Es braucht ein BioShock Remake: 2K Games, wärt ihr so freundlich?
Kolumne 17,99 €
Atomic Heart ist nett, ohne Frage. Aber den Hunger unseres Autors nach einem spirituellen BioShock-Nachfolger konnte der Shooter-RPG-Mix nicht befriedigen. Deshalb fordert er: Die Welt braucht ein BioShock-Remake, besser früher als später!
"Gar nicht mal so schlecht geworden, das russische BioShock!" Diese Worte waren in den vergangenen Tagen, rund um den Release von Atomic Heart oft zu hören. Denn auch, wenn der Ego-Shooter mit Rollenspiel-Elementen jetzt endlich für PC und Konsolen erschienen ist und in Tests unter Beweis gestellt hat, dass er zahlreiche eigene Ideen hat, werden die Leute nicht müde, ihn mit anderen Spieleserien zu vergleichen: Etwas Wolfenstein soll drinstecken, ein wenig Doom, Metro, Stalker, Half-Life. Oder eben ganz prominent: BioShock.
Das ist nicht abwegig. Beide Spiele teilen sich einige Gemeinsamkeiten, angefangen beim Genre. Auch beim retrofuturistischen Setting, dem absolut kreativen Welten- und Gegnerdesign oder dem Gameplay mit Knarren und übernatürlichen Fähigkeiten lassen sich Parallelen ziehen. Wer dazu mehr wissen möchte, kann sich ja einfach mal meinen großen Vergleich zwischen den beiden Spielen durchlesen. Den habe ich euch einfach mal hier verlinkt.
Für das Video habe ich natürlich nochmal in das originale BioShock (jetzt kaufen 44,24 € / 17,99 € ) reingespielt und für mich ein wenig überraschend festgestellt: Das macht ja immer noch ordentlich Laune! Der Art-Déco-Stil von Rapture ist zeitlos chic, die Story rund um den geplatzten Traum einer perfekten Gesellschaft unverändert tragisch und die Big Daddys sind mit ihrem unheilvollen Grollen beängstigend wie eh und je. Die Plasmide ballern auch noch richtig gut. Ich surfte also ein paar Stunden lang auf einer wunderschönen Nostalgiewelle.
Wo bleibt eigentlich BioShock 4?
Danach kickte aber schnell die Enttäuschung rein: Wieso gibt's heutzutage eigentlich keine spirituellen Nachfolger, der dem Spielgefühl von BioShock das Wasser reichen kann? Zumindest Atomic Heart wollte in mir nicht dieselbe Begeisterung hervorrufen, auch wenn ich ihm seine absolut vorhandenen Qualitäten nicht absprechen möchte. Es fehlt der letzte Biss. Was unfassbar schade ist, denn viele Alternativen gab und gibt es im Genre aktuell nicht.
BioShock 4 ist wohl noch Jahre entfernt. Bis heute haben wir noch nichts Offizielles zu dem Projekt gesehen. Und das, obwohl es seit 2019 offiziell in Entwicklung ist! Es wird lediglich gemunkelt, dass es in einer antarktischen Stadt namens Borealis spielen, eine Art Open World haben, und auf der Unreal Engine 5 basieren könnte. Gleichzeitig heißt es laut Insider-Berichten aber auch, dass es bei Entwickler Cloud Chamber ordentlich im Getriebe hakt. 2K soll mit dem bisher Gesehenen überhaupt nicht zufrieden sein und Nachjustierungen gefordert haben. Angeblich wurden 40 Mitarbeiter entlassen, darunter sogar einige namhafte Führungskräfte. Da erwarte ich in naher Zukunft also eher nichts.
Quelle: Ghost Story Games
Ken Levines neues Werk Judas wurde auf den Game Awards 2022 vorgestellt.
Bis zum Release von Judas, dem neuen Projekt von BioShock-Schöpfer Ken Levine, ist es wahrscheinlich auch noch ein Weilchen hin.
Hier bekamen wir zu den Game Awards 2022 immerhin einen Trailer zu sehen, der richtig Bock auf mehr gemacht hat: ein zerfallendes Raumschiff, eine gechippte Hand, aus der Feuer schießt, ein mechanischer Hund, den man reiten kann? Her damit! Wo muss ich unterschreiben? Aber auch hier ist wohl Geduld gefragt: Laut eines Finanzberichts von Publisher Take Two soll der Titel erst im März 2025 das Licht der Welt erblicken - sofern denn alles glattläuft. Und das ist bei Projekten mit Levines Beteiligung nicht immer der Fall.
Die BioShock Collection reicht nicht!
Was also macht man, um Fans die Wartezeit zu versüßen? Ich für meinen Teil habe da eine Frage recht naheliegende Lösung: Bringt doch einfach ein Remake von BioShock auf den Markt!
Ja, ich sehe absolut das Problem einer Neuauflage: So wirklich rechtfertigen lässt sich die nicht. Das Original des Shooter-Klassikers geht zwar stark auf die 20 zu, allerdings gab es ja erst 2016 im Rahmen der BioShock Collection ein hübsch aufpoliertes Remaster. Jetzt, keine sieben Jahre später, erneut eine überarbeitete Version rauszuhauen - das käme wohl nicht bei jedem gut an. Da würde schnell die Anschuldigung eines billigen Cashgrabs durch den Raum fliegen. Was will man schließlich an einem Titel ändern, der auch heute noch von vielen als Meilenstein des Mediums Videospiele angesehen wird?
