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Aven Colony: PS4-Version in der Vorschau - Wie gut wird die Konsolenversion?

Nach rund 20 Spielstunden mit der inhaltlich fast vollständigen PS4-Preview-Version der Sci-Fi-Aufbausimulation ziehen wir unser erstes Résumé: Lohnt sich der Kauf für alle Genrefans? Wie gut funktioniert die Gamepad-Steuerung? Und wie schaut es in puncto Performance aus? Diese und viele weitere Fragen beantworten wir in unserer Vorschau zu Aven Colony.
Matti Sandqvist
Quelle: Team 17

Eigentlich ist die vielversprechende Sci-Fi-Aufbausimulation des texanischen Indie-Studios Mother­ship Entertainment bereits seit fast einem Jahr in der Beta-Phase. Ein Großteil der Genre-Kenner und Anno-Fans, sprich die eigentliche Zielgruppe von Aven Colony, dürfte das aber nicht unbedingt mitbekommen haben. Mothership Entertainment bot den Titel nämlich anfangs nur über die eigene Firmenwebseite sowie die Indie-Plattform itch.io an und hat uns erst kürzlich eine inhaltlich fast vollständige PS4-Version zur Verfügung gestellt. Zudem sieht es in Sachen Anzeigen oder sonstige Werbekampagnen zu Aven Colony eher mau aus. Ein wenig schade ist das schon, denn bei Aven Colony handelt es sich um einen preisgünstigen Geheimtipp, der dank simpler Steuerung, einem interessanten Sci-Fi-Setting und einer netten Präsentation mit solchen PC-exklusiven Schwergewichten wie Anno 2205 oder Cities: Skylines jedenfalls für zehn bis zwanzig Stunden locker mithalten kann.

Wir haben uns die nun relativ vollständige, neueste Preview-Fassung für Playstation 4 noch vor dem offiziellen Release am 25. Juli angeschaut und müssen sagen: Spielerisch hat sich in Sachen Umfang zwar nicht viel gegenüber der ersten von uns gespielten PC-Fassung verändert, aber von der PS4-Portierung sind wir begeistert! Das liegt vor allem daran, dass die Game-Pad Bedienung dank Ringmenü und einer sinnvollen Tastenbelegung gut von der Hand geht und die Performance gleichauf mit der PC-Fassung ist. Ebenso hatten wir nicht mit Abstürzen oder anderen schwerwiegenden Bugs zu kämpfen.

Aven Colony für PS4 in der Vorschau: Sci-Fi-Sim City

In Aven Colony übernehmt ihr die Rolle eines Statthalters auf dem Planeten Aven Prime. Dort gilt es, eine funktionsfähige Kolonie der Menschen zu etablieren und sich dafür auch gegen die Eigenheiten des fremdartigen Himmelskörpers zu wehren. Wie in einer Aufbausimulation der Marke Sim City errichtet ihr in Aven Colony unterschiedliche Wohngebäude, sorgt für eine Grundversorgung mit Luft, Wasser und Lebensmitteln, erwirtschaftet Rohstoffe, stellt Produktionsgüter her und treibt damit Handel. Zudem könnt ihr noch neue Technologien erforschen und kleine Erkundungsschiffe zu Missionen abseits eurer Kolonie schicken. Wahlweise könnt ihr dies in der im Spiel enthaltenen Kam­pagne oder in einzelnen Sandbox-Szenarien erleben.

Die PS4-Version von Aven Colony lässt sich sehr gut steuern. Dank eines Ringmenüs errichtet ihr Gebäude innerhalb weniger Sekunden. Quelle: pcgames.de Die PS4-Version von Aven Colony lässt sich sehr gut steuern. Dank eines Ringmenüs errichtet ihr Gebäude innerhalb weniger Sekunden. Die aktuelle PS4-Preview-Version von Aven Colony enthält alle der insgesamt zehn geplanten Maps. Jede davon repräsentiert einen anderen Planetenabschnitt mit ganz eigenen Herausforderungen. Azara Falls etwa ist im Norden angesiedelt und bietet aufgrund der Eislandschaft nur wenig Fläche für Landwirtschaft. Deshalb müsst ihr hier auf den Handel setzen, um genügend Lebensmittel für eure Kolonisten parat zu haben. Die Kampagnenmission Adrio Mesa dagegen spielt in einer Wüstenumgebung, in der ihr zwar Reis, Weizen oder Mais leicht anbauen könnt, dafür aber mit der Wasserversorgung zu kämpfen habt. Zusammen mit sumpfigen und gemäßigten Kartenszenarien sorgen die Entwickler hier für relativ viel Abwechslung.

