Borderlands 3 in der Vorschau: Fl4k, Eden-6, Koop und die kleinen Dinge des Lebens
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Wir haben Borderlands 3 noch einmal ausführlich anspielen können und dabei erstmals Fl4k, Eden-6 und den Koop-Modus in Aktion erlebt. Außerdem hatten wir genügend Zeit auch einmal auf die kleinen Details zu achten, die das Spielgefühl noch angenehmer gestalten. Welchen Eindruck das Spiel einen Monat vor Release hinterlassen hat, lest ihr in der Vorschau.
Neue Helden, neue Schauplätze, verbessertes Gameplay - diese und andere Dinge, sind die großen Themen, die die meisten Fans interessieren, wenn es darum geht, vor dem Release über einen heiß erwarteten Titel wie Borderlands 3 (jetzt kaufen / 53,99 € ) zu berichten. Das war auch bei dem Anspielevent, das kürzlich in London stattfand, nicht anders. Immerhin konnten wir dort erstmals Bestienmeister Fl4k anspielen und einen ersten Eindruck vom Dschungelplaneten Eden-6 gewinnen. Da wir jedoch ganze fünf Stunden am Stück mit dem Spiel verbringen konnten, hatten wir auch Zeit, uns ein wenig auf die kleinen Details zu konzentrieren. Dabei sind uns durchaus einige sinnvolle Veränderungen aufgefallen, die das Leben als Kammerjäger nun noch angenehmer gestalten als je zuvor. Doch dazu später mehr.
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Tierliebe Maschine
Denn als Erstes kommen wir natürlich nicht drum herum, uns mit den großen Dingen zu beschäftigen. Nachdem wir bereits Amara, Zane und Moze spielen konnten, stand uns diesmal zum allerersten Mal der vierte Kammerjäger Fl4k zur Verfügung. Der wandernde Roboter hat es nicht so mit Menschen und umgibt sich lieber mit seinen geliebten Tieren. Er ist eine klassische Pet-Klasse, die stets einen aktiven Begleiter dabeihat. Wie die anderen Charaktere verfügt er dazu über drei unterschiedliche Talentbäume, denen jeweils ein eigener Begleiter sowie ein Actionskill zugeordnet sind.
Quelle: PC Games
Während unser Spiderant-Pet rechts einen Gegner in Schach hält, schicken wir einem weiteren Feind unseren Rakk-Angriff auf den Hals.
Im Jäger-Baum setzt Fl4k auf einen Spiderant-Centurion an seiner Seite, der für dauerhafte Gesundheitsregeneration sorgt und Feinde mit einem Säureangriff zusetzt. Als aktive Fähigkeit setzt der Jäger einen Rakk-Angriff ein. Im Talentbaum selbst werden wie gewohnt Skillpunkte in passive Fähigkeiten investiert. Dabei schalten sich verschiedene Augmentierungen für den Actionskill frei, die dem Rakk-Angriff zum Beispiel zusätzlichen Kälteschaden oder Heilfähigkeiten gewähren. Außerdem erhält das Pet neue Variationen, die den Spiderant-Begleiter zum Beispiel in eine feurige Variante verwandelt.
Ähnlich läuft es in den beiden anderen Spezialisierungen ab. Im Meister-Baum steht Fl4k ein Wach-Skag zur Seite, der den Schadensoutput des Kammerjägers erhöht. Als Actionskill kommt hier die Gamma-Salve zum Einsatz, bei der ein Spalt erzeugt wird. Der erzeugt Strahlung in der Umgebung und teleportiert den Begleiter durch den Spalt. Dadurch wird das Tier verstrahlt, wodurch es größer wird und zusätzlichen Schaden verursacht. Mit dem Jabber-Kumpel kommt im Pirscher-Baum eine neue Tierspezies als Begleiter zum Einsatz. Das an einen Affen erinnernde Pet erhöht Fl4ks Bewegungsgeschwindigkeit und greift Feinde mit seiner Pistole an. Die Entschwinden-Fähigkeit lässt den Kammerjäger unsichtbar werden und aus dem Hinterhalt angreifen.
