Boiling Point: Road to Hell

Test

Saul Myers tut, was ein Vater tun muss. Um das Leben seiner Tochter zu retten, durchstreift er den dichten Dschungel des Todes.

V ermutlich kennen die meisten von Ihnen das so genannte "Grand Theft Auto"-Spielprinzip einer riesigen, frei zu erkundenden Welt. Dazu gehört ein Missionsstrang, der jederzeit weitergeführt werden kann, aber nicht muss. Nach diesem Modell hat der russische Entwickler Deep Shadows den Ego-Shooter "Boiling Point" entworfen. Das Ergebnis sind 625 Quadratkilometer Dschungellandschaft, in der eine spannende Entführungsstory ihren Lauf nimmt.

STORY: Ex-Soldat Saul Myers erhält einen Besorgnis erregenden Anruf: Im südamerikanischen Realia wurde seine Tochter Lisa von Entführern verschleppt. Die abenteuerlustige Journalistin schreibt für eine ortsansässige Zeitung. "Offenbar hat sie ihre süße Nase irgendwo zu tief hineingesteckt", denkt sich Myers und besteigt kurz darauf einen Flieger nach Südamerika.

SPIEL: Anfangs stehen wir erst mal bei Lisas Boss auf der Matte. Leider weigert sich dieser arrogante Schnösel, bei der Suche nach unserer Tochter behilflich zu sein -- jedenfalls nicht ohne Bezahlung. Überhaupt scheint man in Realia ohne eine Kiste voller Pesos wenig zu erreichen.

In der Bar treffen wir Pablo, der uns einen Job bei Mafiaboss Don Esteban vermittelt. Wir sollen wichtige Dokumente aus einem gut bewachten Regierungs-Stützpunkt klauen. Mit Lisas vierrädrigem Schrotthaufen machen wir uns auf den Weg und geraten mitten im Dschungel in eine wilde Schießerei. Solche zufälligen Feuergefechte sind bei "Boiling Point" keine Seltenheit. Guerillas ballern auf Mafiosi, CIA-Leute auf Banditen, Indios auf Regierungssoldaten. Greifen Sie selbst zur Waffe und helfen einer Gruppierung, steigt Ihr Ansehen bei dem jeweiligen Verbündeten.

Um zügig an weiter entfernte Ziele zu gelangen, kaufen Sie sich entweder beim Autohändler einen V8-Jeep mit fetten Reifen oder Sie lernen am Hafen, wie man Boote steuert. Waffen besorgen Sie sich am besten in traditioneller Wildwest-Manier: Von den Sohlen, Wumme holen!

FAZIT: Willkommen zu Folge 597 der Reihe "Toller Ansatz, aber verbockte Umsetzung". Anfangs macht die große und lebendige Dschungelwelt noch Lust auf mehr. Aber spätestens nach den ersten Abstürzen und KI-Bugs reduziert sich die Faszination auf Schlangenbiss-Niveau: Autos fahren grundlos Menschen über den Haufen und feindliche Soldaten vollführen lieber Purzelbäume als Sie zu bekämpfen. Da auch die Missionen auf Dauer wenig Abwechslung bieten, droht "Boiling Point" im PC-Dschungel zu versumpfen.AZ

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