassen sich zumindest Partien im Rahmen der ESL (Electronic Sports League) absichern.
In Wettbewerben beenden viele Spieler die Partie schon bei der Trikotauswahl, wenn die gegnerische Mannschaft oder der Gegner selbst zu stark ist. Das Spiel wird dann auch nicht mit 0:3 gewertet.
Welche Fälle haben Sie schon erlebt? Was war besonders ärgerlich? Oder ist es Ihnen egal ob jemand cheatet, weil Sie einfach selber gut sind?
