Beyond a Steel Sky: Preview zur Fortsetzung des Cyberpunk-Adventures - unser Trip nach Union City

Special Maci Naeem Cheema
Beyond a Steel Sky: Preview zur Fortsetzung des Cyberpunk-Adventures - unser Trip nach Union City
Quelle: Revolution

Ganze 26 Jahre mussten sich Fans des beliebten Adventures Beneath a Steel Sky gedulden, nun ist es aber endlich soweit - zumindest fast. Mit Beyond a Steel Sky kehren wir zurück in die dystopische Zukunft Australiens und besuchen einmal mehr die Mega-Metropole Union City. Wir durften Beyond a Steel Sky ausführlich anspielen und verraten euch, für wen sich der Trip besonders lohnt. Außerdem durften wir mit Entwickler-Legende Charles Cecil über das ambitionierte 3D-Adventure quatschen.

Beneath a Steel Sky gehört neben vielen Lucas-Arts-Klassikern zu den großen Adventure-Titeln der 90er Jahre. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung im Jahr 1994 war meine Wenigkeit gerade einmal zwei Jahre alt. Natürlich wurden in den folgenden Jahren legendäre Titel wie The Secret of Monkey Island oder Day of the Tentacle nachgeholt, das Kultspiel Beneath a Steel Sky war für mich aber vor meiner mehrstündigen Anspiel-Session so bekannt wie etwa das Geheimnis eines perfekt gegarten Rinderbratens - also gar nicht. Wem es da ähnlich geht, dem sei gesagt: Das britische Entwicklerstudio Revolution Software, welches 1990 unter anderem von Charles Cecil gegründet wurde, ist außerdem berüchtigt für die legendäre Baphomets Fluch-Reihe. Ebenfalls wichtig ist, dass man den Vorgänger nicht gespielt haben muss, um in den Genuss von Beyond a Steel Sky zu kommen. In dieser Vorschau verrate ich euch, wie gut es Revolution Software gelingt, den 26 Jahre alten Vorgänger sinnvoll weiterzuführen und was genau auf neue (und alte) Spieler in der Metropole Union City wartet. Zudem hatten wir die Gelegenheit, mit Charles Cecil persönlich über das ambitionierte Herzensprojekt zu plaudern.

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Die Rückkehr nach Union City

Protagonist Robert Foster wurde in der Einöde großgezogen, die ist ihm auch weit lieber als die hektische Metropole Union City. Quelle: Revolution Software Protagonist Robert Foster wurde in der Einöde großgezogen, die ist ihm auch weit lieber als die hektische Metropole Union City. Das 1994 veröffentlichte PC- und Amiga-Adventure Beneath a Steel Sky erzählt die Geschichte des Ödländers Robert Foster, der seine jungen Lebensjahre beinahe ausschließlich im sogenannten Gap verbracht hat. Beim Gap handelt es sich um eine tödliche und lebensarme Einöde im dystopischen Australien. Mittelpunkt der Spielerfahrung von Beneath a Steel Sky ist aber die Mega-Metropole Union City, in die es Robert und seinen selbst entwickelten kleinen Robo-Kumpel Joey im Verlauf der Handlung verschlägt. Die ist zwar durch eine riesige Kuppel von der luftverseuchten und gefährlichen Außenwelt abgeschottet, doch auch innerhalb der Stadt lauern Feinde und Gefahren. Die größte ist eine alles kontrollierende und überwachende künstliche Intelligenz namens LINC, die Robert und Joey aber erfolgreich in ihre Schranken weisen. Zum Ende des Adventures übernimmt Joey die Kontrolle über die Stadt, Robert hingegen kehrt zu seinem Ödland-Leben zurück. Doch nun, 10 Jahre später, zwingt die Entführung des Jungen Milo Robert zurück in die mit Industriekomplexen gefüllte Großstadt. Der Zeitsprung wird übrigens unter anderem als Werkzeug genutzt, um die Geschichte für Kenner und Frischlinge gleichermaßen spannend zu gestalten. Die von Revolution Software in den Fokus genommenen Themen ähneln dabei stark denen des Vorgängers: Persönlichkeitsrechte, Privatsphäre und soziale Kontrolle durch technologischen Fortschritt.

