Spezialkräfte, Schwachpunkte, Skirmish- und Mehrspielermodus, Fazit und Wertung
Test 13,49 €
Das Tabletop-Universum Warhammer 40k ist seit Jahren mit diversen Videospielablegern vertreten. Strategiefans bekamen etwa mit der Reihe Dawn of War hervorragende Kost geboten. Mit Battlefleet Gothic: Armada gesellt sich eine weitere Adaption dazu. Was den Entwicklern Tindalos Interactive dabei gut gelungen ist und wo sie schlichtweg danebenhauen, erfahrt ihr im ausführlichen Test.
In diesem Artikel
Battlefleet Gothic: Armada - Superkräfte voller Gnaden
Quasi als I-Tüpfelchen der Schiffsindividualisierung dienen die so genannten Gnaden im Spiel. Im Verlauf der Kampagne kommt ihr in Kontakt mit vier Fraktionsvertretern, bei denen ihr Rufpunkte sammeln könnt. Rufpunkte gibt es, wenn ihr entsprechend gekennzeichnete Nebeneinsätze absolviert. Die unterscheiden sich von den normalen Nebenmissionen nur darin, dass sich die jeweilige Fraktion mit NPC-Schiffen an der Schlacht beteiligt. Zur Belohnung locken die vier Fraktionen mit jeweils zwei zusätzlichen, besonders mächtigen Fertigkeiten. So spendiert der "Segen der Inquisition" durch die imperiale Geheimpolizei etwa einen Crew-Punkt gratis, während die elitären Streitkräfte des Adeptus Astartes mit der Fertigkeit "Space Marines" aufwarten. Die Space Marines versorgen euch mit einem kräftigen Bonus bei durchgeführten Entermanövern. Mithilfe der Gnaden lässt sich der individuelle Spielstil weiter verfeinern, was gut zum Setting passt. Sobald ihr euch für eine der kostspieligen Gnaden entschieden habt, erfährt das entsprechende Schiff auch eine optische Überholung, was schick aussieht.
Quelle: PC Games
Battlefleet Gothic: Armada - Gnaden sind mächtige Spezialfertigkeiten, die wir im Spiel erhalten können. Mit deren Einbau ändert sich auch die Farbgebung unserer Schiffe.
Battlefleet Gothic: Armada - Zu viele Features verderben den Brei
So schön die üppigen "Pimp-my-fleet-Features" auch ausfallen, sorgen sie im Test dafür, dass wir oft vor diesem ganzen Entscheidungsberg stehen und keine Ahnung haben, was jetzt das Beste wäre. Ist es ratsam, erst ein einzelnes Schiff auszubauen? Sollte man lieber schnell in mehr Schiffs-Slots investieren? Was sollen überhaupt die Frachter-Schiffe im Werftangebot? Ist eine Not-Reparatur-Verbesserung von 0,3 Punkten pro Sekunde für mich hilfreich oder sollte ich doch lieber die Meuterei-Chance um 10% reduzieren? Battlefleet Gothic: Armada lässt den Spieler hier ziemlich alleine. Dabei hätte doch gerade mit der Kampagne eine gute Möglichkeit bestanden, den Spieler Schritt für Schritt an die zahlreichen Feinmechaniken heranzuführen. Da hilft es auch nichts, wenn im Spiel die Möglichkeit vorhanden ist, eingebaute Upgrades oder Fertigkeiten auch wieder ausbauen zu können, da euch dies schwer verdiente Ruhmpunkte kostet, die in der Kampagne nun mal begrenzt sind. Es ist schön und ehrenwert, dass die Entwickler hier versucht haben, so viel Warhammer 40k wie möglich reinzupacken, doch als Ergebnis haben wir es mit einem Spiel zu tun, dass Einsteiger förmlich abschrecken könnte. Das Flottenmanagement entpuppt sich als gigantischer, fitzeliger Baukasten, den zu beherrschen allerdings wohl nur geduldigen Naturen vorbehalten bleibt.
Battlefleet Gothic: Armada - Kampagne durch, was bieten Skirmish- und Mehrspielermodus?
