Balatro trifft auf Wordle: Darum funktioniert dieser Mix bei Birdigo hervorragend!
Test
Der Indie-Titel Birdigo vermengt Wordle-Wortspielereien mit Roguelike-Gameplay á la Balatro - wir prüfen im Test, ob das funktionieren kann.
Endlose Weltraum-Weiten, ausufernde Fantasy-Landschaften, Sammelgegenstände noch und nöcher, Nebenquests, bis sie mir aus den Ohren herausquellen, Skilltrees, die eher Wäldern gleichen, Items und Craftingmaterialien, die selbst Onkel Dagoberts Speicher sprengen würden - wer mich kennt, weiß, dass ich mich gerne in ewig großen Spielewelten verliere.
In diesem Artikel
Doch ab und an stolpere ich dann mal über ein kleines Spiel, das mich in seinen Bann zieht - ganz ohne ausufernde Spielsysteme oder ausgefeilte Geschichten. Vor kurzem plauderte ich ja bereits in unserem Podcast über gleich zwei Angel-Spiele, die ich mir im Steam-Sale geschnappt habe. Eines, in dem ich noch selber zur Rute greife und schicke Pixel-Quappen aus noch schicker designten Pixel-Seen fische. Und eines, wo die KI selbst das für mich übernimmt und ich nur einen Frosch dabei beobachte, wie er ein Grätentier nach dem anderen aus den Untiefen meines Monitors angelt - also ein sogenanntes Idle Game, auch wenn ich mit denen normalerweise so gar nichts anfangen kann.
Quelle: PC Games
Eine gehörige Portion Glück gehört genretypisch natürlich auch dazu - schließlich müsst ihr mit den Buchstaben arbeiten, die euch das Spiel in die Hand wirft.
Von Vögeln und Sammelkarten
Am letzten Wochenende flatterte dann im wahrsten Sinne des Wortes ein Key zu einem weiteren eher simplen und stilistisch schlichten Spiel in mein Postfach: Birdigo. Ich gebe zu, es war im ersten Moment vor allem der Name, der mich neugierig gemacht hat - für Wortspiele irgendwo zwischen "clever" und "dezent bescheuert" bin ich immer zu haben. Und dann hat mich das Video auf der Steamseite noch neugieriger gemacht. Es geht um irgendwas mit Vögeln, Sammelkarten und Worträtsel. Da hab ich dem Spiel eine Chance gegeben und war direkt für mehrere Stunden beschäftigt. Denn die Mischung, die Birdigo anbietet, funktioniert einfach.
Die Vogel-Thematik dient dabei nur als Gameplay-Vehikel und hat keine größere Bedeutung: Die einzelnen Stages sind auf einer Flugroute aneinandergereiht, gespielte Buchstaben werden als "Flügelschläge" gezählt und Buff-Karten haben eine Feder drauf - das war's im Grunde auch schon, was die Flatterviecher anbelangt. Man könnte also auch alles problemlos durch wandernde Menschen oder fahrende Trucks ersetzen, ohne das Gameplay groß anpassen zu müssen. Charmant umgesetzt sind die Piepmätze aber natürlich trotzdem, zumal einer der beiden Entwickler der Drehbuchautor John August ist, der unter anderem für Corpse Bride und Big Fish verantwortlich zeichnete.
Quelle: PC Games
Jeder Vogelzug ist in zahlreiche Etappen unterteilt - jede Etappe verlangt einen höheren Wort-Score, belohnt euch aber auch mit Buchstaben, Buff-Karten und mehr.
Bewährte Roguelike-Mechaniken
Das Gameplay selbst ist eine Mixtur aus einem Roguelike á la Balatro und dem beliebten Wortrate-spiel Wordle. Auf jeder Etappe eures Fluges müsst ihr eine bestimmte Anzahl an Punkten erreichen. Diese Punkte erhaltet ihr, indem ihr aus einer vorgegebenen Anzahl an Buchstaben Wörter legt. Je länger das Wort, desto höher die Punkte. Spannend wird es durch die Modifikatoren. Buchstaben etwa gibt es in verschiedenen Seltenheitsstufen: normal, gepunktet, Gold, Platin und Diamant. Je höher die Seltenheitsstufe, desto höher der Punktemultiplikator.
Fällt euch kein Wort ein, könnt ihr beliebig viele Buchstaben auf der Hand durch andere aus eurem Deck ersetzen - aber natürlich nicht allzu oft, sondern nur ein paarmal pro Stage. Dasselbe gilt für die Wörter - ihr dürft pro Flugetappe nur eine feste Anzahl davon legen. Habt ihr die immer weiter steigende Zielpunktzahl danach nicht erreicht, ist eure Reise zu Ende. Der Multiplikator selbst setzt sich aus den beiden Werten "Flaps", also Flügelschläge, und "Power" zusammen - und hier wird es dann schon etwas komplizierter.
