Bee Season

Test

Richard Gere verliert als übereifriger Judaist und ehrgeiziger Vater beinahe seinen Glauben und seine Familie

Bee Season Die neunjährige Eliza (Flora Cross) ist ein gänzlich durchschnittliches Mädchen mit eher schwachen schulischen Leistungen. Ihr Vater Saul (Richard Gere), ein Judaist und Synagogenkantor, legt all seine Hoffnungen auf den begabten Sohn Aaron (Max Minghella). Als Eliza in der Schule nicht nur den lokalen, sondern auch den Buchstabierwettbewerb auf Bezirksebene gewinnt, sieht Saul seine Tochter plötzlich mit ganz anderen Augen.

Die Aufmerksamkeit wendet sich immer mehr Eliza zu und die ohnehin instabile Struktur der Familie gerät zunehmend aus dem Gleichgewicht. Saul glaubt, das Mädchen verfüge über eine göttliche Gabe, die mit intensivem Training perfektioniert werden könne. Sollte seine Tochter vielleicht dazu auserwählt sein, das Erbe der mittelalterlichen Kabbalisten anzutreten?

Dass derweil seine Frau Miriam (Juliette Binoche) mit psychischen Problemen zu kämpfen hat und Aaron sich einer Sekte anschließt, scheint Saul völlig zu entgehen.

Erwartungsgemäß

Die DVD enthält gleich zwei Audiokommentare. Neben den Regisseuren Scott McGehee und David Siegel liefern auch der Produzent Albert Berger und die Autorin Naomi Foner Gyllenhaal Infos zur Umsetzung der Romanvorlage mit ihren Themen Erwartungen, Ehrgeiz und Einsamkeit.

Ein Making of mit Filmausschnitten und kurzen Interviews mit den Hauptdarstellern Gere, Binoche, Minghella und Cross gestalten sich ziemlich werbelastig. Wer sich für Kritik und Lob von Außenstehenden interessiert, schaltet die Featurette "Der Kerngedanke von ,Bee Season'" ein. Hier kommen u.a. Frank T. Griswold, amtierender Bischof der US-Episkopalkirche, sowie Susie Kessler, Leiterin einer jüdischen Gemeinde in Manhattan, zu Wort. SN n

Fazit

Film-Check: Nach dem aufreibenden Mystery-Thriller "The Deep End" widmeten sich Scott McGehee und David Siegel der Umsetzung der berührenden Bestseller-Romanvorlage "Die Buchstabenprin- zessin" von Newcomerin Myla Goldberg. In überwiegend ruhigen Bildern wird ein Blick hinter die Kulissen einer amerikanisch-jüdischen Familie geworfen und aufgezeigt, wie negativ sich religiöser Übereifer auf deren Zusammenhalt auswirken kann.Die Story wurde fantasievoll umgesetzt, die Leistungen von Richard Gere und Flora Cross sind lobenswert. Doch verliert das Drama durch überflüssige Handlungsstränge und seinen mit Klischees beladenen Schluss an Originalität.
DVD-Fazit: Die Disc ist kein Wunderwerk der Technik, genügt aber den Ansprüchen. Das Zusatzmaterial hält einige lohnenswerte Hintergrundinformationen zu der Verfilmung von Myla Goldbergs erfolgreichem Debütroman bereit.

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