Bevor Robert aber Kontakt zu seinem alten Kumpel Joey aufnehmen und so den Spuren des Entführers weiter folgen kann, muss erst einmal ein Weg in die Stadt gefunden werden. Und das gestaltet sich weitaus schwieriger zunächst vermutet. Ohne gültige ID bleiben die Tore von Union City nämlich verschlossen. In klassischer Adventure-Manier redet und knobelt man sich schrittweise den Weg zur Lösung. Dabei ist ein neues und spannendes Feature, dass es davon gleich mehrere gibt. Rätsel können auf unterschiedliche Arten gelöst werden. Mich würde es nicht verwundern, wenn nach diesem Satz der ein oder andere Adventure-Enthusiast mit der Stirn runzelt. "Moment mal. Machen mehrere Lösungswege die Rätsel dann nicht um ein Vielfaches einfacher?!" Falsch gedacht. Im Interview bestätigt Cecil zwar, dass es kein leichtes Unterfangen war, die Dynamik der Rätsel zu erhöhen, ohne dabei ihre Komplexität und ihren Anspruch zu opfern. Doch bevor sich multiple Lösungsweg Das Team hat viel Arbeit investiert, um Beyond a Steel Sky wie einen spielbaren Comic aussehen zu lassen. Quelle: Revolution Software Das Team hat viel Arbeit investiert, um Beyond a Steel Sky wie einen spielbaren Comic aussehen zu lassen. e ergeben, muss man als Spieler erst verstehen, wie die Welt funktioniert und was das Rätsel eigentlich von uns abverlangt. Tatsächlich geht das Prinzip - zumindest in der anspielbaren Demo - gut auf. Die Rätsel sind nicht zu schwer, fordern aber auf einem angenehmen Level. Ich lehne mich hier mal aus dem Fenster und sage: Im Bereich der Rätsel, der Geschichte und der humorvollen Charaktere sollte Beyond a Steel Sky f (jetzt kaufen 26,55 € )üür grinsende Gesichter bei Fans und Neuankömmlingen sorgen - soweit die Qualität nach der von mir angespielten Passage von Revolution Software gehalten werden kann. Abgesehen davon hat sich das Team aber auch Neues einfallen lassen: Zum Beispiel ein Universal-Hacking-Tool, auf das Robert jederzeit zugreifen darf.

Frischer Wind im Adventure-Genre

Es gibt auch imposante Umgebungen in Beyond a Steel Sky. Die Abwechslung der Orte war bereits in der Demo vielversprechend Quelle: Revolution Software Es gibt auch imposante Umgebungen in Beyond a Steel Sky. Die Abwechslung der Orte war bereits in der Demo vielversprechend Cecil und sein Team haben sich durchaus Gedanken gemacht, wie man das angestaubte Adventure-Spielprinzip modernisieren und auffrischen kann. Ein Ergebnis ist das neu eingeführte Hacking-Tool. Damit lassen sich Abläufe von bestimmten Geräten verändern und anpassen. Für ein besseres Verständnis ein kurzes Beispiel: An einer bestimmten Stelle in der Anspieldemo ist Robert angewiesen auf eine Batterie eines veralteten Roboters, die Gründe dafür erläutere ich aus Spoilergründen bewusst nicht. Im Gespräch kann zwar nett darum gebeten werden, die alte Blechbüchse ist aber wenig begeistert von meinem Vorhaben, ihn für alle Ewigkeit auszuknipsen - kaum verwunderlich. Daraufhin gibt es gleich mehrere Möglichkeiten, mit der Situation umzugehen. Eine davon ist es, ein Förderband so zu manipulieren, dass Metallkisten zum tödlichen Geschoss werden. Es gibt jedoch auch diverse andere Optionen. Die sind zwar ähnlicher Natur, doch durch minimalistische Abwandlungen im Rätselverlauf gewinnt Beyond a Steel Sky tatsächlich einen frischen und dynamischeren Anstrich als andere Adventure-Titel. Im Kern ist Beyond a Steel Sky also ein waschechtes Adventure, umhüllt ist es aber auffällig modern. Das gilt auch für die visueller Erscheinung. Revolution Software greift nämlich auf einen schicken Cel-Shading-Look zurück. Der erinnert in den ersten Spielminuten stark an Spiele der Telltale-Studios, bei genauerer Betrachtung zeigt sich aber viel Liebe zum Detail und ein allgemein aufgehübschteres Gewand.

