Battlefield 6 vs. Black Ops 7: Das Duell ist bereits entschieden, bevor es richtig los geht!
Kolumne
Die Shooter-Welt hält den Atem an, denn dieses Jahr gibt's zwischen Battlefield 6 und Black Ops 7 ein Duell auf Augenhöhe. Redakteur Michi meint aber, dass der Sieger bereits feststeht!
Das erste Mal seit Jahren gibt's demnächst wieder einen richtigen Zweikampf der beiden bekanntesten Shooter-Marken. Battlefield 6 fordert Call of Duty: Black Ops 7 zum Tanz heraus. Die letzten Teile der CoD-Reihe hatten eine Art Monopolstellung, schließlich fehlte es hinten und vorne an Konkurrenz. Doch zum Release am 14. November stehen die Zeichen diesmal anders.
Battlefield 6 (jetzt kaufen 69,99 € ) ist zu dem Zeitpunkt bereits seit einem Monat auf dem Markt und macht vor allem eines: beinahe alles richtig! Zumindest der Multiplayer holt die Fans ab, funktioniert und schafft das, was Call of Duty in den letzten Jahren schmerzlich vermissen ließ: einen packenden und authentischen Online-Bereich. Und ich muss es so knallhart sagen: Sorry Activision, ihr hattet eure Chancen, aber die Zeit von CoD ist jetzt vorbei!
Fan-Nähe sieht anders aus
Mir ist bewusst, ich lehne mich da weit aus dem Fenster, Call of Duty erscheint schließlich erst im November, aber die Vorzeichen stehen für den Activision-Shooter dieses Jahr schlecht. Da hilft es auch nicht, dass derzeit nochmal ordentlich die Werbetrommel gerührt und in Black Ops 6 Doppel-XP verteilt wird. Zudem wurde die Beta-Phase von Black Ops 7 kurzfristig verlängert.
Activision und deren Entwicklerteams haben es schlichtweg verschlafen, ihrer treuen Community entgegenzukommen. Alle zwölf Monate wurde ein neues Spiel rausgepresst, das den Namen Vollpreistitel in einigen Fällen nicht verdient hat.
In diesem Artikel
Ich erinnere an die Katastrophe rund um Modern Warfare 3, das mit aufgewärmten Multiplayer-Maps und einer komplett lieblosen Kampagne um die Ecke kam. Ein Jahr Entwicklungszeit reicht heutzutage für ein Blockbuster-Spiel nicht mehr aus, da Games immer komplexer werden.
Deswegen, befürchte ich, wird Black Ops 7 ein ähnliches Schicksal ereilen wie MW3. Und das sage ich, obwohl ich das Schlimmste von der offenen Beta erwartet hatte, sie mir aber doch zeitweise Spaß gemacht hat.
Das Gunplay kann wie bei jedem Teil der Reihe überzeugen, das Gehüpfe ist nicht allzu übertrieben und die Server blieben stabil. Was mir allerdings zu denken gibt, sind die langweiligen Maps, das schwache Spawnsystem und vor allem das Setting.
Quelle: Activision
Call of Duty: Black Ops 7 spielt zwar in der Zukunft, lange Wandläufe und Jetpacks gibt's im Multiplayer aber nicht.
Schon in der Vergangenheit kamen Zukunftsszenarien in CoD nicht wirklich gut an. Kein Wunder also, dass Activision größtenteils auf Gegenwart- und Weltkrieg-Settings setzt. Mit Black Ops 7 wagt die Marke seit langem wieder einen Schritt in Richtung Cyborgs und Roboter. In einem Jahr, in dem die Konkurrenz von Electronic Arts mit Battlefield 6 einen starken Titel auf den Markt bringt, halte ich das für ein hohes Risiko.
Die Matchmaking-Diskussion
Den Beweis, dass Activision derzeit großen Respekt vor der Konkurrenz hat, zeigt für mich die aktuelle Meldung rund um das Matchmaking in Black Ops 7. Nach jahrelanger Qual und Schwitzen ohne Ende ist die Zeit von Skillbased Matchmaking in Call of Duty endlich vorbei. Wie das ab sofort genau aussieht, weiß ich nicht, schließlich setzt die Marke seit Jahren an sich auf Engagement Optimized Matchmaking.
Der Unterschied ist, dass beim EOMM nicht nur der persönliche Skill verglichen wird, sondern etliche Parameter wie Teamkollegen sowie Siege und Niederlagen in den vorherigen Runden einfließen. Das sorgt dafür, dass nach beinahe jedem Spiel die Lobby aufgelöst und neu zusammengestellt wird.
Quelle: Activision
Die Beta von Black Ops 7 kämpfte zwar nur mit wenigen Problemen, kam aber nicht so gut an wie die Beta-Phasen zu Battlefield 6.
Zocke ich allein, funktioniert die Art von Matchmaking meist okay, in der Gruppe sieht das aber anders aus. Die Fähigkeiten unterscheiden sich von Spieler zu Spieler schließlich viel zu sehr. Wenn dann noch Call of Duty bestimmen möchte, ob ich das aktuelle Match gewinne oder verliere, ist bei mir eine Grenze überschritten. Und genau darauf zielt Engangement Optimized Matchmaking ab. Mit der angestrebten Fairness hat das wenig zu tun.
Ich bleibe bei meiner Meinung der letzten Jahre: In öffentlichen Runden haben solche Mechaniken absolut nichts verloren! In wettbewerbsorientierten Lobbys sieht die Sache wieder anders aus. Bei mir ging der Spielspaß in den letzten Teilen der Marke CoD durch das undurchsichtige Matchmaking-System allerdings komplett verloren.
Aus der Community wurden ebenfalls immer mehr Stimmen laut, die sich gegen diese Art von Lobby-Zusammenstellung aussprachen, doch bis jetzt ignorierte Activision diese Spieler. Es ist also schon sehr offensichtlich, warum sich das Matchmaking plötzlich wieder verändern soll. Mit der Community hat das aber herzlich wenig am Hut, obwohl dieser Grund von Entwickler und Publisher natürlich vorgeschoben wird.
Im Endeffekt freue ich mich über das Umdenken, für mich kommt es aber deutlich zu spät. Der Schaden ist angerichtet und nur der Mangel an Shooter-Alternativen hat viele Leute nicht abwandern lassen. Es gibt aber noch etliche Baustellen mehr, die mich ganz allein zu Battlefield 6 getrieben haben.
