Big Farm Story in der Vorschau: Wir ziehen auf den virtuellen Bauernhof
Special
Farmsimulationen schießen seit Jahren aus dem Boden wie frische Feldfrüchte und rufen sogleich Erinnerungen an beliebte Vertreter wie Stardew Valley oder Harvest Moon wach. Der neueste Titel dieses Genres heißt Big Farm Story. Die erste Computersimulation der Browsergame-Entwickler Goodgame Studios ist seit Kurzem als Early-Access-Version auf Steam erhältlich. Wir haben schon einmal einen Blick in das idyllische Farmleben geworfen und geben euch einen Einblick in die heile Bauernhofwelt.
Seit dem 20. August 2020 ist das Farm-Simulationsspiel Big Farm Story als Early-Access-Version auf Steam und ausschließlich für den PC erhältlich. Die Entwickler, Goodgame Studios, sind bisher vor allem für Browser- und Handygames bekannt und veröffentlichen mit Big Farm Story ihr erstes Spiel, welches aus diesem Schema ausbrechen soll.
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Doch kann man einem so abgegrasten Genre noch etwas Neues, Spannendes abgewinnen? Wir haben Big Farm Story angespielt und geben euch einen kleinen Einblick in das Bauernhofleben.
Old MacDonald had a farm ...
Quelle: PC Games
Am Anfang des Spiels müssen wir erstmal unseren Hof aufräumen, der vom Sturm verwüstet wurde.
Die Vorgeschichte des Spiels ist schnell zusammengefasst: Unser Opa verschwindet unter ungeklärten Umständen nach einem Sturm und wir übernehmen seinen Bauernhof, der leider vom Unwetter verwüstet wurde. Wir müssen also versuchen, den Hof in seiner Abwesenheit wiederaufzubauen, ihn zu pflegen und gleichzeitig in Quests Hinweise auf den Verbleib unseres Großvaters zu finden.
Quelle: PC Games
Am Stand auf unserem Bauernhof können wir Saatgut kaufen und Feldfrüchte verkaufen.
Auf der Farm haben wir dieselben Aufgaben wie in den meisten anderen Bauernhofsimulationen: Mit unserem niedlichen Avatar bewirtschaften wir Felder, kümmern uns um Tiere wie Hühner und Kühe und verdienen Münzen mit dem Verkauf unserer Produkte. Hier fällt bereits eine Ähnlichkeit zu Mobilegames auf, die am PC aber reichlich unpraktisch ist: Wir können nicht mehrere Felder markieren, um zu säen oder zu gießen, sondern müssen jedes einzeln anklicken und eine Aktion auswählen. Das ist ziemlich langatmig, vor allem, wenn man schon mehrere Beetflächen freigeschaltet hat.
Eine Farm müssen wir zum Säen und Ernten nicht extra aufbauen: Alle Gebäude sind bereits an Ort und Stelle, es müssen nur die Schäden des Sturms mit den entsprechenden Materialien repariert werden, um sie zu verwenden. Das ist übersichtlich, schränkt uns jedoch auch etwas ein: Wir können nicht selbst darüber bestimmen, wie unsere Farm aufgebaut ist, wir können nur das modifizieren, was schon da ist.
Quelle: PC Games
Gegenstände und freie Flächen in unserem Bauernhaus können wir nach Belieben modifizieren.
Ebenso können wir auch in unserem kleinen Bauernhäuschen an vorbestimmten Stellen das Design von Gegenständen anpassen, dürfen sie allerdings wie schon auf unserem Hof nicht frei gestalten oder platzieren. Mittels zukaufbarem DLC erhalten wir am Anfang bereits ein paar kleine Möbel und Accessoires für unser Haus, die wirklich hübsch aussehen, eine tatsächliche Funktion besitzen sie allerdings nicht. 15 Euro kostet der Spaß - dieses Geld sind die kleinen Accessoires definitiv nicht wert.
Führen wir Aktionen auf unserem Bauernhof durch, können wir Erfahrungspunkte sammeln und im Level aufsteigen. Bei jedem neuen Level können wir dann zur Belohnung zwischen verschiedenen Fähigkeiten, sogenannten Stickern, wählen.
Die lieben Nachbarn
Quelle: PC Games
Der Bürgermeister, die Marktfrau und der Landarzt sind drei der Figuren, die wir in der Nachbarschaft kennenlernen.
In der aktuellen Early-Access-Version können wir bereits zwei benachbarte Bauernhöfe, ein kleines Wäldchen und den angrenzenden Ort mitsamt Dorfplatz besuchen. Dort finden sich einige NPCs, die wir in Haupt- und Nebenquests kennenlernen. Auf der Suche nach unserem verschollenen Opa werden wir von unserer Nachbarschaft immer wieder zum Helfen oder Mitarbeiten abkommandiert.
Viele Quests gibt es noch nicht, wir kriegen erst mal nur kleine Hinweise auf den Verbleib unseres Großvaters und müssen ansonsten vor allem Leuten helfen und ihnen die Früchte unserer Feldarbeit bringen. Dabei lernen wir zwei Bauernfamilien, einen Landarzt, den Bürgermeister des angelegenen Ortes und eine etwas schrullige Marktfrau mit ihrem Alpaka Mo kennen.
Quelle: PC Games
Alpaka Mortimer ist zum einen sehr süß, zum anderen kann er uns behilflich sein, Waren auszuliefern und zu verkaufen.
Letzterer ist einer der süßesten Charaktere in Big Farm Story. Aber nicht ganz so süß wie unser eigenes kleines Haustier, das uns stets begleitet. Dieses hat nicht viel Bewandtnis für die Spielmechanik - nur selten findet es Gegenstände auf dem Boden -, es ist aber putzig anzusehen. Noch können wir nur mit einem Ferkel um die Häuser ziehen, weitere Haustierbegleiter sollen laut Entwicklerstudio folgen.
Die Dialoge mit den Nachbarn sind nett, aber eher brav und wenig überraschend gestaltet. Die Figuren präsentieren sich zudem bisher eher oberflächlich und wenig tiefgründig, aber was nicht ist, kann noch werden: Neue Quests sollen regelmäßig dazu kommen und könnten noch mehr Nachbarn und noch mehr Charaktereigenschaften enthüllen. Zudem sollen neue Gebiete hinzukommen, die man auch schon auf der Karte sehen kann. Bisher lassen sich nur die absoluten Anfänge des Hauptplots anspielen.
Verpackt wird die kleine Geschichte mittels einer simplen, aber süßen Grafik im Comicstil. Diese ist nicht allzu detailliert und erinnert stark an Handyspiele, passt mit ihrem niedlichen Stil jedoch gut zur fröhlichen Bauernhofwelt.
Zirp, Zirp, Zirp ...
Leider sind die Optionen im Spiel so schnell ausgeschöpft wie unser Brunnen: Die meiste Zeit sehen wir nur Feldfrüchten beim Wachsen und Hühnern beim Brüten zu. Sogar auf unsere Wasserquelle müssen wir warten, bis sie sich wieder gefüllt hat. Dieses unaufgeregte Spielprinzip könnte man als entspannend oder beschaulich bezeichnen, wir empfanden es aber eher als ermüdend. Auch die Ressourcen, die wir auf anderen Höfen oder im Wald finden, sind meist schnell abgegrast und danach müssen wir eine ganze Weile warten, bis sie sich erneuern. Im Gegensatz zu anderen Farmspielen können wir nämlich unser Bett nicht nutzen, um uns hinzulegen und Wartezeit verstreichen zu lassen.
Quelle: PC Games
Viele Gebiete sind noch versperrt und werden wohl erst im Laufe der Early-Access-Phase geöffnet.
Trotz der fehlenden Ausruhphasen gibt es Tageszeiten: Je nach Uhrzeit verändert sich die Lichtstimmung. Das ist allerdings der einzige große Unterschied - wenn es Nacht über unserer Farm wird, wird es eben dunkel. Wir treffen in dieser Zeit keine anderen NPCs an, es wachsen keine besonderen Pflanzen und wir haben auch sonst keine spannenden Möglichkeiten zur Betätigung, außer, dass sich ein bestimmter Fisch nur nach Sonnenuntergang fangen lässt. Am Anfang können wir zudem gar nicht im Dunkeln angeln, denn dazu brauchen wir eine spezielle Fähigkeit. Es bleibt abzuwarten, ob der Nachtmodus in Zukunft noch ein paar Neuerungen erhalten wird.
Ähnlich verhält es sich mit den Jahreszeiten in Big Farm Story. Bisher gibt es nur den Frühling, das System soll allerdings erweitert werden und macht neugierig auf neue Ressourcen und Anbaumöglichkeiten.
Noch ist Big Farm Story also eher in der Rohfassung und auch der bereits erschienene Premium-DLC bietet keine relevanten Spielinhalte, sondern fast nur Dekoelemente. Unseren Haustierbegleiter können wir zum Beispiel von einem Schwein in ein Einhornschwein umwandeln. Außerdem erhalten wir Sonnenblumensamen, die beim Ernten Erfahrungspunkte geben, wodurch wir weitere Level aufsteigen. Das wirkt in einem Spiel, das nicht als Browser- oder Handygame mit Mikrotransaktionen konzipiert ist, eher befremdlich.
Goodgame Studios versprechen allerdings alle zwei Wochen neue Updates mit Verbesserungen, das Farmingspiel kann sich im kommenden halben Jahr, bis der eigentliche Release geplant ist, also noch stark durch neue Inhalte verändern. Ein genaues Enddatum der Early-Access-Phase ist noch nicht festgelegt.
