Automachef im Test: Überraschend knifflig - baut eine automatische Roboterküche

Test Katharina Pache
Automachef im Test: Überraschend knifflig - baut eine automatische Roboterküche
Quelle: Team 17

Wieso selbst kochen, wenn das auch Roboter machen können? Allerdings muss jemand erst die erforderlichen Produktionsstätten planen. Und dieser Jemand seid ihr! Das Küchenaufbauspiel für Switch im Test.

Wie am Anfang von vielen Geschichten in der Videospielwelt steht ein größenwahnsinniger Roboter. Allerdings strebt der Blechkamerad in Automachef(anscheinend) nicht die Weltherrschaft an, sondern er möchte Menschen in vollautomatischen Gaststätten verköstigen. Allerdings setzt er dabei doch wieder auf den Faktor Mensch, denn für die Planung der Küchen seid ihr zuständig. Und da gibt es wirklich einiges zu beachten!

Hacken, schneiden, braten

Automachef ist ein Aufbau-Strategiespiel mit Puzzle-Elementen, bei dem ihr begrenzt Platz für den Aufbau von Produktionsketten habt, die nacheinander das von den Gästen bestellte Fresszeug zubereiten. Für Sandwiches mit Hühnchen etwa müsst ihr zunächst einen Toast-Spender bauen, die Scheiben mit einem Greifarm vom Förderband auf den Grill verfrachten (wer mag schon labberiges Weißbrot?), Salat zerhacken, Käse hobeln, das Hühnchen zerkleinern und ebenfalls grillen - aber auf einem anderen Rost, in der Küche ist Hygiene wichtig.

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Als wäre das noch nicht genug, müsst ihr an die Wirtschaftlichkeit denken! Wenn ihr permanent Mahlzeiten produziert, bekommen Gäste zwar schnell ihre Bestellungen, ihr verschwendet aber jede Menge Rohstoffe. Da empfiehlt sich ein Bestellungssensor, der automatisch den Befehl zur Produktion an die verbundenen Module ausgibt. Allerdings: Wenn zu viele Geräte an eurem Stromnetz hängen, steigt nicht nur euer Energieverbrauch, sondern auch die Gefahr, einen Stromausfall zu erleiden. Schon die ersten Levels in Automachef bringen die grauen Zellen zum Glühen, das Optimieren der Produktionsketten, um in allen Disziplinen die Vorgaben zu erfüllen, ist noch schwieriger.
Neben Strom- und Energieverbrauch müsst ihr in kleinen Küchen auch auf den Platzbedarf der Maschinen achten. Quelle: Computec Media GmbH Neben Strom- und Energieverbrauch müsst ihr in kleinen Küchen auch auf den Platzbedarf der Maschinen achten. Das liegt jedoch auch daran, dass die Erläuterungen zu einigen Maschinen unzureichend sind und ihr ins kalte Wasser geworfen werdet. Da hilft nur ausprobieren. Dank der umfangreichen Kampagne seid ihr auch dann eine Weile beschäftigt, wenn ihr großes Talent dafür habt, Roboterküchen zu bauen und zu optimieren.

Umsetzung mit Tücken

Die Menüführung ist umständlich und verschachtelt. Hier übersieht man gerne mal Einstellungen oder vergisst Häkchen, was zu Problemen führt. Quelle: Computec Media GmbH Die Menüführung ist umständlich und verschachtelt. Hier übersieht man gerne mal Einstellungen oder vergisst Häkchen, was zu Problemen führt. Das ohne Frage interessante Spielprinzip krankt zum Teil an der Menüführung. Eine Touchscreen-Kontrolle gibt es nicht, ihr seid also auf die Buttons zur Bedienung angewiesen. Mit zig Untermenüs und zu setzenden Haken fällt gerade zu Beginn des Spiels der Durchblick schwer. Und auch wenn man weiß, was man wie bauen möchte, fühlt sich die Umsetzung der Pläne oft unnötig kompliziert an. Das Gleiche gilt, wenn man Detailverbesserungen an einem laufenden System vornehmen möchte. Um den Ablauf zu testen, muss man in den Live-Küchenbetrieb umschalten. Bis die ersten Bestellungen eintrudeln und die Effektivität somit geprüft werden kann, vergeht selbst mit dem Vorspul-Effekt zu viel Zeit. Es dauert ergo zu lange, bis ihr den einen kleinen Fehler gefunden habt, der eure ganze Roboterküche handlungsunfähig macht.

Sowohl im Handheld- als auch im stationären Betrieb erschwert auch noch die winzige Schrift die Übersicht. An anderen Stelle aber überzeugt die Präsentation: Die flotte Musikuntermalung geht ins Ohr und der humorvolle Grundton der Hintergrundgeschichte ist charmant. Neben der Kampagne wartet ein Auftragsmodus auf motivierte Kücheningenieure, bei dem ihr dem Namen entsprechend Missionen von Auftraggebern annehmt. Auf dem Testgelände tobt ihr euch nach Lust und Laune mit allen verfügbaren Bauteilen aus.

Konkurrenzlos

Die unterschiedlichen Gerichte erfordern verschiedene Arbeitsschritte. Für Bacon-Pommes mit Käse braucht ihr außerdem drei Zutaten. Quelle: Computec Media GmbH Die unterschiedlichen Gerichte erfordern verschiedene Arbeitsschritte. Für Bacon-Pommes mit Käse braucht ihr außerdem drei Zutaten. Automachef ist komplex, allerdings gibt es im Endeffekt wenig Varianz, was optimierte Küchen anbelangt. Doch das stellt man erst fest, wenn man wirklich alle Bonusziele abhaken möchte. Automachef ist auf jeden Fall ein besonderer Switch-Titel: Auf der Nintendo-Konsole gibt es nicht so viele Konkurrenzprodukte wie etwa auf dem PC (Automachef ist auch auf Steam erhältlich), wo das Automatik-Puzzle-Genre traditionell beheimatet ist. Für Liebhaber dieser Nische ist Automachef trotz der umständlich gestalteten Benutzeroberfläche deshalb eine Empfehlung wert. Am besten ist das Spiel auf der Switch wohl noch mit dem Programmiercode-Puzzler 7 Billion Humans vergleichbar.

Meinung

Meinung

Wertung zu Automachef (NSW)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
Interessantes SpielprinzipPuzzles mit AnspruchRecht komplexe ProduktionskettenSchöne Musikuntermalung
Unübersichtliche, verschachtelte MenüsUnzureichende ErklärungenWenig Varianz bei den Lösungen
Fazit

Automachef ist ein kniffliges, umfangreiches Puzzle-Spiel mit unübersichtlicher Menüführung.

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