Biped im Test: Rätseln mit Robotern im Koop!

Test Michael Leibner Lukas Schmid 11,24 €
Biped im Test: Rätseln mit Robotern im Koop!
Quelle: NEXT Studios

Jeder weiß, wie viel Spaß es macht, in Videospielen gemeinsam Rätsel zu lösen und Hindernisse zu überwinden. Jede Aktion muss miteinander abgesprochen werden, sodass die Zusammenarbeit klappt und wir uns unterstützen, anstatt uns im Weg zu stehen. Mit Biped bekommt ihr ein Spiel serviert, bei dem es genau auf diese Zusammenarbeit ankommt. Wir erzählen euch in unserem Test von unseren Erfahrungen mit dem Spiel.

Wer erinnert sich nicht gerne an die Zeit, als das Internet noch nicht so allgegenwärtig war wie heute und wir uns mit Freunden getroffen haben, um auf der Couch sitzend Videospiele zu spielen, sei es nun gegeneinander oder im Koop-Modus. Ihr wisst schon - live, in Farbe und bunt! Manche Hersteller wie Nintendo halten diese Lokale-Mehrspieler-Fahne weiterhin hoch, doch gemeinhin wird heute vor allem online miteinander gespielt, die direkte, soziale Komponente fällt weg.

Aber dann müssen es halt die Indies richten! Bei kleineren Entwicklungen findet man klassischen Couch-Koop auch heute noch vergleichsweise häufig. Ein Beispiel für ein lokales Mehrspielererlebnis, bei dem anstatt des kompetitiven Kräftemessens das gemeinsame Agieren im Fokus steht, ist Biped (jetzt kaufen 11,24 € ). Wer gerade jetzt in Corona-Zeiten niemanden zur Hand hat, mit dem er lokal zocken kann, darf aber wahlweise trotzdem auch online ran.

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Zwingend braucht's überhaupt keine zweite Person, aber der Spielspaß erhöht sich um ein Vielfaches, wenn ihr Biped mit einem Freund oder einer Freundin spielt.

Prometheus mal anders

Die Story in Biped ist recht schnell erzählt. Ihr spielt die beiden humanoiden Roboter Sila und Aku. Die Blechkumpane werden auf die Erde geschickt, um Leuchtfeuer zu entzünden, die es ihnen ermöglichen, sich über den Planeten zu teleportieren. Um diese Aufgabe zu erledigen, müssen sie unterschiedliche Orte bereisen und Hindernisse überwinden. Unter anderem bewegt ihr euch in Gestalt der beiden Robo-Freunde durch die Ruinen alter Zivilisationen, streift durch Wüstenregionen und rutscht über vereiste Berge, um ans Ziel zu gelangen. Dabei sind Sila und Aku auf die Hilfe anderer Roboter und natürlich aufeinander angewiesen. Nur zusammen lassen sich die Hindernisse überqueren - nun zumindest, wenn man zusammen mit einem Freund loslegt. Biped besitzt auch einen Solo-Modus, indem ihr die Story-Kampagne alleine durchleben könnt. Die acht Level einschließlich des Tutorials sind dann auf eine Person angepasst und ihr begegnet mehr anderen Robotern, welche die Aufgaben übernehmen, die sonst euren Partner in Anspruch nehmen würden. Die Solo-Kampagne ist wie die Koop-Kampagne auch nach spätestens drei Stunden durchgespielt.
Manche Tore öffnen sich nur, wenn die richtige Anzahl an Füßen auf den Druckplatten platz finden. Quelle: PC Games Manche Tore öffnen sich nur, wenn die richtige Anzahl an Füßen auf den Druckplatten platz finden.

Tastenlos glücklich

Biped wird nur mit der Maus oder den beiden Analogsticks eines Controllers gespielt - wir haben mit dem Gamepad losgelegt. Die ganze Steuerung ist somit auf ein Minimum reduziert. Trotzdem lässt sich eine Vielzahl von Aktionen ausführen. Die beiden Beine unseres Roboters werden jeweils mit einem der beiden Sticks kontrolliert und verschiedene Bewegungen führen zu unterschiedlichen Resultaten. Das erfordert Übung, nach einer Weile hat man sich aber an das ungewöhnliche Konzept gewöhnt und kann präzise Aktionen und Bewegungen vollführen - zumindest meistens: In hektischen Situationen kann es passieren, dass unsere Eingaben nicht schnell genug ins Spiel übertragen werden. Auf diese Weise werden manchmal aus Hindernissen, die man mit Geschick und Zusammenarbeit lösen könnte, Trial&Error-Passagen, die Frust aufkommen lassen.