In jeder Kampagnenmission gilt es, ein Hauptziel zu erreichen. Das kann zum Beispiel eine bestimmte Anzahl Kolonisten, der Scan von Alien-Konstrukten, die Rettung von gestrandeten Astronauten oder der Bau eines Spezialgebäudes sein. Für jede Mission könnt ihr zu Beginn einen von sieben Schwierigkeitsgraden wählen. Diese bestimmen verschiedene Parameter, wie etwa Rohstoffvorkommen, Häufigkeit von Naturkatastrophen, Moral eurer Bewohner und viele andere Dinge.

Aven Colony für PS4 in der Vorschau: Außerirdische Katastrophen

Im Sandkastenmodus habt ihr zwar auch einige recht einfache Missionen zu erfüllen, aber grundsätzlich dreht sich alles lediglich darum, eine möglichst große und funktio­nierende Kolonie zu errichten. Insgesamt ist die Herausforderung anfangs groß, denn neben dem Errichten der Kolonie bekommt ihr es immer wieder mit den Eigenheiten des außerirdischen Planeten zu tun. So können etwa giftige Sporen eure Kolonie erreichen, die eine Pestepidemie auslösen, oder heftige Blitzeinschläge machen einen Teil eurer Gebäude zunichte. Für all diese Wi­drigkeiten gibt es spezielle Gebäude oder Maßnahmen im Spiel, die aber entweder viel Energie verbrauchen oder viele Arbeiter benötigen und so euren Haushalt oft gründlich durcheinanderbringen. Bis man tatsächlich den Dreh raushat und eine Stadt errichten kann, in der die Bürger glücklich sind, die Ressourcen ausreichend abgebaut werden, die Lebensmittelversorgung auch im Winter klappt und man gegen jede Katastrophe gewappnet ist, dauert es unserer Erfahrung nach eine Weile. Genau das ist auch der größte Motivationsfaktor von Aven Colony. Jedoch müssen wir zugleich auch sagen, dass es dem Spiel im Vergleich zu anderen Aufbausimulationen ein wenig an Tiefgang mangelt.
Damit wichtige Gebäude stets genügend Arbeiter haben, müsst ihr ihnen eine hohe Priorität zuweisen. Quelle: pcgames.de Damit wichtige Gebäude stets genügend Arbeiter haben, müsst ihr ihnen eine hohe Priorität zuweisen.

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Aven Colony für PS4 in der Vorschau: Da geht noch mehr!

Vor allem die sehr kurzen Produktionsketten und der sehr vereinfachte Handel sind unserer Meinung nach Faktoren, die dafür sorgen, dass man nach rund 15 Stunden das Gefühl bekommt, alle Herausforderungen des Spiels bereits gemeistert zu haben. Natürlich kann man dann noch auf die höheren Schwierigkeitsgrade zugreifen, aber auch das ist kein Garant für einen sehr großen Wiederspielwert. Im Vergleich zu Aufbausimulationen wie Cities: Skylines oder Tropico 5 ist dazu die Auswahl an unterschiedlichen Gebäuden noch relativ mager, sodass es auch in diesem Bereich ein wenig an Abwechslung mangelt. Natürlich sollte man bedenken, dass wir noch nicht die endgültige Verkaufsfassung von Aven Colony gespielt haben. Für eine Vorschau-Version ist die aktuelle Fassung auch dank gutem Balancing mehr als vorzeigbar - und für die Arbeit von lediglich vier Entwicklern einfach phänomenal! Bis zum Release steht auch nicht mehr viel an, lediglich einige kleine Bugs gilt es noch zu beseitigen. So oder so können wir schon jetzt allen Genre-Fans die PS4-Version von Aven Colony ans Herz legen, zumal man trotz des etwas mangelnden Tiefgangs ziemlich viel für seine 30 Euro bekommt.

Meinung
  • Avatar Matti Sandqvist Mitglied "Ein preisgünstiger Geheimtipp für alle Aufbaustrategie-Fans!" So ein wenig hatte ich nach Tropico 5 und Anno 2205 das Aufbaustrategie-Genre aus den Augen verloren. Doch Aven Colony hat dafür gesorgt, dass ich meine Lust zum Siedeln wiederentdeckt habe – schon deshalb bin ich sehr dankbar für das Werk der vier fleißigen Texaner! Auch sonst haben die begabten Entwickler eine gute Arbeit mit der PS4-Fassung abgeliefert, auch wenn es meiner Meinung nach noch ein wenig an Tiefgang fehlt. Ich hatte zumeist meine Kolonien innerhalb von zwei Stunden soweit aufgebaut und optimiert, dass kaum noch He­rausforderungen auf mich zukamen. Wer aber eh nicht viel Wert auf so komplexe Elemente wie ein dynamisches Handelssystem oder lange Produktionsketten legt, dürfte mit Aven Colony rundum glücklich werden – zumal der Preis von 30 Euro für die gelieferte Qualität und Spielzeit mehr als angemessen ist.
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