Die ganze Chronik der Rollenspielserie Final Fantasy in einem Mega-Special. Hintergründe, Ausblicke, Retro-Infos und ein Quiz zur RPG-Legende von Square Enix.
Final Fantasy X
Quelle: Square Enix
Final Fantasy 10
Final Fantasy 10 machte Schluss mit Renderspielchen. Die Umgebung des neuen Rollenspiels erstrahlte komplett in 3D, PS2-Power macht’s möglich. Wie schon das Super Famicom und die PS1 wurde auch die PlayStation 2 sofort stark belastet. Final Fantasy X ist noch heute grafisch sowie spielerisch eines der besten Spiele auf der PS2.
Zur Story: Die sehr asiatisch angehauchte Welt Spira ist Heimat verschiedener Völker, die untereinander diverse Konflikte hegen. Mitten in dieser Welt leben die metaphysisch begabten „Media“. Sie sind unter anderem für das Gleichgewicht der Welt zuständig. Ein Medium kann die Illumina von Verstorbenen zu ihrer letzten Ruhestätte führen und starke Bestia zur Unterstützung rufen. Außerdem können nur sie Sin besiegen, ein gigantisches Monster das alle zehn Jahre wiedergeboren wird und ganze Städte zerstört.
Final Fantasy X handelt vom Leben des jungen Tidus. Der Profisportler lebt in Zanarkand als die Stadt vom mächtigen Monster Sin vernichtet wird. Tidus erwacht in den Ruinen eines alten Tempels und muss sein Leben komplett neu ordnen. Die Welt die er kannte existiert nicht mehr und so durchstreift er die Welt auf der Suche nach Vergangenheit und einer möglichen Zukunft. Dieser spirituelle Charakter der Geschichte wird durch die Erzählweise noch verstärkt. Denn einen großen Teil von Final Fantasy 10 erlebt ihr als spielbare Rückblenden.
Scriptschreiber Kazushige Nojima ließ sich von der neuen Technik inspirieren und schrieb für Final Fantasy 10 eine Geschichte mit sehr viel Gefühl. Dank Motion Capturing, neuen Rendertechnologien und guten Synchronsprechern wurde Final Fantasy X zu einem mitreißenden und spannenden Abenteuer. Nicht selten wurden andere PS2-Spiele kritisiert weil es ihnen an einer gefühlvollen Story mangelte. Final Fantasy 10 setzte die Maßstäbe für die Konkurrenz halt wieder mal neu.
Quelle: Square Enix
Der Soundtrack von Final Fantasy 10 war so komplex, dass nun drei Komponisten verantwortlich zeichneten. Neben der bereits eingebürgerten Ballade wurden zwei weitere Lieder eingesungen. Textboxen gab es zwar weiterhin, doch Zwischensequenzen wurden komplett vertont. Die Dialoge wurden lippensynchron gesprochen, was in Videospielen noch lange nicht üblich war.
Auch Vogelperspektive und Mode 7 hatten ausgedient. In Final Fantasy 10 bereist ihr keine Weltkarte mehr, sondern wandert zu Fuß durch die dreidimensionale Umgebung. Final Fantasy X sollte realistischer werden und den Spieler konsequent in der phantastischen Spielumgebung halten. Ein weiterer Punkt für die Atmosphäre.
Bei so viel Runderneuerung durfte auch das Kampfsystem nicht fehlen. Ihr spielt mit drei aktiven Charakteren und einer Ersatzbank. Charaktere von der Bank dürfen jederzeit mit einem aktiven Kämpfer tauschen. Die Spezialfähigkeiten eurer Charaktere heißen jetzt „Ekstase“ und fordern eure Geschicklichkeit. Bei Aktivirung dreht sich eine Art Glücksrad, das ihr zum richtigen Zeitpunkt stoppen müsst, um der Ekstase zusätzliche Macht zu verleihen.
Der “Active Time Battle” wurde durch „Conditional Turn based Battle“ ersetzt. Das Kampfsystem spielt sich prinzipiell wie ein klassisches rundenbasiertes Rollenspiel. Eure Charaktere sind alle gleichzeitig kampfbereit und ihr könnt euren Zug in Ruhe planen. Wann jeder Charakter seine Aktion ausführt hängt einerseits von seinen Statuswerten (Geschwindigkeit, etc.), andererseits von der gewählten Aktion ab. Einen mächtigen Feuerzauber könnt ihr erst wirken, wenn euer Gegner seinen einfachen Schlag ausgeführt hat.
In Final Fantasy 10 bleiben beschworene Bestia für die Dauer des Kampfes an eurer Seite. Sie entwickeln sich genauso wie eure Kämpfer, verbessern ihre Statuswerte und lernen neue Fähigkeiten.
Level-Ups erhaltet ihr nicht durch klassisches Sammeln von Erfahrung, sondern durch Fähigkeitspunkte die besiegte Gegner euch hinterlassen. Mit einer Mindestanzahl von Punkten dürft ihr euch auf dem Sphärobrett fortbewegen. Ähnlich einem Schachbrett bewegt ihr euch frei auf dem Sphärobrett gemäß eurer verfügbaren Bewegungspunkte. Dabei hält jedes Feld eine andere Kombination von Statusboni bereit. Durch Sphäroide setzt ihr zudem spezielle Kräfte frei.
Quelle: goemon5.com
Übrigens konnte Squaresoft die PS2 noch nicht komplett ausreizen. Einige Ideen, wie der nahtlose Übergang zwischen Kampf und Spielumgebung konnten erst in Final Fantasy XI eingebaut werden. Für Bosskämpfe fand man einen Kompromiss durch kleine Arenen und Übergänge mittels Motion Blur. Doch frei sichtbare Gegner und eine frei begehbare Umgebung während des Kampfes hätten die Möglichkeiten der PS2 damals gesprengt.
Final Fantasy X war durch und durch brillant in Szene gesetzt, erntete wieder einmal Bestnoten und legte die Messlatte für alle übrigen Spieleentwickler höher. Als Final Fantasy 10 im Juli 2001 (Deutschland: Mai 2002) erschien, war Final Fantasy 9 gerade mal ein Jahr alt. Dennoch wurde über zwei Jahre lang am revolutionären Rollenspiel gearbeitet. Squaresoft musste ständig Mitarbeiter jonglieren, um Final Fantasy 9 und 10 rechtzeitig fertigzustellen.
Die lange Wartezeit europäischer Final-Fantasy-Fans wurde übrigens belohnt. In der EU-Version von Final Fantasy 10 waren einige neue Spielelemente enthalten, wie die schwarzen Bestia oder verschiedene frische Zwischensequenzen. Außerdem lag in der PAL-Packung die Bonus-DVD „Beyond Final Fantasy“ mit Interviews, Trailern und Bildergalerie.
Weiterführende Links
Final Fantasy X auf Wikipedia.de
Final Fantasy X auf finalfantasy.wikia.com
Final Fantasy X und Final Fantasy X International auf IGN.com
