Kann Sony mit seinem PlayStation Network den Abstand zu Microsofts Xbox Live verkürzen?
Online-Dienste entwickeln sich auf dem Konsolenmarkt verstärkt zu einem echten Kaufargument. Microsoft hat mit Xbox Live die Weichen gestellt und lässt schon jede Menge Züge über seine Gleise rollen.
In dieser Hinsicht lief Sony bisher hinterher. Und obwohl der Zug schon abgefahren schien, saugt sich Sony mit dem PlayStation Network nun doch im Windschatten an die Konkurrenz heran.
Geoff Keighley, seines Zeichens Journalist, kennt die Videospielebranche wie kaum ein Zweiter. Für Gametrailers verglich er in der »Bonus Round« (Teil 1 und Teil 2) die Online-Dienste von Microsoft und Sony. Er befragte Aaron Greenberg (Group PR-Manager, Xbox and Xbox Live) und Eric Lempel (Director PlayStation Network Operations) über beide Produkte.
Kostenlos gegen kostenpflichtig
Der Vorsprung von Microsoft ist natürlich nach wie vor groß, doch Sony holt unentwegt auf. Aaron Greenberg sieht insbesondere den Einsatz und die Hingabe bei Sony als tolle Leistung. Außerdem findet er die vertraute Aufmachung (wie eine Website) des PlayStation Store gut. Außerdem sieht er eine große Chance bei downloadbaren PS1-Klassikern.
Interessant: Den Punkt, dass Sony seinen Online-Dienst gratis anbietet, nennt er nicht. Dabei sollte man nicht vergessen, dass Xbox Live-User 6,99€ (monatlich), bzw, 59,99€ (jährlich) zahlen müssen, um in den Genuss spannender Online-Matches mit Freunden zu kommen. Auf die Frage, ob dieser Umstand nicht großartig ist, antwortete Aaron Greenberg:
»I don't think price is a big issue«
Momentan ist der Online-Dienst von Sony umsonst, obwohl sich so etwas mit der Zeit natürlich ändern könnte. Dazu Eric Lempel:
»In time anything could change... but right now that is our model.«
Es steht also nicht fest, wie lange Sony sein Online-Portal gratis anbietet. Momentan denkt man darüber aber nicht nach.
Trophäen statt Achievements
Die XMB (Cross Media Bar) von Sony wird weiter ausgebaut werden.
In naher Zukunft werden PlayStation Network-User übrigens Trophäen statt Achievements sammeln. Darüber hinaus sei definitiv ein System ähnlich des Gamerscore in Arbeit. Das Produkt PlayStation Home werde zudem viele Dinge ermöglichen, die der Spieler sich wünscht. Auch soll die Kommunikation zwischen den Spielern verbessert werden. Ein System wie bei Teamspeak wäre denkbar.
Kritisch hinterfragte Geoff Keighley indes den Punkt, dass UGC (User Generated Content) bei Xbox Live zu kurz kommt. Zahlreiche Entwickler sehen die Vorteile bei Sony, die das Uploaden eigener Inhalte erlauben. So sind beispielsweise Spiele-Mods leicht einzubinden. Sicherheitsbedenken und Fragen nach dem geistigen Eigentum halten Microsoft davon noch weitgehend ab.
Fazit: Der Kampf ist also noch lange nicht entschieden. Microsoft hält noch mit Xbox Live seine Vormachtstellung. Aber wenn PlayStation Home einschlägt und Sony die angestrebten Vebesserungen bringt, könnte sich das Blatt wenden.
