Battlefield 5: Anspielbericht zu den verschiedenen War Stories aus dem Singleplayer-Modus des Weltkriegs-Shooters

Special Lukas Schmid
Battlefield 5: Anspielbericht zu den verschiedenen War Stories aus dem Singleplayer-Modus des Weltkriegs-Shooters
Quelle: EA DICE 

Preview zur Singleplayer-Kampagne von Battlefield 5: Auch für Solo-Soldaten interessant? Wir durften den Singleplayer-Modus von Battlefield 5 bereits ausgiebig ausprobieren und uns im virtuellen Zweiten Weltkrieg durch das eisige Norwegen, die französische Provence und das glühend heiße Afrika schlagen. Wie gut das umgesetzt wurde, lest ihr in unserer Vorschau samt Video.

Vorweg: In dieser Vorschau geht es NICHT um den Mehrspieler-Part von Battlefield 5 (jetzt kaufen ). Dieser wird natürlich erneut der primäre Modus des Spiels sein. Vor Kurzem lud EA aber dazu ein, ausführlich in mehrere Kapitel der Singleplayer-Kampagne hinein­zuspielen, was wir uns natürlich nicht entgehen lassen wollten.

Das heißt aber, dass wir hier keine Einschätzung zum Shooter in seiner Gesamtheit abgeben, sondern eben nur zum Solisten-Part. Wer Battlefield nur für den Multiplayer spielt, kann diesen Text also getrost überspringen, neue Infos dazu gibt es hier nicht. Stattdessen berichten wir über unsere Eindrücke aus dem eisigen Norwegen im Kapitel "Nordlys", dem glühend heißen Nordafrika in "Under No Flag" und den brutalen Schlachten aus der französischen Provence in "Tirailleur".

Anthologische Abenteuer

Ein großes Schlachtfeld im Zweiten Weltkrieg. Quelle: PC Games Relativ selten werden wir mit linearen Abschnitten konfrontiert, meist erwarten uns vom Mehrspieler inspirierte Auseinandersetzungen auf offenen Maps. Jawohl, wie schon in Battlefield 1 erwartet uns keine durchgehende Handlung, stattdessen eine Art Anthologie, in der wir in kurzen Kampagnen die Kontrolle über verschiedene Figuren übernehmen. Dabei wird thematisch unterschiedlich vorgegangen. Nordlys etwa erzählt mit viel Ernsthaftigkeit die Geschichte einer jungen Frau, die 1943 versucht, eine von den Deutschen gefangen genommene Rebellin zu befreien. Tirailleur stellt dagegen eine andere Art von Konflikt in den Mittelpunkt, indem wir die Kontrolle über einen Kolonisten übernehmen, der auf der Seite der Alliierten einen Krieg kämpft, mit dem er eigentlich nichts zu tun hat, für ein Land, das er zuvor noch nie gesehen hat. Under No Flag schlussendlich geht in eine ganz andere Richtung und versucht sich an schwarzem Humor à la Inglourious Basterds inklusive zahlreicher markiger Sprüche. Damit ihr euch selbst einen Eindruck aus den Kampagnen verschaffen könnt, haben wir hier drei Gameplay-Videos mit jeweils zehn Minuten aus den drei War Stories für euch eingebunden.

Dem bisherigen Anschein nach bleibt's, zumindest zum Release, abseits des kurzen Prologs auch tatsächlich bei nur diesen drei War-Stories. Erst im Dezember soll eine vierte Kampagne namens "The Last Tiger" hinzugefügt werden, in der wir mit Panzern unterwegs sind und - Überraschung! - das erste Mal überhaupt in einem Blockbuster-Weltkriegs-Shooter abseits des Mehrspieler-Teils die Handlung aus der Perspektive einer deutschen Einheit erleben.

Zwei Männer hocken hinter einem Felsen und schauen in die Ferne.
Quelle: PC Games Stilistisch sind die verschiedenen Mini-Kampagnen sehr unterschiedlich aufgezogen und schwanken zwischen humorvollen und ernsthaften emotionalen Erzählungen. Ein durchaus heikles Unterfangen, vor allem mit Blick auf die strenge deutsche Gesetzgebung, was den Umgang mit dem Zweiten Weltkrieg angeht. Die Entwickler versprechen aber eine subtile Herangehensweise, welche die deutschen Soldaten die Motive ihrer Mission hinterfragen lässt und nicht zur gedankenlosen Ballerbude verkommt. Na, mal gucken, wie gut die Macher das hinbekommen. Generell sollen auf jeden Fall die eher unbekannten, aber ebenso intensiven Gefechte des Zweiten Weltkrieges in den Mittelpunkt gerückt werden, anstatt uns zum zigsten Male den D-Day nacherleben zu lassen.

Fehlende Zwischentöne

Ein Deutscher Soldat wird von hinten heimlich erstochen.
Quelle: PC Games Wer will, kann viele Szenen auch still und leise bestreiten und mit Stealth-Kills gegen feindliche Soldaten vorgehen. Zumindest im von uns spielbaren Material gelingt die Herangehensweise recht kompetent, wenngleich man sich kein Anti-Kriegs-Drama à la Apocalypse Now oder (auf Spiele-­Seite) Spec-Ops: The Line erwarten darf. Das hier ist Blockbuster-Unterhaltung und alle Emotionen werden blockbusterhaft präsentiert. Allzu feine Noten bleiben aus, stattdessen gibt's klare Emotionen, die auch der Dümmste verstehen kann. Übertriebenen Patriotismus oder allzu James-Bond-hafte Momente spart man sich aber dankenswerterweise und eine Szene, in der ein deutscher General nicht in üblicher Manier nur "Sauerkraut" schreiend das personifizierte Böse darstellt, sondern die Gewalt des Krieges hinterfragt, zeigt zumindest, dass man sich eine Spur mehr Gedanken gemacht hat in der Durchschnittsweltkriegsballerbude.

