Biathlon besteht bekanntlich aus Langlauf und Schießen. In dieser Simulation macht nur Letzteres Spaß.
Im olympischen Winter präsentieren sich Kati Wilhelm, Alexander Wolf und der Rest unserer Skijäger in Bestform. Da wäre es doch schön, wenn die Simulation Biathlon 2006 ebenfalls das Potenzial für eine Spitzenplatzierung hätte. Doch wie Sie wahrscheinlich am Gebrauch des Konjunktivs gemerkt haben, knüpft Biathlon 2006 an die bescheidenen Vorgänger an. Zwar bietet es zahlreiche Wettbewerbe und einen ganz guten Karrieremodus, aber die eigentliche Simulation der Sportart ist noch immer weit davon entfernt, dauerhaft Spaß zu machen -- von der schwachen Technik mal ganz zu schweigen.
Old Zitterhand
Fangen wir mit dem positiven Teil an: Die Schießeinlagen im stehenden und liegenden Anschlag sind sehr realistisch umgesetzt. Sie visieren die Scheiben an, wobei das zitternde Fadenkreuz das Zielen erschwert. Die Lösung des Problems: Per Knopfdruck hält Ihr Sportler wie echte Athleten kurz den Atem an, um das Wackeln abzustellen -- so weit, so realistisch. Beim so genannten Sommerbiathlon schießen Sie übrigens stehend mit Pfeil und Bogen und rennen über die Strecke, mehr als eine nette Dreingabe ist das aber nicht.
Unrealistisches Laufen
Wenn es um das Laufen zwischen dem Schießen geht, hört es mit der Wirklichkeitsnähe auf. Die große Kunst besteht darin, die Kraft so effektiv einzuteilen, dass Ihr Biathlet schnell ist, sich aber auch nicht überanstrengt und vor Erschöpfung zusammenbricht. Allerdings folgt das Programm dabei eigenen Regeln. So bestimmt beispielsweise hauptsächlich der einstellbare Krafteinsatz, wie sehr sich ein Sportler verausgabt. Als Ergebnis sinkt die Konditionsanzeige sogar, wenn die Athleten bergab fahren -- und das ist völlig unrealistisch.
Gleiches gilt auch für die angezeigten Werte für Geschwindigkeiten und Puls. Auf den Laufstil wie »Doppelstockschub« oder »Skating 1:1« haben Sie im Unterschied zum Vorgänger übrigens keinen Einfluss mehr, das macht Ihr Schützling jetzt automatisch.
Georg Valtin
