Below: Nicht alles, was unter der Erdoberfläche schlummert, ist ein Schatz.

Test Katharina Pache
Below: Nichts alles, was unter der Erdoberfläche schlummert, ist ein Schatz. (1)
Quelle: Capybara Games

Below ist einzigartig. Das heißersehnte Indie-Spiel von Capybara Games glänzt mit phantastischem Sound, interessanter Spielwelt und einer Atmosphäre, deren Intensität ausgewachsene Horror-Games vor Neid erblassen lässt. Doch es liegt an der Spielmechanik, dass Below trotz der gelungenen Präsentation wohl nur ausgesuchte Spieler ansprechen wird.

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  1. 1 Fazit und Wertung

Geduld ist eine Tugend. Below (jetzt kaufen ) von Capybara Games (Super Time Force Ultra, Superbrothers: Sword & Sorcery EP) wurde 2013 auf der E3 vorgestellt, erschienen ist es erst kurz vor Weihnachten 2018 - und selbst das Intro lässt euch warten! Minutenlang beobachtet ihr ein winziges Schiff auf hoher See, bis es endlich an der Küste der Insel anlegt, deren Höhlensystem ihr erforschen werdet. Warum? Eine Erläuterung liefert das Spiel nicht, aber die kleinen Helden werden ihre Gründe haben. Sofort nach dem virtuellen Ableben steht nämlich schon der nächste Recke in den Startlöchern, zwar ohne die ganze Ausrüstung, die ihr auf dem Weg in die Dunkelheit gesammelt habt, dafür aber mit dem Wissen, was den letzten Untergang heraufbeschworen hat.

Nur: Dieses Wissen schützt nicht zwangsläufig vor dem nächsten Bildschirmtod. Das liegt an den Survival-Elementen des Indie-Roguelike-Adventures. Gäbe es nicht die Hunger-, Durst- und Kälteleiste, Below wäre ein ziemlich simples Action-Adventure mit prozedural generierten Umgebungen, ein paar Rätseln und einfachem Kampfsystem. Per Schild, Schwert und Bogen (später kommen ein paar weitere Waffen hinzu) setzt ihr euch zur Wehr, erst gegen winzige Kristallkreaturen, später gegen Feuermagier, Tentakelmonster und Laser verschießende Kolosse. Ausrüstung wie Pfeile, Bomben und Pflaster craftet ihr unterwegs aus drei Zutaten - die Rezepturen sind weitestgehend logisch, sodass man die nützlichen Item-Kombinationen bald aus dem Stegreif beherrscht. An dieser Stelle ein Hinweis auf unsere Einsteiger-Tipps zu Below mitsamt Crafting-Guide.

Ich geh mit meiner Laterne . . .

Allerdings müsst ihr euch nebenher mit den Bedürfnissen eures Helden herumschlagen. Ihr braucht Nahrung, also Fleisch und Gemüse, Trinkwasser und, wenn es kalt ist, Wärme in Form von Feuer. Durch die größtenteils zufällig generierten Umgebungen gibt es wenige Anlaufstellen, die sicher die benötigten Ressourcen spenden. Und je tiefer ihr in die Verliese hinabsteigt, desto seltener trefft ihr zum Beispiel auf Tiere zum Erlegen. Zwar könnt ihr in einem Schutzraum Vorräte ablegen, doch das Fassungsvermögen der Regale ist fast so begrenzt wie das eures Rucksacks - selbst nach dem Upgrade.
Der winzige Held klettert eine Kristallwand herab. Die weit von der Spielfigur entfernte Kamera betont, wie gewaltig das Höhlensystem ist. Quelle: PC Games Nicht alle Areale werden per Zufall generiert. Verbindungsräume und spezielle Gebiete sehen in jedem Durchgang gleich aus. Auch ohne die aufgezwungenen Beutetouren verbringt ihr viel Zeit mit Herumsuchen und Backtracken. Schuld daran ist unter anderem das Permadeath-System: Stirbt der Held, fängt der nächste wieder ganz von vorne am Strand an. Mit etwas Glück habt ihr vielleicht eine Abkürzung freigeschaltet oder ein Lagerfeuer in der Nähe des Todesortes in einen Schnellreisepunkt umgewandelt. Dann findet ihr fix die Leiche und damit auch Reste eurer Ausrüstung wieder. Ungekochte Nahrung verschwindet jedoch, weshalb ihr danach eventuell erst wieder einen Umweg nehmen (damit ihr nicht kurz darauf verhungert), oder zumindest euren Schutzraum zum Einsacken von Vorräten aufsuchen müsst.