Blöd ist nur, dass man davor und danach reihenweise Soldaten abgemurkst hat, die einem im Gegenzug ebenfalls keine Chance zur friedlichen Konfliktbeilegung bieten, bevor sie das Feuer eröffnen. Da hören die Story-Zwischentöne dann auf - vor allem geht es eben doch noch da­rum, fröhlich um sich zu ballern, oder wahlweise per Stealth Feinden von hinten das Lebenslicht auszublasen.

Kriegsspielplatz

Deutsche Soldaten blicken mit nach vorne gerichteten Waffen in die Kamera.
Quelle: PC Games Überraschung, deutsche Soldaten werden nicht nur Gegner, sondern in einer der Kampagnen auch spielbar sein. Die Entwickler versprechen eine subtile, die Schrecken des Zweiten Weltkrieges ernst nehmende Herangehensweise an diese kontroverse Thematik. Immerhin sprachlich recht authentisch geht's beim Spielen zu, denn anstatt einheitlicher Zwangsvertonung gibt's je nach Region und Sprachzugehörigkeit der Figuren genuine Muttersprachler, welche die Parts übernehmen, inklusive englischer beziehungsweise deutscher Untertitel. Schön! Aber egal, in welcher Sprache, das Gameplay bleibt sich und der Serie treu: Einerseits erwarten uns relativ lineare und geskriptete Sequenzen, auch mal die berühmt-berüchtigten "Gehe langsam und höre der Story-Exposition zu"-Momente. Andererseits - und das ist der deutlich größere Part - werden wir auf semi-offene Maps gesetzt und müssen dort dann verschiedene Aufgaben erledigen, etwa Geschütze zerstören oder gegen Feindeswellen bestehen.

Zwar versprechen die Entwickler mehr Freiheit in der Kampagne als jemals zuvor, allerdings fühlten sich diese Momente beim Anspielen auch nicht viel anders an als die ähnlich offen angelegten Momente in den Vorgängern. Immerhin, Stealth ist relativ häufig eine Option und spielt sich, wenngleich simpel, recht gut. Prinzipiell finden wir den bewusst so angelegten Ansatz der Entwickler, das Gefühl von Mehrspieler-Schlachten auf den Singleplayer übertragen zu wollen, aber (nach wie vor) nicht allzu gut, denn Gebiete und Gefechte fühlen sich zu oft austauschbar an. Was uns gefällt, ist hingegen, dass unsere Helden keine Allround-Supersoldaten sind. Jeder von ihnen verfügt über eine gewisse Talentpalette, aber niemand ist dazu befähigt, vom Schlachtfeld direkt in den Panzer und anschließend in ein Flugzeug zu wechseln.

Altbekannt, aber gut

Ein stationäres Geschütz feuert auf Feinde.
Quelle: PC Games In den semioffenen Gefechten steht es uns frei, ob wir Helferlein wie stationäre Geschütze nutzen oder nicht. Alles in allem verspricht der Single­player-Part von Battlefield 5 vor allem eines: Mehr von dem, was man kennt, vor allem wenn man Battle­field 1 gespielt hat. Die von den Entwicklern hochgepriesene größere Freiheit als im Vorgänger konnten wir zumindest während unserer Anspiel-Session nicht wirklich ausmachen. Das macht aber nichts, denn auch wenn hier nichts Neues auf uns zukommt, so ist das alles doch kompetent umgesetzt. Schade nur, dass trotz des Versprechens, menschliche Geschichten zu erzählen, subtile Zwischentöne in den einzelnen Kampagnen doch eher selten zu sein scheinen.

Zudem ist der Umfang des Pakets dem bisherigen Anschein nach zum Release arg beschränkt - drei Kampagnen plus eine zusätzliche im Dezember, das ist noch immer eine weniger als im Vorgänger. Dafür sollen diese bezüglich der Länge deutlich einheitlicher sein als zuvor - in Battlefield 1 schwankte die Spielzeit der einzelnen Geschichten stark. Es wird spannend sein zu sehen, wie die Entwickler mit der Kampagne aus Sicht der Deutschen umgehen. Aber auch diese War-Story wird wohl nichts daran ändern, dass Battlefield auch in der 2018er-Auflage primär für Mehrspieler-Freunde gemacht ist.

Eine junge Frau steht vor verschneitem Hintergrund.
Quelle: PC Games Ein Mann mit roter Mütze blickt in den Himmel.
Quelle: PC Games

Wer noch mehr über Battlefield 5 erfahren möchte, kann sich unsere Multiplayer.Anspiel-Berichte aus der Closed Alpha sowie der Beta des Spiels zu Gemüte führen. Außerdem gehen wir in einer Kolumne auf die viel kritisierte, angeblich fehlende historische Authentizität der Singleplayer-Kampagne ein, die unter anderem durch die Einbindung von weiblichen Protagonisten gegeben sei. Viel Spaß beim Lesen und Gucken!

Meinung

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk