Blasphemous 2 im Test - Die fulminante Rückkehr des Pixel-Dark-Souls

Test Martin Glienke Katharina Pache
Blasphemous 2 im Test - Die fulminante Rückkehr des Pixel-Dark-Souls
Quelle: Team17

Der blutige Ritter kehrt zurück! Ob das eine wundersame Erfahrung ist, oder die Entwickler Buße tun sollten, klären wir in unserem Test zu Blasphemous 2.

Drei Waffen für ein Halleluja

Einer unserer größten Kritikpunkte aus dem ersten Teil wurde ebenfalls beantwortet. Wir bemängelten die fehlende Waffenvielfalt, da mir das Draufhauen mit dem Schwert irgendwann langweilig wurde. Nun kann sich der tapfere Büßer am Anfang des Spiels eine aus drei Waffen aussuchen. Aber keine Angst! Wem die Waffe dann doch nicht mehr gefällt, kann die anderen Waffen und deren Upgrades später finden. Wir haben die Wahl aus elektrisierenden Parierklingen, einer langsamen Keule und einem Schwert, das zerstörerische Blutmagie wirkt.

Jede Waffe hat ihren Nutzen und im späteren Spielverlauf werden wir dazu angehalten, im Kampf stetig zu wechseln. Dies liegt daran, dass manche Waffen gegen bestimmte Gegner effektiver sind als andere. Die Keule betäubt kleine langsame Feinde, während Schwerter gut dafür geeignet sind, blitzschnelle Gegner zu kontern. Gleichzeitig helfen uns die Waffen bei der Lösung von Umgebungsrätseln: Große Glocken schlagen wir zum Beispiel mit unserer Keule, mit den Parierklingen teleportieren wir uns zwischen Spiegeln und mit der Blutklinge zerstören wir unüberwindbare Barrikaden. Im Verlauf des Spieles schalten wir Upgrades frei, die Waffen stärker machen und ihnen neue Fähigkeiten verleihen.

Büßer kämpft gegen Gegner. Quelle: The Game Kitchen

Wettrüsten mit neuem Spielzeug

Um mit den wachsenden Herausforderungen mithalten zu können, werden wir im Verlauf des Spiels stärker. Neben einer Geldwährung sammeln wir fleißig Upgrade-Punkte, mit denen wir unsere drei Waffen aufwerten. Diese Punkte bekommen wir durch das Besiegen von Gegnern und aus versteckten Truhen. Ein Grind wird das aber nie, da wir innerhalb der Story mehr als genug Ressourcen erhalten. Es lohnt sich trotzdem, nach Verbesserungen zu suchen, da gerade die letzten zwei Bosse mit verbessertem Equipment deutlich einfacher zu besiegen sind.

Durch die neuen Waffen und Möglichkeiten ist das Kämpfen deutlich spaßiger als im ersten Teil. In Blasphemous bestand der Spielfluss üblicherweise aus Schlagen oder Kontern, Ausweichen und gelegentlich einem Gebet. In Blasphemous 2 haben wir verschiedene Moves, können blitzschnell unsere Waffen wechseln und haben insgesamt zwei aktive Gebete, die wir jederzeit im Menü austauschen können.

Das Herumprobieren mit Gebeten und Waffen macht großen Spaß, wir müssen uns immer wieder an neue Situationen anpassen. Wir haben so gut wie alle Fähigkeiten ausprobiert, da sich deren Nützlichkeit von Boss zu Boss ändert. Eine optimale Ausstattung an Gebeten gibt es also nicht.

Blutige Boss-Kämpfe

In einem Metroidvania-Titel dürfen die Bosskämpfe nicht fehlen. Die sind episch inszeniert und orientieren sich technisch an den Bossen aus den DLCs des Vorgängers. Diese speziellen Gegner haben Moves und Mechaniken, die wir erst einmal lernen müssen. Kein Boss gleicht dem anderen und die meisten werden in einer Zwischensequenz am Anfang des Spiels oder durch die Umgebung der Levels selbst angekündigt. Der Schwierigkeitsgrad ist perfekt ausbalanciert: Die Bosse sind nicht zu einfach, nach mehrmaligem Probieren befördern wir sie aber ins Jenseits.

Im Laufe des Spiels nimmt der Schwierigkeitsgrad Fahrt auf, alles bleibt aber immer machbar. Die Hitboxen sind präzise und die Attacken werden stets angekündigt. Wie bei jedem Gegner ist bei den Bossen das Adaptieren sehr wichtig. Waffen und Fähigkeiten eignen sich mal mehr und mal weniger, und so dauert es einige Zeit, bis wir das perfekte Mittel geben die Bosse finden. Das sorgt für ein dynamisches Hin und Her, das großen Spaß bereitet. Das Glücksgefühl, wenn wir den Boss endlich erledigt haben, ist die wohlverdiente Kirsche auf der Torte.

Büßer kämpft gegen einen Boss. Quelle: The Game Kitchen Auch die Anzahl der Bosskämpfe ist angemessen. Diese sind auf der Karte nicht zu nahe beieinander verteilt und durch die Markierungen wissen wir immer, wo der nächste Boss auf uns wartet. Ein verzweifeltes Suchen nach der nächsten Herausforderung bleibt also aus.

Seltsame Dinge passieren

Völlig frei von Fehlern ist Blasphemous 2 nicht. Hin und wieder verhält sich die Gegner-KI nicht besonders schlau. Gerade viele der größeren Gegner kann man leicht "cheesen". Feinde drehen sich bei Treffern teilweise nicht um, sondern laufen stumpfsinnig weiter in eine Richtung. Das ist praktisch für uns, reißt aber aus der Immersion.

Auch grafische Fehler gibt es sehr vereinzelt. So "vibrieren" Hintergründe gelegentlich wild umher oder die Todesanimationen von Gegnern wird nicht korrekt dargestellt. Insgesamt ließen sich diese optischen Fehler in ihrer Anzahl jedoch in unserem Playthrough an einer Hand abzählen.

Der größte Kritikpunkt an Blasphemous 2 ist die mangelnde Gegnervielfalt. Zwar gibt es in jedem Gebiet einzigartige Feinde, jedoch stehen uns auch immer wieder die gleichen Nasen gegenüber. Voneinander unterscheiden sie sich nur durch die Anzahl der Leben und dem elementaren Schaden, mit dem sie angreifen. Ihr Verhalten und die Attacken bleiben gleich.

Das führt dazu, dass wir diese recycelten Feinde schnell sehr routiniert bekämpfen. Das kommt nicht andauernd vor, aber oft genug, dass es uns aufgefallen ist. Bei unserer Spielzeit von ungefähr 18 Stunden (bei 93 Prozent Komplettierung), ist diese kleine Schwäche aber vertretbar.

Wertung zu Blasphemous 2 (PC)

Wertung:

9.0 /10
Fazit

Wer des ersten Teils schon mag, wird diesen Teil lieben. Plattformer-Fans kommen hier voll auf ihre Kosten. Kleinere Mankos, wie die teils mangelnde Gegnervielfalt, sind aufgrund des exzellenten Pacings nicht allzu schlimm.

Das Spiel erscheint am 24. August in zwei verschiedenen Versionen. Einer Standard-Edition für 29,99 Euro und einer Deluxe-Edition für 39,99. Aktuell kann man sich zumindest auf Steam noch 10 Prozent beim Kaufpreis sparen. Dieser Rabatt gilt bis zum Release des Spiels. Für Konsolenspieler gibt es außerdem eine physische Version im Einzelhandel.

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