Die Sticks kommen auch beim Betätigen von Schaltern, dem Festhalten an Seilen und Wänden und dem Greifen von Objekten zum Einsatz. Dazu muss man nur den Stick und damit das Bein an bestimmte Objekte halten. Mit jeder Mission werden neue Mechaniken und Hindernisse präsentiert, passend zum jeweiligen Setting. Damit wir zum Beispiel auf einen verschneiten Berg gelangen können, müssen wir uns an Seilen hinaufschwingen, Luftschleusen nutzen, um uns nach oben zu katapultieren, und uns an magnetische Wände hängen, damit wir nicht herunterfallen. In einem anderen Gebiet müssen wir den Roboter-Bewohnern beim Sägen helfen und das fertige Holz über Förderbänder transportieren. Jedes Level bietet neue, innovative Rätsel und Aufgaben, die viel Abwechslung und Spielspaß garantieren. Zusammenarbeit ist auch wichtig, wenn es darum geht sich von einer Plattform zur anderen zu schwingen.  Quelle: PC GAmes Zusammenarbeit ist auch wichtig, wenn es darum geht sich von einer Plattform zur anderen zu schwingen.  Die Kollisionsabfrage hat uns allerdings einige Male irritiert und auch Frustmomente verursacht. Die kleinen Roboter können über flache Ebenen rutschen, wodurch sie schneller vorankommen. Allerdings war nicht immer ersichtlich, wo diese begehbaren Ebenen anfangen und aufhören. Dadurch sind wir gerne mal an Kanten hängengeblieben oder wurden über das Ziel hinausgeschleudert.

Zusammen ist man weniger alleine

Das Spiel wurde klar mit Fokus auf den kooperativen Modus designt. Dadurch wirken Teile der Solo-Kampagne monoton und undurchdacht. Viele Mechaniken funktionieren deutlich schlechter oder sind schwerer auszuführen als im kooperativen Modus. Im Koop-Modus hängt alles von einer gelungenen Absprache mit unserem Kollegen ab, ohne die Mithilfe des Partners funktioniert nichts. Einmal müssen wir einen Schalter betätigen, damit der Partner auf die andere Seite eines Abgrunds kann, ein anderes Mal sind wir mit einem Seil aneinandergebunden und schwingen uns von Magnetwand zu Magnetwand, während wir an der Seite eines Berges hängen.

An einem anderen Punkt muss man wiederum verschiedene Teile einer Pinball-artigen Konstruktion steuern, um einen Ball an die richtige Stelle zu bekommen. Ein Level, welcher uns auf die nicht-positive Art und Weise Kopfzerbrechen bereitete, war ein Wasser-Abschnitt. Die Steuerung des Bootes, welches wir dort benutzen, wurde leider gehörig verhunzt, sodass wir unnötig viel Zeit mit dieser Passage verschwendeten. Wie bei einem Pinball-Automaten können wir mit dieser Konstruktion die Schläger und offenen Kreise steuern. Ziel ist es den Ball in die Röhre zu bekommen, damit sich das Tor öffnet. Quelle: PC Games Wie bei einem Pinball-Automaten können wir mit dieser Konstruktion die Schläger und offenen Kreise steuern. Ziel ist es den Ball in die Röhre zu bekommen, damit sich das Tor öffnet.

Reise durch den Farbkasten

Wenigstens die lustigen Animationen der drollig designten Roboter hielten uns durchgehend bei Laune. Das charmante Design, welches an R2D2 aus Star Wars erinnert, ist definitiv ein Highlight. Die Welten, die man nach und nach bereist, bieten sehr viel Abwechslung und sind toll gestaltet. Als Spieler fühlt man sich in dieser unbeschwerten, farbenfrohen Welt einfach wohl! Neue Orte und Mechaniken werden meist mit kurzen, stimmungsvollen Zwischensequenzen vorgestellt, die allerdings die Performance des Spiels in die Knie zwingen. Generell läuft das Spiel trotz der minimalistischen Grafik nicht immer rund. Hier helfen wir den Bewohnern bei der Holzproduktion, indem wir nicht nur selber Holz sägen, sondern auch die Förderbänder kontrollieren. Quelle: PC Games Hier helfen wir den Bewohnern bei der Holzproduktion, indem wir nicht nur selber Holz sägen, sondern auch die Förderbänder kontrollieren. Abschließend lässt sich sagen, dass man Biped unbedingt im Koop-Modus erleben sollte, da dort die innovativen Spielmechaniken perfekt ineinandergreifen. Überzeugte Solisten hingegen erwartet nur Durchschnitt.

Meinung und Wertung

Meinung

Wertung zu Biped (PC)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
Innovative SteuerungGelungene Koop-ElementeSpaßige Rätsel und MechanikenTolles Charakterdesign
Kurze SpielzeitNervige WasserlevelSteuerung manchmal nicht direkt und flüssigSchlechte Performance in Zwischensequenzen
Fazit

Biped ist kurzweiliges Abenteuer mit großem Koop-Spaß, aber auch kleinen Fehlern.

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