Auch wenn wir uns noch nicht tiefgehend mit dem Charakter auseinandersetzen konnten, wurde beim Anspielen doch schon sehr schnell deutlich, dass Fl4k eher zu den zugänglicheren Helden unter den vier neuen Kammerjägern gehört. Das Zusammenspiel zwischen Pet und Actionskill spielt sich sehr intuitiv. Besonders in der Jäger-Spezialisierung hatten wir das Gefühl, dass die Spielweise deutlich mehr Gewicht auf den Einsatz von Pet und Actionskill ausgelegt ist, als auf den Einsatz von Waffen. Die Begleiter sind kein störendes Beiwerk, sondern nehmen gut selbstständig am Kampf teil, ohne jedoch zu dominant zu wirken. Hin und wieder greifen uns die kleinen Racker sogar unter die Arme, indem sie Munition oder Ähnliches ausgraben.
Quelle: PC Games
Die Calypso-Zwillinge Tyreen und Troy sind nicht nur mysteriöse Bösewichte, sondern auch völlig abgedrehte Live-Streamer.
Erste Stunden auf Pandora
Egal ob mit Fl4k oder einem der anderen Kammerjäger, das Abenteuer von Borderlands 3 beginnt wie gewohnt auf Pandora, wo uns zunächst der aufgedrehte Claptrap empfängt und unter seine Fittiche nimmt. Die Story setzt ungefähr fünf Jahre nach den Ereignissen von Borderlands 2 beziehungsweise vier Jahre nach Tales from the Borderlands an. Als neuer Rekrut schließen wir uns Lilith und ihren Crimson Raiders an, die es mit einem mächtigen neuen Gegner zu tun bekommen. Die mysteriösen Zwillinge Tyreen und Troy Calypso haben alle Banditengangs des Planeten zu einem neuen Kult namens Children of the Vault vereint und streben danach, die Macht der Vaults an sich zu reißen.
Unsere erste Aufgabe ist es daher, zunächst den Vault Key mit der Karte aller Vaults, den Lilith und ihre Crew nach einem Banditenangriff verloren haben, in unseren Besitz zu bringen. Nach den ersten noch recht linearen Schritten, inklusive eines Minibosses, öffnet sich das Spiel gewohnt schnell. Wir kommen in ein Gebiet, das sich The Droughts nennt und in seinen Ausmaßen bereits deutlich macht, dass hier alles ein bisschen größer ist als in
Quelle: PC Games
Durch die weitläufigen Levels heizen wir wie gewohnt mit diversen Fahrzeugen, die wir vielfältig individualisieren können.
den Vorgängern. Zum Glück werden wir nach kurzer Zeit in das Catch-a-Ride-System eingeführt, das inzwischen von Scooters Schwester Ellie betrieben wird. Unser erstes Fahrzeug müssen wir uns aber zunächst besorgen. Dazu begeben wir uns in ein Banditenlager. Dort haben wir die Wahl, ob wir in eines der geparkten Fahrzeuge einsteigen, oder direkt eines der von Gegnern gesteuerten Vehikel übernehmen.
Diese neue Art der Fahrzeugeroberung wird im späteren Spielverlauf noch wichtig, denn auf diese Weise kommen wir an immer neue Bauteile, um unsere fahrbaren Untersätze an der Catch-a-Ride-Station zu modifizieren. Neben dem Karosserietyp, der Lackierung und Bewaffnung schrauben wir diesmal auch an Rüstung, Rädern und Modifikationen herum, die jeweils Einfluss auf die Fahr- und Kampfeigenschaften des Fahrzeugs haben. Wir nutzen die ersten Spielstunden jedoch nicht nur zum cruisen, sondern erledigen auch die eine oder andere Quest. An verschiedenen Stellen lassen sich wieder diverse Nebenquests finden. Das ist zum einen hilfreich, um wertvolle Erfahrungspunkte zu sammeln, zum anderen erlebt man gerade bei den sekundären Aufgaben oft die abgefahrensten Dinge.
So werden wir zum Beispiel von Claptrap beauftragt, einen Ersatz für seine verloren gegangene Antenne zu finden. Dabei treffen wir auch auf einen scheinbar friedlichen Psycho, der sich mit einem Aluhut vor gedankenkontrollierenden Signalen, die ihm angeblich Stimmen in den Kopf pflanzen, schützen will. In einer anderen Quest sollen wir für einen unserer Verbündeten dessen gestohlene Unterhosen wiederfinden. Aus Zeitmangel konzentrieren wir uns die meiste Zeit indes auf die eigentliche Aufgabe und verfolgen die Vault-Karte bis zu einer Banditengruppe und deren Boss Mouthpiece. Zwar können wir das begehrte Artefakt für kurze Zeit in unseren Besitz bringen, aber natürlich läuft wieder einiges schief. Immerhin beginnt das Spiel gerade erst.
