Fast zehn Jahre hat es gedauert, bis die "Pulp Fiction"-Stars John Travolta und Samuel L. Jackson wieder gemeinsam vor die Kamera traten. Der Grund dafür war eine ausgefeilte Story, die John McTiernan ("Der 13. Krieger") gekonnt inszenierte
Militärische Justiz-Thriller genießen einen erstaunlich gu- ten Ruf. Zu verdanken hat es dieses Sub-Genre packenden Kabinettstückchen wie "Mut zur Wahrheit" und natürlich "Eine Frage der Ehre". Auch "Basic" folgt dem Pfad der Wahrheitsfindung im Befehlskettenbereich.
John McTiernan, bekannt durch XXL-Actionfilme wie "Stirb langsam" Teil 1 und 3 oder "Jagd auf Roter Oktober", fand im Skript von James Vanderbilt ("Der Fluch von Darkness Falls") eine verlockende Vorlage für seine nächste Arbeit.
Erzählt wird die Geschichte eines tödlichen Zwischenfalls, der sich während einer Routine-Übung im Dschungel von Panama ereignete. Bis auf zwei Männer fanden anscheinend alle anderen Mitglieder der kleinen US-Spezial-Einheit einen gewaltsamen Tod.
Der eine Überlebende liegt angeschossen im Krankenhaus, der andere verweigert der Verhörspezialistin Osborne (Connie Nielsen) jede Zusammenarbeit, weil er nur mit jemanden aus seiner Einheit kooperieren will. Das bringt den Ex-Ranger und jetzigen DEA-Drogenfahnder Tom Hardy (John Travolta) ins Spiel. Zusammen mit Osborne versucht er aus den beiden Soldaten herauszukitzeln, was wirklich geschehen ist. Zu klären ist nebenbei die Frage, warum ausgerechnet der erfahrene Ausbilder West (Samuel L. Jackson) ermordet wurde ...
In den US-Kinos fiel der Streifen trotz Starbesetzung mit einem mageren Einspiel von 27 Mio. Dollar durch. Auch die Kritiker schossen sich auf "Basic" ein. Robert Wilonsky vom "Dallas Observer" bemerkte giftig, dass McTiernan bei dem Versuch, den Gestank des Vorgänger-Flops "Rollerball" aus den Klamotten zu waschen, noch weiter in den Abgrund verlorener Filmemacher rutsche. Ganz so schlimm ist es nicht. Vielleicht lag es auch einfach daran, dass die Story mehr Haken schlägt als ein Hase nach dem Halali.
Wenn teure Produktionen an der Kasse nichts einspielen, muss die Refinanzierung über die Zweitverwertung, sprich DVD, stattfinden. Je besser die Scheibe dann umgesetzt wird, desto wahrscheinlicher ist der Erfolg. Für die deutsche Ausgabe von "Basic" hat sich Universum jedenfalls ins Zeug gelegt. Das Prädikat Deluxe Edition steht dabei wie gewohnt für zwei Discs.
Erfreulicherweise hat die zweite Scheibe diesmal auch filmbezogenes Material an Bord und besteht nicht nur aus einem spielbaren Demo für PlayStation2-Besitzer, wie man es kürzlich bei "The Transporter" erleben durfte.
Los geht?s auf DVD 1. Zur Verfügung stehen hier der Hauptfilm in schöner Bildqualität, vier State of the Art-Tracks in zwei Sprachen und ein deutsch untertitelter Regiekommentar mit einem etwas wortkargen McTiernan. Der Regisseur geht darin auf die Zeitsprünge der Story ein, erwähnt den Florida-Akzent der Hauptdarstellerin, weist darauf hin, dass er einen Film mit der US-Altersfreigabe PG-13 abliefern sollte und beschreibt Drehorte und Stellen, an denen er den Akteuren freie Hand ließ.
Einen Blick hinter die Kulissen gibt?s auf der Zusatzscheibe. In "Der Autor und seine Perspektive" (16:36) verrät Skriptlieferant James Vanderbilt seine Intentionen. "Der Regisseur und sein Design" (21:36) lässt John McTiernan und weitere Crewmitglieder zur Produktion und Story zu Wort kommen. Das Feature gestaltet sich recht werbelastig, bleibt aber durch einige Hintergrundinfos noch im Rahmen.
"Hinter den Kulissen" (15:04) ist ein B-Roll-Zusammenschnitt. Außerdem dabei: Kinotrailer (D/E), mehrere US-TV-Spots, eine Promo-Featurette (2:55), Biografien sowie kurze Statements zu und von Regisseur McTiernan, Produzent Mike Medavey und den Darstellern Travolta, Jackson, Nielsen und Brian Van Holt.
Abschließend kann man sich durch eine aus neun Clips bestehende Trailershow zu aktuellen und kommenden Hits klicken. Separat ist "Basic" auch als günstigere Einzel-DVD ohne Extras erhältlich. PK
