Black Widow: Die Budapest-Enthüllung ergibt keinen Sinn - Kommt da noch was?
Special
In "Black Widow" sehen wir endlich den Inhalt der gemeinsamen Mission, über die die Ex-Agenten Natasha Romanoff und Clint Barton in den Avengers-Filmen immer reden. In Budapest führten die Beiden einen Auftrag aus, der für Natasha eine persönliche Dimension hat. Irgendwie passen die gezeigten Ereignisse jedoch nicht mit den Aussagen der Figuren zusammen.
Was ist in Budapest passiert? Diese Frage stellen sich Marvel-Fans bereits seit dem ersten "Avengers"-Film von Joss Whedon. Beim Angriff der Chitauri erwähnt Black Widow (Scarlett Johansson) gegenüber ihrem Kollegen Hawkeye (Jeremy Renner), die Ereignisse würden sie an eine Mission erinnern, die die Beiden in der ungarischen Hauptstadt ausgeführt haben. Sie konstatiert: "Just like Budapest all over again". Darauf erwidert der Bogenschütze, dass ihre Erinnerung sich anscheinend deutlich von der seinen unterscheide. Was genau damit gemeint sein könnte, erfahren wir nicht. Es bleibt jedoch auch nicht bei dieser einen Erwähnung.
In "Avengers: Endgame" erklärt Barton beim Aufbruch mit Star Lords Raumschiff Benatar lächelnd zu seiner Co-Pilotin Natasha: "It's a long way from Budapest". Es scheint also, als würden sie mit dem Ort zumindest eine geteilte positive Erinnerung verbinden.
"Black Widow" enthüllt die Wahrheit über Budapest
Das steht augenscheinlich im Widerspruch mit dem, was wir in "Black Widow" über die Mission in Budapest erfahren.
- Achtung Spoiler -
Dort wird in einer Rückblende enthüllt, dass das Ziel des Auftrags die Ausschaltung des ehemaligen russischen Generals Dreykov (Ray Winstone) war. Er gilt als Leitfigur hinter dem Red Room, in dem junge Mädchen zu Spezialagentinnen herangezogen werden. Auch Natasha kam als Kind in seine Gewalt. Bei dem von Romanoff autorisierten Sprengstoff-Anschlag auf sein Leben wird scheinbar auch seine kleine Tochter Antonia von der Explosion erfasst.
Es ergibt wenig Sinn, dass Natasha mit nostalgischen Gefühlen an den Einsatz zurückdenkt, bei dem sie ein Kind umgebracht hat. Selbst nach den Ereignissen von "Black Widow" (Filmkritik), wo enthüllt wird, dass Antonia überlebt hat und als willenlose Kindersoldatin zum Taskmaster ausgebildet wurde, dürfte Natasha mit den Konsequenzen ihrer Entscheidung nicht hundertprozentig zufrieden sein. Wie sie in "Black Widow" selbst erzählt, bestand die Mission jedoch nicht nur aus dem Attentat, sondern vor allem aus Observation. So habe sie sich zusammen mit Barton fünf Tage in einem U-Bahn-Tunnel unter der Stadt versteckt. Dass das aber so überhaupt nicht zu der Chitauri-Szene passen mag, in der sich die Helden eine Straßenschlacht gegen Aliens liefern, legt nahe, dass möglicherweise noch mehr in Budapest passiert ist, als wir bisher gesehen und gehört haben.
Sehen wir in Zukunft noch mehr von Black Widow?
Es lässt sich zumindest irgendwie rational erklären, dass Natasha ihre traumatischen Erinnerungen in "Avengers" verdrängt und in ihrem Kommentar daher nur auf die aufregenden Teile der Mission anspielt, während Clint ein vollständigeres Bild der Ereignisse hat. Der Spruch in "Endgame" ließe sich hingegen damit erklären, dass das Lächeln der beiden Helden eher dem Abschied von der Vergangenheit gilt. Das "long way from Budapest" bezieht sich demnach auf den düsteren Teil der gemeinsamen Historie, von dem man sich mittlerweile vollkommen entfernt hat. Es handelt sich bei Clint und Natasha zu diesem Zeitpunkt immerhin um Retter der Menschheit und nicht mehr um kaltblütige Assassinen.
Es besteht auch die Möglichkeit, dass wir in Zukunft erneut nach Budapest zurückkehren. Womöglich bekommen wir in der kommenden Hawkeye-Serie seine Sicht der Ereignisse gezeigt und damit ein vollständigeres Bild von diesen. Seine Beziehung zu Natasha wird in der Serie auf jeden Fall ein zentrales Element sein. Wie wir in der "Black Widow"-Abspannszene erfahren, wird ihre Schwester Yelena (Florence Pugh) Jagd auf Clint machen, weil sie denkt, er habe Natashas Tod verursacht. In den geplanten sechs bis acht Episoden werden die beiden sicherlich Zeit finden, diese Geschichte richtigzustellen und ein paar Anekdoten auszutauschen.
Black Widow läuft derzeit in den deutschen Kinos und als teurer Premium-Film auf Disney+.
