Autobahn Polizei Simulator 3: Test zum Unfall in Spieleform
Test
Euer großer Traum war es schon immer, als Polizeibeamter auf Deutschlands Autobahnen für Sicherheit zu sorgen? Nun, dann solltet ihr auf keinen Fall den Autobahn Polizei Simulator 3 spielen, da sonst euer Traum vor eurem Auge platzt wie eine Seifenblase. Wir haben uns durch das Bugfest von Z-Software und Aerosoft gequält und verraten euch, warum der APS 3 vermutlich das schlechteste Spiel des Jahres ist.
Oder wir spawnen gleich halb in der Autotür und können nichts anderes tun, als unseren Partner zu erschießen, damit die Mission neu gestartet wird. Apropos Schießen: Die Schusswechsel spielen sich ohnehin so angenehm wie ein Schlaganfall. Manchmal funktionieren sie aber auch einfach gar nicht. Wir können schießen so viel wir wollen, aber unsere Kugeln treffen den Gegner nicht. Wenn sie ihn dann mal treffen, sieht es dafür urkomisch aus. Theoretisch müssten wir aber auch gar nicht schießen, denn angeblich kann man viele Gegner auch schleichend ausschalten.
Das Problem dabei: Es geht nicht. Obwohl die KI beschmierter ist als ein Raststättenklo und nicht mal mitbekommt, wenn ihre Verbrecherkumpel direkt daneben abgeknallt werden, sieht sie uns beim Schleichen offenbar mit ihren geheimen Hinterkopfaugen. Jedes verdammte Mal. Wir haben es bestimmt 20 mal versucht, uns anzuschleichen und die Gangster hinterrücks zu überwältigen, aber es klappte wirklich nie. Immerhin sind die ungelenken Schleich-Animationen unseres Polizisten so wunderbar lächerlich, dass wir während des Tests einige Lachtränchen vergossen haben.
Autobahn Polizei Simulator 3 im Test
Und noch mehr
Quelle: PC Games
Ein fliegender Donut. Woohooo!
Und das war es immer noch nicht mit den Bugs und technischen Unzulänglichkeiten. Es gibt so viele, dass wir unmöglich alle aufzählen können, ohne dass dieser Test komplett ausufert, aber ein paar möchten wir euch dann doch noch mitgeben. So fällt manchmal mitten in den ohnehin ziemlich miesen Dialogen plötzlich die Tonspur aus, wodurch dann eben auch keine neuen Zeilen getriggert werden und die Gesprächsteilnehmer mit verzerrten Gesichtern verharren. Besonders schön ist auch der Tag-Nacht-Wechsel, der ungefähr so gut erkennbar ist wie ein Game-Boy-Bildschirm bei Dunkelheit oder Dämmerung oder zu starkem Sonnenlicht. Ihr versteht schon.
In unserem Spielstand war es einfach fast die ganze Zeit 12 Uhr mittags bei strahlendem Sonnenschein. Lediglich in einer einzigen Mission schaltete das Spiel in den Nacht-Modus. Bei einem anderen Auftrag, der ebenfalls bei Nacht spielte, und in dem wir Fotos von Rasern schießen sollten, blieb es jedoch hell. Da war es dann natürlich besonders witzig, dass wir bei Tageslicht unterwegs waren, die von uns geschossenen Fotos jedoch die Autobahn bei Nacht zeigten.
Quelle: PC Games
Man kann Hinweise auf Unfallursachen finden, aber im Grunde lohnt das nicht, weil so gut wie nie die eigentlich daraus resultierenden neuen Dialogoptionen getriggert werden.
Weitaus weniger lustig sind die verbuggten Unfall-Missionen. Eigentlich sollte es bei den Verhören der Unfallbeteiligten neue Dialogoptionen geben, wenn man verschiedene Hinweise auf der Fahrbahn findet. Diese werden aber nur in den allerseltensten Fällen auch getriggert. So ist es natürlich nicht möglich, ein Geständnis zu bekommen und den Fall richtig abzuschließen. Doch selbst wenn man ein Geständnis erhält, heißt das noch gar nichts. Gerade noch erzählt uns irgendein Pflaumenaugust, dass er am Steuer gesoffen oder mit dem Handy gespielt und somit den Unfall verursacht hat, da sagt unser Polizist zu seinem Kollegen, dass er sich nicht erklären könne, wer hier für den Crash verantwortlich sei.
Glücklicherweise kann man die Missionen trotzdem abschließen, erhält aber eben weniger XP.
Zur Grafik brauchen wir wohl nicht viel sagen. Ihr habt schließlich auch Augen im Kopf, die gerade vermutlich panisch versuchen, aus ihren Höhlen zu flüchten. Klar, das Team vom Autobahn Polizei Simulator 3 verfügt sicherlich nicht über das Budget von Triple-A-Produktionen, aber deshalb muss der Titel ja nicht gleich ausschauen wie ein sehr unansehnliches PS3-Spiel und dabei noch ruckeln. Und das auf der PS5 wohlgemerkt. Das muss einfach besser gehen und darf so nicht veröffentlicht werden.
Quelle: PC Games
unsere Gesprächspartner haben oftmals so schöne Zähne, dass sie die auch durch den Hinterkopf zeigen möchten.
Fiese Raser und doofe Beamte
Nachdem wir jetzt sämtliche Hoffnungen von euch kleinen Aushilfsautobahnpolizisten zerstört haben, kommen wir doch mal zu solch unwichtigen Punkten wie Story und Gameplay. Unwichtig deshalb, weil diese Aspekte offenbar nicht sonderlich weit oben auf der To-Do-Liste der Entwickler standen. Nun, falls überhaupt etwas auf der Liste stand. Wir beginnen als junger Polizist oder junge Polizistin, die wir in einem rudimentären Editor ein wenig nach unseren Wünschen gestalten können. Dann geht es auch schon los, denn wir werden von den Kollegen begrüßt und erfahren, dass wir offenbar längere Zeit im Krankenhaus waren, weil uns eine Raser-Gang in einen Unfall verwickelt hatte.
Unser Cop möchte natürlich Jagd auf die Raser machen, aber der Chef und der einen riesigen Stock im Rektum mitführende Partner finden das gar nicht so dufte. Schließlich ist unser Rang noch viel zu niedrig. Und wie erhöht man den Rang? Natürlich indem man Aufgaben abschließt. Für einen Rangaufstieg müssen wir jeweils drei Aufgaben erfüllen, die ungefähr so aufregend sind wie ein Shuffleboard-Turnier im Haus Abendfrieden. Neben normalen Aufträgen wie Verkehrskontrollen oder den ruckeligsten Verfolgungsjagden der Videospielgeschichte, erwarten uns auch spannungsgeladene Aufgaben wie "Teste zwei Notrufsäulen", "Sammle ein Warndreieck", "Kaufe einen Donut" oder "Schieße ein Foto von einer Sehenswürdigkeit".