Visuell hübsch, modern und kreativ

Revolution Software war es wichtig, einen eigenen Cyberpunk-Ansatz zu finden, der sich von Größen wie Blade Runner unterscheidet. Hat geklappt, wenn ihr uns fragt. Quelle: Revolution Software Revolution Software war es wichtig, einen eigenen Cyberpunk-Ansatz zu finden, der sich von Größen wie Blade Runner unterscheidet. Hat geklappt, wenn ihr uns fragt. Wie auch beim Vorgänger liegt die visuelle Verantwortung wieder bei der Comic-Legende Dave Gibbons, der vor allem bekannt ist als Co-Erschaffer und Zeichner der Watchmen-Reihe. Cecil und Gibbons sind nach der Veröffentlichung von Beneath a Steel Sky gute Freunde geblieben und ein Sequel zum Adventure-Klassiker war ein Thema, das immer mal wieder aufkam. Ganz besonders, weil beide das Universum und ihre Charaktere sehr ins Herz geschlossen haben. Beyond a Steel Sky in die Richtung eines spielbaren Comics zu entwickeln war ebenfalls ein großer Ansporn für das Duo. Das ein Sequel so lange auf sich warten ließ, hatte auch viel damit zu tun, dass Adventures schon lange als ein eher totes Genre gelten.

Durch den starken Indie-Hype und dem damit verbundene Indie-Publishing eröffnete sich aber endlich die Chance, die Umsetzung zu Beyond a Steel Sky in Angriff zu nehmen. Zu den auffälligen Merkmalen von Beyond a Steel Sky zählt zuallererst der bereits erwähnte Cel-Shading-Look, der die dystopische, aber bunte Spielwelt toll in Szene setzt. Die Szenerie erinnert meist stark an einen Mix aus Mad Max und Cyberpunk. Dank des Fingerspitzengefühls und der Kreativität des Teams lassen sich in jeder Szene interessante Details im Hintergrund erblicken, die der Spielwelt eine angenehme Tiefe geben. Die Geschichte wird passenderweise komplett in Comic-Manier präsentiert, mitsamt Panels und Sprechblasen. Für mich als Comic- und Graphic Novel-Fan ein Fest! Doch ich bin mir sicher, dass Spieler dem Look auch viel abgewinnen können, selbst wenn bunte Bildergeschichten nicht die liebste Unterhaltung sind.

Technisch (noch) nicht einwandfrei

Auf den ersten Blick könnte man denken, Telltale-Spiele und Beyond a Steel Sky teilen sich den selben Look. Jedoch überzeugt der neue Revolution-Titel grafisch weitaus mehr.  Quelle: Revolution Software Auf den ersten Blick könnte man denken, Telltale-Spiele und Beyond a Steel Sky teilen sich den selben Look. Jedoch überzeugt der neue Revolution-Titel grafisch weitaus mehr.  Doch nicht alles an Beyond a Steel Sky überzeugt, es gibt einige Störfaktoren. Selbst nach mehreren Spielstunden war Kamera, die viel zu nah an der Spielfigur ist, ein Hindernis. Bei einem Spiel, in dem es darum geht, die Umgebung nach Hinweisen abzusuchen, ist das besonders ärgerlich. Die Anspielversion lief zudem nicht technisch reibungsfrei. Mal hat es sich mein Gesprächspartner ganz spontan auf einem Pfosten "gemütlich" gemacht, an anderer Stelle war er (oder sie) nicht mal von der Kamera eingefangen. Statt in das Gesicht der Figur zu blicken, schaute ich stattdessen genau auf deren Schultern. Einmal waren die Probleme so heftig, dass nur ein Neustart half.

Beyond a Steel Sky ist für 2020 datiert, einen festen Termin gibt es noch nicht. Revolution Software hat also noch Zeit, einzelne Fehler zu beheben und allgemein an der Technik zu schrauben. Der tolle Humor, die irrwitzigen Charaktere und vor allem die spannende Spielwelt und ihre Atmosphäre haben es mir aber jetzt schon echt angetan. Die Spielmechaniken funktionieren ebenfalls sehr gut. Und außerdem sehr wichtig: Im Gespräch mit Cecil und beim Spielen der Demo merkt man schnell, wie viel Herzblut in das Projekt gepumpt wurde. Und für mich verspricht das meist etwas gutes. Beyond a Steel Sky erscheint im Laufe des Jahres für Konsolen, den PC und Apple Arcade.

Meinung

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