Fliegende Heimat
Was genau passiert, wollen wir euch natürlich nicht spoilern. Doch die Ereignisse zwingen uns, Pandora zu verlassen. An Bord der Sanctuary III machen sich die Kammerjäger und ihre Verbündeten auf die Reise. Das Raumschiff dient ähnlich der fliegenden Stadt aus dem Vorgänger als Operationsbasis für unsere Abenteuer. Dazu bietet das Schiff alle Annehmlichkeiten und Einrichtungen, die man sich wünschen kann. Moxxi hat natürlich eine große Bar, in der wir dem Konsum von alkoholischen Getränken und dem Glücksspiel frönen können.
Quelle: PC Games
Kein Sanctuary ist komplett ohne Mad Moxxi und ihre berühmte Bar. Entsprechend hat sie auch auf dem Raumschiff ein neues Etablissement eingerichtet.
Auf der anderen Seite hat sich Waffenhändler Marcus Kincaid mit seinem Shop und einem Schießstand eingerichtet. Bei ihm lassen sich diesmal neben Waffen und Munition auch die Upgrades für Inventar und Munitionskapazität kaufen, die im Vorgänger noch bei Crazy Earl für Eridium erstanden werden mussten. Der einsiedlerische Eridium-Händler ist allerdings auch wieder mit dabei und hat sich in einer Ecke des Hangardecks eingenistet. Statt Upgrades verkauft Earl diesmal jedoch seltene Gegenstände und vor allem kosmetische Items für die Kammerjäger.
Ansonsten finden wir auf dem Schiff den Hangar, in dem sich Ellie mit einer Catch-a-Ride-Station eingerichtet hat. Wir können also auch in der Sicherheit unserer fliegenden Basis an unseren Fahrzeugen schrauben. In der Krankenstation treffen wir auf Patricia Tannis, die wie immer ihr Bestes versucht, den Kontakt mit anderen Menschen auf ein Minimum zu reduzieren. Im Heck des Schiffes befinden sich die Mannschaftsquartiere, von denen wir eines für unseren eigenen Gebrauch in Beschlag nehmen können. Im weiteren Spielverlauf wird der Raum individualisierbar sein, indem wir zum Beispiel lieb gewonnene Waffen an die Wand hängen.
Quelle: PC Games
Auf Eden-6 erwartet uns eine ganze andere Flora und Fauna, als wir sie von Pandora gewohnt sind. Dichte Dschungel mit affenartigen Wesen und Dinosauriern zum Beispiel.
Schlägerei im Dschungel
Wohin uns die Reise mit der Sanctuary III unter anderem bringt, erlebten wir im zweiten Teil des Anspielevents. Dazu versetzten uns die Entwickler in einen deutlich fortgeschrittenen Spielstand auf den Planeten Eden-6. Der unterscheidet sich deutlich von den Einöden eines Pandora oder der Stadtlandschaft von Promethia. Ausgedehnte Dschungel und feuchte Marschgebiete prägen seine Oberfläche. Dort bekommen wir es mit entsprechend exotischer Fauna zu tun, darunter die affenartigen Jabber und diverse, an Dinosaurier erinnernde Kreaturen.
Quelle: PC Games
Geben wir einen Ping auf einen Gegner ab, wird er durch ein Fadenkreuz deutlich für alle Mitspieler gekennzeichnet. So machen wir auch auf Kisten und andere wichtige Objekte aufmerksam.
Wir sind jedoch nicht nur nach Eden-6 gekommen, um die Natur zu bestaunen. Stattdessen können wir Borderlands 3 erstmals im Koop-Modus mit einem Journalistenkollegen erleben. Das fühlt sich genauso gut an, wie man es auch aus den Vorgängern kennt. Das Spiel wirft uns zwar mehr und stärkere Gegner entgegen, aber in Teamarbeit gehen viele Herausforderungen dann doch besser von der Hand. Durch das neue Pingsystem, das je nach anvisiertem Ziel automatisch passende Symbole einblendet, ist zumindest rudimentäre Koordination auch ohne direkten Sprachchat möglich.