Die Zombie-ähnlichen Bewohner der Nekropole sind einzeln nicht besonders gefährlich, vor Rudeln solltet ihr euch aber in Acht nehmen. Quelle: PC Games Das Kampfsystem ist simpel, aber effektiv. Auch aus der Deckung heraus könnt ihr zustechen und so Feinde ausschalten. Die frustrierendste Besonderheit von Below ist jedoch die magische Laterne, die ihr rasch nach Spielbeginn findet. Auf der ganzen Insel gibt es nur ein einziges Exemplar. Die Vorzüge der Leuchte sind bestechend: Sie markiert Fallen in der Nähe, kann zum Attackieren von Gegnern, zum Zerstören von Ranken benutzt werden. Außerdem erhellt die Laterne die allumfassende Dunkelheit unter Tage und macht Türen in die Tiefen der Dungeons passierbar, die ihr auf keinem anderen Weg öffnen könnt. Kurzum: Ihr braucht diese Lampe zwangsläufig, um weiterzukommen. Somit ist das Einsammeln der sterblichen Überreste nicht optional, wie bei den meisten anderen Spielen mit diesem Feature (Dark Souls, Salt & Sanctuary, Minecraft), sondern Pflicht. Und wehe dem, der auf dem Weg ein weiteres Mal stirbt - dann liegt die Laterne irgendwo auf der Etage, in der ihr zuerst gestorben seid, und zwar ohne Kartenmarkierung. Im schlimmsten Fall müsst ihr jeden Raum abklappern.

Da unten funkelt etwas

Durch den zähen Fortschritt spricht Below nur eine kleine Menge von Spielern an. Solltet ihr eine Toleranz gegenüber Grind-Phasen, Monotonie und Frustration haben, lohnt sich der Blick auf das ungewöhnliche Indie-Erlebnis trotz - oder vielleicht gerade wegen? - seiner Eigenheiten. Die Atmosphäre in Below ist fabelhaft, dazu tragen nicht nur das herausragende Sound-Design und der unheilvolle Soundtrack bei, auch optisch überzeugt das Indie-Spiel. Screenshots werden dem Titel nicht gerecht - beachtet bitte, dass wir die Bilder in diesem Artikel aufgehellt haben, damit man ein bisschen mehr erkennt.
Indem ihr das Schlüsselobjekt in den Stein einsetzt, lasst ihr die Zugbrücke hinab und steigt tiefer in das Verlies hinab. Quelle: PC Games Um tiefer in das Verlies hinabzusteigen, benötigt ihr oft einfach einen Schlüssel, den ihr in eine Vertiefung einsetzt, oder die Lampe, mit der ihr verschlossene Tore beleuchtet. Die winzige Spielfigur, die stimmungsvolle, spärliche Beleuchtung, die komplett fehlenden Erklärungen machen Below zu einem beinahe mystischen Erlebnis. Ganz alleine zieht ihr los, um die Rätsel der Tiefen aufzudecken - dabei zeigt sich das Spiel sehr genügsam und sollte auf so ziemlich jedem mehr oder minder aktuellen Spielerechner problemlos laufen. Die Steuerung erfolgt wahlweise per Controller oder mit Maus und Keyboard, beides funktioniert gut, allerdings lässt sich die Tastenbelegung nicht ändern. Wer nicht gerade mit der Nasenspitze auf dem Bildschirm klebt oder das Sichtvermögen eines Adlers sein Eigen nennt, könnte aber Schwierigkeiten mit der winzigen Schrift bekommen.

Bildergalerie

Der starke Unschärfeeffekt bei von eurem Charakter weiter entfernten Objekten und Figuren ist hingegen beabsichtigt, so soll der Spieler zum vorsichtigen Vorgehen animiert werden. Das funktioniert, wenn auch eher aus dem Grund, weil man nicht wieder durch eine Falle sterben, den ganzen Weg noch Mal gehen, Nahrung sowie Tränke farmen und die Laterne suchen möchte. Alles kommt zu dem von selbst, der warten kann? Nicht in Below.

Fazit und Wertung

Meinung

Wertung zu Below (PC)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
Wundervolle AtmosphäreEinzigartiges SpielerlebnisGelungenes Sound-Design und stimmungsvolle HintergrundmusikSolides, simples KampfsystemSpiel nimmt euch nicht an die HandLogische Crafting-MechanikSchön gestaltete Umgebungen, Etagen unterscheiden sich optisch deutlich voneinanderDeutsche TexteAbkürzungen, Lagerraum und Teleportation machen Backtracking ein klein wenig erträglicher
Aufgesetzte Survival-Mechanik verursacht Backtracking und GrindPflicht zum Aufsammeln der Laterne verursacht Backtracking und GrindKeinerlei Story, nur vage HinweiseGleichförmige, lahme Rätsel: Schlüssel sammeln, Laterne benutzenManchmal KI-Aussetzer bei FeindenMonotones SpielgefühlMassive FrustgefahrRennen- und Looten-Befehl auf gleicher Taste führt zu gelegentlich zu Game Over
Fazit

Packende Stimmung, tolle Atmosphäre, spielerisch jedoch sehr monoton - kein Spiel für Jedermann.

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