Half-Life: Black Mesa - das Edel-Fan-Remake des Shooter-Klassikers im Test
Test
Das Fan-Remake des ersten Half-Life ist endlich fertig! Mit offizieller Unterstützung durch Valve schuf eine Gruppe engagierter Entwickler in den letzten Jahren mit der Source Engine die Neuinterpretation des Klassikers, welche ihn ins Jahr 2020 befördern soll. In unserem Test von Half-Life: Black Mesa erfahrt ihr, wie gut die Neuauflage geworden ist.
Fast 16 Jahre lang hatte man es als Half-Life-Fan nicht leicht. Warten, hoffen, und noch etwas länger warten. Wie sagt man so schön? Die Hoffnung stirbt zuletzt - aber sie stirbt. Denn die beiden Shooter-Klassiker Half-Life und Half-Life 2 wurden nie um ihren eigentlich angedachten dritten Teil erweitert. Bis heute bleibt die Trilogie unvollständig. 2020 hingegen scheint seit langem endlich wieder ein gutes Jahr für die ausgehungerten Anhänger der Spiele-Reihe rund um Protagonist Gordon Freeman zu werden.
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Ende letzten Jahres kam überraschend die Ankündigung des VR-exklusiven Prequels Half-Life: Alyx für den 23. März. Und seit dem 5. März hat Black Mesa, das beliebte Fan-Remake des ersten Half-Life-Teils, die Early-Access-Phase verlassen und kann in der Version 1.0 gespielt werden. Die Neuauflage ist der perfekte Anlass, um an den ursprünglichen Schauplatz der Reihe, die namengebende Forschungsbasis Black Mesa, zurückzukehren und die Geschichte rund um fiese Aliens, misslungene Experimente und Vertuschung durch die Regierung in aufpolierter Grafik erneut zu erleben.
Das dürfte auch für Neulinge interessant sein, denn die Modder haben sich alle Mühe gegeben, Black Mesa zur besten Version von Half-Life zu machen Höchste Zeit also in den Schutzanzug zu schlüpfen und sich eine Brechstange zu schnappen!
Die Quelle der Inspiration
Quelle: PC Games
Half-Life: Black Mesa - das Edel-Fan-Remake des Shooter-Klassikers im Test (2)
Black Mesa ist kein gewöhnliches Remake, denn hinter dem Projekt stecken nicht die Half-Life-Entwickler von Valve, sondern eine internationale Gruppe von Fans und Moddern. Und die haben so Einiges an Zeit und Geld in die Verwirklichung ihres Plans gesteckt: Die Geschichte von Black Mesa beginnt nämlich schon im Jahr 2004. Kurz nach der Veröffentlichung von Half-Life 2 schlossen sich einige Fans zusammen, um Half-Life 1 eine würdige Neuauflage in der moderneren Source Engine zu bescheren. Zwei Modder-Gruppierungen (Leakfree + Half-Life: Source Overhaul Project), die zunächst getrennt an Remakes arbeiteten, bildeten schließlich das Entwicklerteam Crowbar Collective und tauften ihr Projekt "Black Mesa: Source". Valve bekam Wind von diesem Vorhaben und ermutigte die Entwickler, weiter an ihrem Spiel zu arbeiten - nur das "Source" musste aus dem Namen verschwinden, um Verwechslungen mit Original-Valve-Spielen zu vermeiden. Anschließend machte Valve Black Mesa zu einem offiziellen Lizenzprodukt, wodurch die Entwickler vollen Zugang zur Game-Engine bekamen.
Das öffnete neue Türen für die Entwickler: 2012 erschien Black Mesa dann erstmals offiziell als kostenloser Mod, für den lediglich das kostenlose Source Software Development Kit (SDK) installiert sein musste, in Valves digitalem Spiele-Shop Steam. Seit 2015 ist das Fan-Remake als kostenpflichtige Early-Access-Version im Store erhältlich. Während all dieser Zeit gingen die Arbeiten am Half-Life-Remake weiter, denn um alle Texturen, Level und Modelle komplett neu zu bauen brauchten die Entwickler deutlich länger, als irgendwer geahnt hätte. Jetzt, über 15 Jahre nach Entwicklungsstart, ist die Version 1.0 des Shooter-Remakes endlich erschienen.
Half-Life, wie es war - nur besser
Quelle: PC Games
Half-Life: Black Mesa - das Edel-Fan-Remake des Shooter-Klassikers im Test (3)
Und das Ergebnis kann sich sehen lassen! Black Mesa ist zu jedem Zeitpunkt anzumerken, dass hinter dem Remake kein seelenloses Entwicklerstudio samt profitgierigem Publisher steckt, sondern echte Fans, die mit Leidenschaft und Herzblut versucht haben, eine würdige Hommage an ihr Lieblingsspiel zu schaffen. Was hat Black Mesa also zu bieten? Da wäre zum einen die aufgebohrte Grafik: Neben neuen Texturen beeindruckt die Optik vor allem durch ihre Lichteffekte, die einen klaren Mehrwert mit sich bringen. Durch effizient platzierte Lichtquellen in finsteren Räumen entsteht eine deutlich düsterere Stimmung, in der Headcrab-Zombies lange Schatten werfen und Lüftungsschächte wie bedrohliche schwarze Löcher wirken. Das neue Sounddesign trägt einiges zu dieser Atmosphäre bei und trifft stets den richtigen Ton. An dieser Stelle ein ganz großes Lob an den Komponisten des Black-Mesa-Soundtracks: Die minimalistischen Klänge fügen sich so passend ins Spiel, dass man glauben könnte, Half-Life hätte es nie ohne sie gegeben.
In wohlgewählten Augenblicken rückt die Musik aber auch einmal in den Vordergrund: Dann werden atemberaubende Alien-Landschaften durch weiblichen Gesang und stimmige Synthie-Tracks untermalt, in Action-Sequenzen befeuert mal eine E-Gitarren-Einlage die Geschehnisse und in ruhigen Puzzle- und Platforming-Sequenzen schaffen sanfte Piano-Töne das passende Ambiente. Genauso positiv fällt die sonstige, Half-Life-typische Geräuschkulisse auf: Ob nun die neuen kräftigen Sounds der Waffen oder die leblose Stimme unseres Schutzanzuges, die uns über Kampfverletzungen und Energiestand informiert - es passt einfach alles.
Einzig Fans der deutschen Synchronisation könnten enttäuscht sein, da Black Mesa keine deutsche Sprachausgabe anbietet und nur auf Englisch mit deutschen Untertiteln spielbar ist. Leider sind die Untertitel im Moment noch teilweise fehlerhaft und manchmal wurden sie sogar komplett weggelassen.