Durch den instanzierten Loot kämpft es sich zudem deutlich entspannter, weil man sich keine Sorgen machen muss, dass jemand die beste Beute einsackt und man selbst leer ausgeht. In diesem Zusammenhang hat es uns allerdings nicht gefallen, dass wir trotz persönlichem Loot Klassenmods gefunden haben, die gar nicht zu unserem Charakter passen. Zwar können wir diese Gegenstände direkt mit anderen Spielern handeln, per Mail an Freunde verschicken oder in der Bank für unsere eigenen Alternativhelden aufbewahren, wirklich befriedigend ist es aber nicht, wenn sich der vermeintlich epische Loot als in dem Moment unbrauchbar herausstellt.
Gemütliches Kammerjägerleben
Das war aber auch das einzige wirklich nennenswerte Negative, das uns während der gesamten fünf Stunden Spielzeit aufgefallen ist. Wie eingangs bereits erwähnt, waren es diesmal vor allem die kleinen, positiven Detailveränderungen, die uns aufgefallen sind. Das fängt bei so Kleinigkeiten wie der beschleunigten Animation beim Öffnen von Kisten und Spinden an. Für sich genommen keine große Sache. In der Masse, in der man in Borderlands aber Truhen und Schränke öffnet, aber durchaus spürbar. Kombiniert mit der Tatsache, dass Munition und Geld jetzt auch aus Containern heraus automatisch aufgesammelt werden, sorgt das für ein deutlich flüssigeres Spielgefühl.
Allgemein haben die Entwickler versucht, das Leben als Kammerjäger angenehmer zu gestalten. Nahezu als Offenbarung empfanden wir die Tatsache, dass wir jetzt von jedem Punkt der Karte aus die Schnellreise zu einer der Teleportstationen aktivieren konnten. Die nervige Suche nach dem nächsten Schnellreisepunkt entfällt also. Noch praktischer ist, dass wir uns nun auch direkt in das Cockpit unseres Fahrzeugs teleportieren können.
Quelle: PC Games
Die Inszenierung der Geschichte hat mit schicken Zwischensequenzen und echten Dialogen zwischen Spielercharakter und NPCs deutlich an Atmosphäre gewonnen.
Für eine bessere Orientierung sorgt die neue 3D-Karte, auf der sich das Layout der Gebiete deutlich besser erkennen lässt als in den Vorgängern. Zudem lässt sich die Map jetzt auch auf eine Planetenübersicht umschalten, von der aus die einzelnen bereits besuchten Gebiete direkt angesteuert werden können. Wenn wir mehrere Quests offen haben, brauchen wir nicht mehr jedes Mal ins Spielmenü zu gehen, um eine aktive Aufgabe für die Questverfolgung auszuwählen. Stattdessen schalten wir die Aufträge einfach direkt im Spielinterface durch.
Ein Detail, das enorm zur Atmosphäre beiträgt, ist die Tatsache, dass unser Kammerjäger jetzt spricht. Damit meinen wir nicht die gelegentlichen Kommentare, die die Helden in den Vorgängern hin und wieder abgegeben haben. In Borderlands 3 nehmen die Spielercharaktere jetzt aktiv an Gesprächen mit NPCs teil und beteiligen sich auf diese Weise aktiv an der Erzählung. Allgemein haben die Entwickler die Präsentation der Story stark verbessert. So gibt es jetzt auch immer wieder richtig schick inszenierte Zwischensequenzen.
Das Gesamtbild, das Borderlands 3 rund einen Monat vor Release abgibt, ist also schon ein sehr rundes. Viele Verbesserungen fügen sich harmonisch in das bekannte Borderlands-Gameplay ein, ohne das bekannte Feeling zu sehr zu verändern. Wer ein Borderlands erwartet, bekommt genau das, ein waschechtes Borderlands. Bugs oder andere Probleme konnten wir in den gespielten Abschnitten keine erkennen. Lediglich einmal geriet das Spiel leicht ins Stocken. In der fertigen Version muss das Spiel dann unter Beweis stellen, dass seine Story, die Lootspirale und die abwechslungsreichen Umgebungen bis zum Ende begeistern können.
