Alle lieben Barbie - wie Feminismus zur Goldgrube wird

Kolumne Johannes Gehrling
Alle lieben Barbie - wie Feminismus zur Goldgrube wird
Quelle: Warner Bros.

Der gigantische Erfolg des Barbie-Films lockt etliche Unternehmen an - denn die sehen in dem Kino-Hit eine Goldgrube.

Der Barbie-Film läuft zwar erst seit ein paar Wochen in den Kinos, hat in dieser vergleichsweise kurzen Zeit aber bereits mehr als eine Milliarde US-Dollar eingespielt - ein Wahnsinns-Erfolg! Noch liegt Nintendos animierter Super Mario Bros. Film auf dem ersten Platz fürs aktuelle Kinojahr, doch Barbie macht dem japanischen Klempner immer heißere Konkurrenz. Natürlich lockt dieser ungeahnte Hype etliche Unternehmen und Marken auf den Plan, die das große Geschäft wittern. So wird aus einer wichtigen feministischen Botschaft blanker Kommerz - mit Barbie -Limonade und Barbie-Outfits für Hunden.

Barbie-Hype heizt Verkäufe an

Dass ein erfolgreicher Barbie-Film die Verkäufe von Barbie-Puppen anfeuert, wird wohl niemanden wundern. Doch mittlerweile laufen über 100 offizielle Marken-Kooperationen mit Barbie (jetzt kaufen 7,99 € )- und darunter auch ganz schön abwegige.

Denn auch auf eine Barbie-Limonade müssen Fans nicht verzichten, genauso wenig wie auf Brotdosen oder Hundebekleidung mit Barbie-Logo. Und weil Birkenstock-Schuhe einen prominenten Auftritt im Barbie-Film haben, sind natürlich auch die Gesundheitslatschen aktuell nahezu ausverkauft.

Feministische Botschaft vs. blanker Kommerz

Dabei will der Barbie-Film erst einmal eine wichtige Botschaft fernab von Kommerz vermitteln: Frauen und Männer sollen gleichberechtigt sein, auf allen Ebenen. Weder eine Dominanz der Frauen ist richtig, wie es zunächst im Barbie-Film der Fall ist, noch die spätere Herrschaft der Männer.

Dazu passt die schonungslose Vermarktung der aktuell angesagten Barbie-Marke nur bedingt. Sie macht die wichtigen und richtigen Botschaften des Films nicht unbedingt zunichte, trägt aber auch nichts dazu bei. Viel mehr entsteht der Eindruck: Eine humanistische Botschaft ist schön und gut, aber eigentlich geht's nur ums Geld und pinkfarbene Outfits.

Bleiben wichtige Werte auf der Strecke?

Gleichwohl dürfte die zentrale feministische Botschaft des Barbie-Films sicherlich bei den meisten Zuschauerinnen und Zuschauern angekommen sein, sobald sie den Kinosaal verlassen. Und mir ist auch eine gewisse Ironie bewusst, mich bei der Verfilmung einer Spielzeug-Puppe über Kommerz aufzuregen.

Ich frage mich allerdings, wie langfristig diese neu erworbenen Sichtweisen bei den Leuten in den Köpfen bleiben, wenn sie in den Wochen und Monaten danach mit dem Barbie-Film nur noch in Kontakt kommen, wenn es um hemmungslosen Konsum geht. Immerhin die Spielzeughändler dürfte es freuen, die jetzt wieder deutlich mehr Barbie-Puppen verkaufen als bis vor Kurzem. Und natürlich Mattel, die bei all dem dank Lizenzgebühren kräftig mitverdienen.

Quelle: Tagesschau

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