Wer sich erfolgreich durch den Einzelspielermodus von Battlefleet Gothic: Armada gekämpft hat, dürfte zumindest mit der Imperialen Flotte einigermaßen gut umgehen können. Chaos, Orks und Eldar weisen jeweils ganz andere Vor- und Nachteile auf. Neben den individuellen Fraktionseigenschaften bieten die Parteien mitunter auch ganz eigene Fertigkeiten und Gnaden-Boni. Das eröffnet taktischen Tüftlern ganz neue Wege, um sich eine effektive Flotte aufzubauen. Das Levelsystem aus der Kampagne findet sich auch im Skirmish- und Mehrspielermodus wieder. Ihr startet mit einem frischen Fraktions-Admiral und häuft in den Schlachten, wie schon aus der Kampagne gewohnt, den nötigen Ruhm für neue Investitionen für eure Flotte und für das Equipment an. Großartige Überraschungen, spezielle Siegbedingungen oder gar neue Spielmodi gibt's dabei leider nicht. Aktuell erweisen sich das Matchmaking und das Balancing alles andere als rühmlich. Voreinstellungen sind kaum vorhanden oder nicht konsequent umgesetzt. So lässt sich beispielsweise im Skirmish-Modus bestimmen, gegen welche Fraktion man antreten möchte. Im Mehrspielermodus geht das jedoch nicht. Da sich die Szenarien im Skirmish- und Mehrspielermodus in keiner Weise von den Missionen in der Kampagne unterscheiden, schleicht sich recht schnell Langeweile ins Spielgeschehen ein, schade. Hier sollte Entwickler Tindalos Interactive mit zusätzlichen Szenarien nachlegen.
Quelle: PC Games
Battlefleet Gothic: Armada - Wenn eines unserer Schiffe versucht, feige den Rückzug anzutreten, können wir den Kapitän kurzerhand exekutieren lassen.
Battlefleet Gothic: Armada - Fehlendes Feedback und Fazit
Das Echtzeitspektakel ist von seiner Grundidee ja richtig gut und sieht außerdem schick aus. Zudem beweist Entwickler Tindalos Interactive ein tolles Händchen für eine äußerst stimmige Warhammer 40k-Umsetzung. Was bei der ganzen Feature-Opulenz jedoch gehörig in die Binsen geht, ist das Feedback für den Spieler. Beispielsweise bekommt ihr zwar angezeigt, dass ein Gefechtsturm eures Schiffs zerstört wurde, doch ob das auf der Backbord- oder Steuerbordseite der Fall ist, darüber gibt's keine Info. Auch was die Feuerbereitschaft der eingesetzten Bewaffnung betrifft, fehlt es an Information. Battlefleet Gothic: Armada krankt schlichtweg an zu viel Ausprobieren, ohne dabei dem Spieler die Erkenntnis darüber zu verschaffen, was nun effektiv ist und was nicht. So haben wir uns nach etlichen Gefechten gefragt, warum wir nun eigentlich gewonnen oder verloren haben. War es die falsche Flottenzusammenstellung? War es zu viel "dummer Zufall", oder sind unsere gewählten Upgrades und Fertigkeiten unzureichend? Was zudem dringend nötig ist, sind Nachbesserungen in puncto Balancing, insbesondere bei der Eldar-Fraktion. Auch was die beinharten Zeitlimits einiger Szenarien angeht, sollte Tindalos wenigstens optionale Einstellungen bieten, um dies nach eigenen Wünschen anpassen zu können. Wer keine Probleme damit hat, sich mit intensivem Mikromanagement auseinanderzusetzen, darf beim beabsichtigten Kauf von Battlefleet Gothic: Armada zwischen zwei Versionen wählen. Die normale Steam-Version für knapp 40 Euro enthält die vier spielbaren Fraktionen Imperiale Flotte, Orks, Chaos und Eldar. Zum gleichen Preis gibt es auch die so genannte Early Adopters Box, die am 12. Mai in den Handel kommt. Als Bonus sind darin der Fraktions-DLC "Space Marines" als auch eine noch nicht bekannte sechste Spielfraktion enthalten. Laut Ankündigung des Herstellers erhalten die Käufer der Early Adopters Box bis zwei Monate nach Release diese beiden Bonusflotten gratis.
