Avengers: Endgame - Filmkritik: Das Ende einer Ära - keine Spoiler!
Test
Letzter Aufruf für die erfolgreichste Heldentruppe aller Zeiten: Avengers: Endgame bildet das Finale einer riesigen Geschichte, die es auf insgesamt 22 Filme bringt. Für einige Superhelden wird es danach zwar weitergehen, doch für manche von ihnen ist nun endgültig Schluss. Ist Endgame also das erhoffte Highlight der Infinity-Saga? Wir haben den Streifen bereits vor Kinostart gesehen und erklären, warum Avengers: Endgame zwar kein perfekter Film geworden ist, aber trotzdem viele Fans begeistern wird - natürlich ohne Spoiler!
Das Ende von Infinity War hat euch geschockt? Dann seid ihr vermutlich bestens eingestimmt für Avengers: Endgame (jetzt kaufen 9,97 € ), den zweiten und letzten Teil des großen Marvel-Finales. Der Streifen knüpft fast nahtlos an das verheerende Fingerschnippen an, mit dem Thanos die Hälfte aller Lebewesen auf einen Schlag ausradierte. Zu den Überlebenden zählt natürlich auch ein (stinkwütender) Teil der Avengers-Truppe, insbesondere die ursprünglichen Mitglieder Iron Man, Captain America, Thor, Black Widow, Hawkeye und Hulk, die weitaus mehr im Fokus stehen als noch im Vorgänger Infinity War. Ein cleverer Kniff der Autoren, denn dadurch kann sich Endgame immer wieder auf die Ursprünge der Filmreihe beziehen und die Fans mit massenhaft Anspielungen, Seitenhieben und denkwürdigen Momenten versorgen. Doch die wohlige Rückbesinnung auf alte Zeiten ist mehr als bloßer Fan-Service, es unterstreicht auch die Schwere der Ereignisse: Diesmal geht's ums Ganze, Fehler darf sich niemand mehr leisten.
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Avengers: Endgame: Die 12 größten Überraschungen - Wer stirbt, wer kommt zurück?
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Und so suchen unsere gebrochenen Helden verzweifelt nach einem Weg, um das Unheil der Infinity Steine rückgängig zu machen und stellen im Zuge dessen das halbe Marvel-Universum auf den Kopf. Dass die Autoren des Films dabei auf Logik pfeifen, dürfte nach dem turbulenten Infinity War kaum noch jemanden überraschen - allerdings legt Endgame in dieser Hinsicht sogar noch ein paar Schippen drauf. Das mag für manche zuviel des Guten sein, doch wer sich schon auf die früheren Filme einlassen konnte und nicht jedes Handlungsdetail auf Logiklöcher abklopft, wird auch an Endgame seine helle Freude haben: Der Streifen hat zwar bei mehr als 3 Stunden Gesamtlänge den einen oder anderen Durchhänger, gerade im mittleren Teil fühlen sich einige Szenen gestreckt oder fast schon unnötig an, doch dafür zieht das letzte Drittel nochmal kräftig an - inklusive einiger Gänsehautmomente, die uns breit grinsen ließen, schicken Effekten und einer Heldenriege, die man in dieser Form noch nie gesehen hat (und wohl auch nie wieder sehen wird).
Weniger Action, mehr Dialog
Quelle: Marvel Studios
Avengers: Endgame startet am 24. April 2019.
Trotzdem ist Avengers: Endgame über weite Strecken ein ganz anderer Film als sein Vorgänger Infinity War. Es gibt insgesamt weniger Action, weniger Spektakel, weniger CGI-Bombast - an ihre Stellen sind vor allem lange Dialoge getreten, in denen die Helden ausgiebig ihre Gefühlswelt offenlegen, bittere Bilanz ziehen und mehr als einmal ihr eigenes Scheitern durchkauen. Dadurch fühlt sich der Film nach dem atemlosen Infinity War regelrecht entschleunigt an, zumal Endgame zu einigen Wiederholungen neigt - die lassen sich allerdings kaum vernünftig erklären, ohne gleich den halben Plot zu spoilern. Belassen wir es also dabei, dass Kennern der MCU-Reihe so manches Déjà-vu-Erlebnis bevorsteht, einige überraschende Gastauftritte inklusive! Umso wichtiger ist es, den Großteil der MCU-Filme gesehen zu haben, denn nur so könnt ihr die vielen Anspielungen auf die früheren Filme wirklich genießen - wer dagegen ohne Vorkenntnisse ins Kino geht, dürfte endgültig nur Bahnhof verstehen.
Zwischen Ernst und fragwürdigem Humor
Avengers: Endgame beginnt ausgesprochen ernst: Die Russo-Brüder zeigen uns eine Welt, die auf einen Schlag die Hälfte ihrer Bevölkerung verlor und seitdem aus den Fugen geraten ist. Das allein hätte bereits einen spannenden Film abgegeben (oder eine Serie à la The Leftovers), doch so richtig will man dann doch nicht in die komplizierte Materie eintauchen: So tief die Gefühle von Trauer, Verlust und Wut auch sitzen, sie alle dienen unseren Helden letztendlich nur als Antrieb, um sich ein weiteres Mal zusammenzuraufen und ihre gemeinsame Mission zu bestehen. Auch wenn die Regisseure zwischendurch immer wieder fröhlichere Akzente setzen, ist das erste Drittel des Films ausgesprochen düster geraten: Die leergefegten Städte, die Menschen, die in Selbsthilfegruppen Zusammenhalt finden, sie alle erzeugen eine beklemmende Atmosphäre, die den Film zunächst gründlich erdet - bevor er dann in der zweiten Hälfte so richtig abhebt.
