Tim Burtons neuer Film ist schwer zu beschreiben. Macht nichts. Ihn als Heimkinofreund nicht auf DVD zu haben, wäre viel schlimmer
In der Welt des Films denkt man gerne in Schubladen. George Lucas ist der Mann für Sternenkriege, Jerry Bruckheimer lässt es krachen und Peter Jackson ist der Herr der Ringe. Nur Tim Burton passt nirgendwo hinein. Kein Wunder, sind seine Filme doch unvergleichlich magische Erlebnisse.
Tim der Zauberer
Zwischen finanziellen Erfolgen wie "Batman" (1989), "Batmans Rückkehr" (1992) und dem umstrittenen Remake von "Planet der Affen" (2001) nimmt sich Burton immer wieder Zeit für außergewöhnliche Projekte wie "Ed Wood" (1994) oder "Mars Attacks!" (1996), denen er seinen ganz persönlichen und unverwechselbaren Stil aufdrückt. Dafür lieben ihn nicht nur seine Fans im Publikum. Auch unter Hollywood-Stars gilt die Devise, dass man einem Tim Burton nicht absagt, wenn er eine Rolle zu vergeben hat.
Das hat zwei Gründe: Zum einen ist die Zusammenarbeit mit Burton ein höchst angenehmer Zeitvertreib, zum anderen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man als Schauspieler ein großes Publikum erreicht. Das belegen die Einspielergebnisse. Allein in Nordamerika spielten die zehn Filme Burtons fast eine Mrd. Dollar ein.
"Big Fish" gehört mit Gesamtkosten von ca. 95 Mio. und einem US-Box Office von 66,9 Mio. zwar nicht zu den Überfliegern, kommt bei aller Kompliziertheit der Story weltweit aber auf 122,5 Mio. Durch zusätzliche Einnahmen aus dem DVD-Geschäft dürfte sich die Investition in diese Produktion also gelohnt haben. Die Story basiert auf dem gleichnamigen Roman von Daniel Wallace, der die Beziehungen zu seinem Vater und seinem Sohn verarbeitete.
"Bloomige" Phantasie
Edward Bloom (Albert Finney) hat ein erfülltes Leben hinter sich. Ob seine Mitmenschen es hören wollen oder nicht, Edward prahlt mit den verrücktesten Geschichten aus seiner Vergangenheit und landet damit immer im Mittelpunkt des Interesses. Auf der Hochzeit seines Sohnes Will (Billy Crudup) ist es wieder mal soweit. Will hat endgültig genug, verwirft sich mit seinem Vater und zieht nach Paris. Jahre später erfährt er durch seine Mutter Sandra (Jessica Lange), dass Edward im Sterben liegt. Will kehrt zurück und versucht ein letztes Mal zu verstehen, was für ein Mensch sein Vater war.
