Unsere große History des Marktführers geht in die zweite Runde.
Sony, Teil 2
Dieser Artikel ist Teil unseres großen Specials "Die Geschichte der Konsolenhersteller". Alle Infos und das Inhaltsverzeichnis gibt es hier.
PlayStation 2: Eine Erfolgsgeschichte
Im Dezember 2003 versucht Sony, die PS2 mit dem klassischen Geschäft des Konzerns zu verbinden, und veröffentlicht die PSX. Das Gerät ist eine Kombination aus PlayStation2 und digitalem Videorekorder inklusive DVD-Brenner. Angesichts des hohen Preises von umgerechnet 700 U.S.-Dollar ist der PSX allerdings kein Erfolg beschert, weswegen sie die japanischen Landesgrenzen nicht verlässt. Daher konzentriert man sich bei Sony Computer Entertainment wieder auf das, was man am besten kann: Spielkonsolen entwerfen und vermarkten. Dabei hat Kutaragi ganz speziell den Handheld-Markt im Auge, der seit Jahren von Nintendo allein dominiert wird.
Nach der Enthüllung auf der E3 2004 kommt die PlayStation Portable im Dezember desselben Jahres in Japan in den Handel, im Laufe des Jahres 2005 wird das Gerät in allen wichtigen Territorien auf den Markt geschmissen. Wieder einmal beweist Kutaragi, dass er konsequent Grenzen zu sprengen versucht: In ein kleines Gehäuse integriert er neben einem brillanten Display PS2-Technologie und einzigartige Multimedia-Fähigkeiten. Die Spiele kommen auf einem kompakten DVD-Format mit Namen UMD. Allerdings zahlt er einen hohen Preis: lange Ladezeiten, relativ kurze Batterielaufzeiten und vergleichsweise große Ausmaße machen die PSP eher unpraktisch. Die meist von der PS2 konvertierten Titel laden nur wenig zum kurzen Spiel unterwegs ein. Zudem ist das Technikwunderwerk mit 249 Euro – im Vergleich zur Nintendo-Konkurrenz – eine teure Handheld-Konsole. Und der fast zeitgleich veröffentlichte Nintendo DS setzt der PSP gleich richtig zu. Zu Beginn liegen die beiden Konsolen zwar gleichauf, dank innovativer Spielkonzepte und eines Redesigns (DS Lite) zieht das Nintendo-Gerät der technisch deutlich überlegenen PSP aber schnell davon.
Das Problemkind
PSP und PS3 im Verbund
Im Vorfeld der Veröffentlichung der PlayStation3, die erstmals 2005 der Fachwelt vorgestellt wird, häufen sich die schlechten Nachrichten. Gerüchte über einen hohen Preis machen die Runde, und die Integration des DVD-Nachfolgers Blu-ray führt immer wieder zu Verzögerungen. Als die PS3 Ende 2006 in Japan und den USA auf den Markt kommt, ist die knappe Erstauslieferungsmenge schnell vergriffen. Spätere Nachlieferungen verkaufen sich jedoch schleppend. Ein ähnliches Bild ergibt sich auch beim Europa-Start. Zwar sind diesmal ausreichend Einheiten verfügbar, der Verkauf reißt aber nach dem ersten Wochenende schlagartig ab. Kutaragis Technik-Wunderwerk verschluckt sich in erster Linie an seinem hohen Preis von 599 U.S.-Dollar, beziehungsweise Euro. Der PS2-Nachfolger startet mit durchwachsenem Software-Line-up, Blu-ray-Laufwerk, HD-Unterstützung, W-LAN, Webbrowser und 60-GB-Festplatte.