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Um die ernste Stimmung abzumildern, greifen die Russo-Brüder zu einer fragwürdigen Methode, die manchen Fans sauer aufstoßen könnte: Die Regisseure funktionieren einen wichtigen Charakter kurzerhand zur weinerlichen Witzfigur um, mit einem Kostüm, das ans Parodistische grenzt. Das wäre in einem anderen Film, einem anderen Kontext sicher in Ordnung, in diesem dagegen geht das Comedy-Element nach hinten los. Schade, dass die Macher des Films ausgerechnet hier über das Ziel hinausgeschossen sind, denn die restlichen Gags sitzen diesmal besser als in Infinity War und hätten bereits völlig ausgereicht, um das Publikum zum Lachen zu bringen und der Handlung etwas Schärfe zu nehmen.
Die Helden entwickeln sich weiter
Quelle: Marvel
Avengers: Endgame startet am 24. April 2019.
Andere Charaktere haben es dagegen deutlich besser erwischt: Die Ereignisse von Avengers: Infinity War brachten die Helden an ihre Schmerzgrenze, wir erleben manche von ihnen nun niedergeschlagen, ratlos, wütend, andere dagegen haben sogar positive Entwicklungen durchgemacht und neuen Lebensmut geschöpft. Das macht die Figuren wieder interessant und vor allem greifbarer, denn so menschlich haben wir die meisten von ihnen noch nicht erlebt. Andere Figuren - darunter einige von Marvels wichtigsten Helden - haben dagegen nur kurze Kameo-Auftritte, selbst die viel umjubelte Captain Marvel lässt sich etwas weniger blicken, als wir erwartet hätten, was ihre Rolle allerdings nicht schmälern sollte. Wo Carol Danvers hinhaut, wächst schließlich so schnell kein Gras mehr.
Vieles davon hat mit einem besonderen Story-Element zu tun, durch das sich die Autoren jede Menge kreative Freiheiten verschaffen - nein, wir werden es nicht verraten! Doch selbst wenn ihr euch schon im Vorfeld intensiv mit dem Film beschäftigt und vielleicht schon ein paar Handlungsdetails ausgetüftelt habt, werdet ihr sicher noch ein paar nette Überraschungen erleben - also tut euch selbst einen Gefallen und meidet Spoiler, wo ihr nur könnt!
Wer überlebt, wer stirbt - und wer kehrt zurück?
Seit dem Finale von Infinity War kursieren unterschiedlichste Fan-Theorien, wie Marvel seine zu Staub zerbröselten Helden wiederbeleben könnte. Denn dass einige Charaktere auf irgendeine Art und Weise zurückkehren, steht schon lange fest, der nächste Streifen Spider-Man: Far From Home startet beispielsweise schon am 4. Juli in den deutschen Kinos. Wie also soll man Thanos' Fingerschnippen rückgängig machen? Zeitreisen? Ein Sprung in eine Paralleldimension? Liegt die Antwort im Quantenraum? Oder sind die Verstorbenen überhaupt nicht tot, sondern in Wahrheit nur um Seelenstein gefangen?
Quelle: Marvel
Avengers: Endgame startet am 24. April 2019.
Viele Fan-Theorien betreffen natürlich auch die Frage, welche Helden das Finale überleben, welche womöglich noch zurückkehren - und welche am Ende den Löffel abgeben. Ohne hier zuviel verraten zu wollen: In der gut besuchten Pressevorführungen gab es mehrere Szenen, in denen ein leises Schniefen im Saal zu vernehmen war - und das lag nicht nur an der grässlichen Heuschnupfenzeit.
Diesmal ohne Post-Credits-Szene?
Übrigens: Im Gegensatz zu sämtlichen früheren Marvel-Filmen gab es in unserer Pressevorführung keine Post-Credits-Szene, die einen Vorgeschmack auf einen der nächsten Streifen geben würde. Das kann Zweierlei bedeuten: Entweder wollten die Verantwortlichen nicht, dass die Szenen durch die Presse gespoilert werden und haben sie deshalb für unsere Vorführung bewusst aus dem Abspann herausgeschnitten - oder Marvel möchte schlichtweg nicht den Eindruck erwecken, die Infinity-Geschichte würde noch in künftigen Filmen fortgesetzt werden. Wir tippen eher auf Letzteres, denn ohne die gewohnte Post-Credits-Szene fühlt sich das Ende noch deutlicher wie ein Schlusspunkt in der Geschichte an.
Mehr zu der entfallenen Szene nach dem Abspann lest ihr in dieser Meldung!
Avengers: Endgame ist ab dem 24. April 2019 in den deutschen Kinos zu sehen. Der nächste Film Spider-Man: Far From Home (der laut jüngereren Erkentnissen ebenfalls noch zur MCU Phase 3 gezählt wird) startet am 4. Juli 2019. Weitere Marvel-Verfilmungen für Phase 4 sind bereits in Arbeit, darunter Black Widow, Black Panther 2, Guardians of the Galaxy Vol. 3, Doctor Strange 2, The Eternals und Shang-Chi - für diese Filme gibt es aber noch keine Starttermine. Darüber hinaus hat Marvel mehrere Serien für Disneys hauseigenen Streaming-Service angekündigt, darunter Ableger zu Wanda Maximoff und Vision, Loki, Hawkeye sowie Falcon und Winter Soldier. Ob all diese Figuren also künftig noch im Kino zu sehen sein werden? Und ob sie Avengers: Endgame überhaupt überleben? Das müsst ihr selbst rausfinden!
