Die Avengers sind zurück und liefern erneut ein bombastisches Actionfeuerwerk ab. In der Filmkritik beleuchten wir die alten und neuen Charaktere, gehen auf Bösewicht Ultron sowie die düstere Atmosphäre des Films ein. Joss Whedon gelingt es in jedem Fall wieder ein Highlight des MCU abzuliefern und den Weg für die Zukunft zu bereiten.
Den Posten des besten und erfolgreichsten Blockbusters des Jahres machen in diesem Jahr vermutlich die Disney-Studios unter sich aus. Mit Avengers 2: Age of Ultron haben Marvel und Joss Whedon nun die Messlatte bereits verdammt hoch gehängt. Da werden sich Lucasfilm und J.J. Abrams mit Star Wars: Episode 7 am Ende des Jahres mächtig anstrengen müssen. Erneut liefert Kult-Regisseur Joss Whedon (Buffy, Firefly) mit den Avengers das Highlight und große Finale innerhalb der aktuell Phase des Marvel Cinematic Universe, auch wenn der noch folgende Ant-Man rein theoretisch noch zu Phase 2 gezählt wird.
Quelle: Disney
Cap und Thor bilden im Kampf ein unschlagbares Team.
Anders als noch beim ersten Teil verliert Joss Whedon diesmal jedoch keine Zeit mit der Einführung der einzelnen Figuren. Durch die verschiedenen Einzelfilme und den ersten Avengers dürften Iron Man, Captain America und Co. den Fans nun auch zur genüge bekannt sein. Stattdessen beginnt der Film direkt mit dem effektvollem Angriff der Heldentruppe auf die Basis von Hydra-Anführer Baron von Strucker, der bereits in der Post-Credit-Szene von Captain America 2: The Winter Soldier kurz zu sehen war. Seit dem galt von Strucker als der große Gegenspieler, der vor allem in der TV-Serie Marvel's Agents of Shield für die Hydra-Bedrohung stand, ohne jedoch selbst aufzutreten.
Entsprechend enttäuschend ist das doch eher unspektakuläre Ende von Hydra und der Herrschaft von Struckers über die Organisation. Hier wurde deutlich Potential verschenkt. Die Schlacht um die Bergfestung von Hydra fällt dafür um so spektakulärer aus. Hydra fährt zahlreiches Kanonenfutter auf, damit die Helden ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen können. Allgemein ist Avengers 2 wesentlich actionreicher also der Vorgänger. Joss Whedon schafft es dabei aber zu verhindern, dass der Streifen zu einer witzlosen und unbedeutenden Actionorgie verkommt. Die Inszenierung bleibt stets bedeutend, dramatisch aber auch humorvoll.
I'm always picking up after you boys
Quelle: Disney
Nebenfiguren wie Black Widow werden näher beleuchtet.
Zwischen den Zeilen und auch in den wenigen ruhigen Momenten gelingt es allerdings auch die einzelnen Charaktere weiter zu entwickeln. Dabei stehen diesmal vor allem Black Widow, Hawkeye und der Hulk im Mittelpunkt, die nicht mit ihren eigenen Solofilmen glänzen können. Besonders Clint "Hawkeye" Barton lernen wir nun wesentlich besser kennen, nachdem er im ersten Avengers hauptsächlich als Marionette von Loki dienen musste. Natasha und Bruce haben seit ihrem ersten Aufeinandertreffen eine noch engere Beziehung aufgebaut, die es Black Widow sogar erlauben den Hulk zumindest teilweise zu kontrollieren. Und da wären da ja noch die romantischen Spannungen zwischen den beiden.
Neben dem bekannten Team werden die Avengers aber auch mit interessanten Figuren erweitert. Da wären zum einen die Zwillinge Pietro und Wanda Maximoff, besser bekannt als Quicksilver und Scarlett Witch. Comic-Fans könnte es stören, dass aufgrund von fehlenden Rechten am X-Men-Universum die Hintergrundgeschichte der Geschwister geändert werden musste. Eigentlich Kinder von Magneto, werden die beiden im Film als Waisen dargestellt, die ihre Fähigkeiten durch Tesserakt-Experimente von Baron von Strucker erhalten haben. Diesem haben sich Pietro und Wanda freiwillig angeschlossen, weil sie von Rache getrieben werden, der Rache an Tony Stark, dessen Waffen ihre Familie ausgelöscht hat.
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Besonders Scarlett Witch, gespielt von Elizabeth Olsen, macht dabei einen starken Eindruck. Sie schwankt zwischen ihrer Rachsucht, Zweifeln und offenbart auch verletzliche Seiten. Ihr Bruder bleibt dagegen im ganzen Film eher blass. Entsprechend wenig berührt den Zuschauer sein Schicksal. Ein mächtiger neuer Verbündeter der Avengers ist das künstliche Wesen The Vision, das Tony mit Teilen seiner KI Jarvis ausgestattet hat. Mit seiner ruhigen Art begeistert Paul Bettany, der auch bereits die Stimme von Jarvis gesprochen hat und stellt damit einen Gegenpol zu Ultron dar. Zwar ist der Gegenspieler der Avengers "nur" eine Maschine, unter den bisherigen Antagonisten des MCU gehört er dennoch zu den besseren.
