Fallout London schon wieder geschlagen? Atomfall zeigt, wie Postapokalypse in England aussehen muss!

Special Lukas Schmid
Fallout London schon wieder geschlagen? Atomfall zeigt, wie Postapokalypse in England aussehen muss!
Quelle: Rebellion

Als wäre britisches Essen nicht schon Bestrafung genug, müssen die Inselbewohner in Atomfall jetzt auch noch mit dem Untergang der Zivilisation kämpfen. Wird es das bessere Fallout?

Stellt euch mal folgende Frage: Was, wenn Fallout, aber in England? Die Antwort lautet ... nun ja, Fallout: London. Dass diese Mischung gut funktioniert, hat die Edel-Mod ja eindrucksvoll bewiesen.

Aber! Was, wenn Fallout in England, aber minus Fallout und als offizielle Entwicklung? Dann heißt das Ergebnis Atomfall (jetzt kaufen ), und ich konnte es auf der Gamescom ausprobieren.

Ego-Perspektive, verfallene Landschaften, NPCs, die schlecht auf mich zu sprechen sind und direkt angreifen, sobald sie mich sehen: Ja doch, die Inspiration der Entwickler*innen von Rebellion (die etwa auch hinter Sniper Elite stecken) ist nicht von der Hand zu weisen. Sie geben dem postapokalyptischen Spektakel aber trotzdem ihren eigenen Anstrich.

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Bloody Mutants!

Erstens eben durch das britische Setting, und das in seiner grünen, verfallenen Pracht beinahe schon idyllische Demo-Gebiet plus der in den verschiedensten Akzenten von der Insel plaudernden und brüllenden Bewohner*innen greifen wunderbar Hand in Hand.

Wichtiger noch, ist der Survival-Aspekt noch einmal einen Zacken wichtiger. Im fertigen Spiel wird es zahlreiche Crafting-Optionen für Munition, Heilung und so weiter geben, und die wirken mir umfangreicher als bei Fallout. Außerdem dürfte das Ding ganz schön knackig werden!

Munition ist rar gesät, Nahkampfwaffen sind nicht sonderlich effektiv und wenn einen zwei oder mehr Feinde erspäht haben und die dann auch noch ihrerseits Schusswaffen dabeihaben, tendieren die Überlebenschancen gegen null. Im Verlauf der Demo segnete ich ergo einige Male das Zeitliche.

Einer der Retro-Roboter. Quelle: Rebellion

Schleichend geht die Welt zugrunde

Das Mittel der Wahl ist deswegen Stealth, ganz glücklich war ich beim Anspielen mit dem aber noch nicht. Die Feinde sind nicht sonderlich smart, ihre Positionen auf der Map aber nicht immer gut erkennbar und wenn sie nahe an einem dran sind, sehen sie einen, auch, wenn man im hohen Gras hockt.

Man nehme hinzu, dass das Schleichtempo sehr langsam ist, man aber quasi sofort enttarnt wird, wenn man einen Schritt tut, ohne in der Hocke zu sein und das Ergebnis ist ein nicht kaputtes, aber überempfindliches System. Im Laufe der Demo gelang es mir nur bei einer Handvoll Gegner, diese von hinten auszuschalten. Ich hoffe auf Feinjustierung im fertigen Spiel.

Ansonsten finde ich die offene Struktur, die einen nicht an der Hand nimmt, aber sehr reizvoll. So wusste ich in der Demo nur grob, was meine Aufgabe ist und musste mir die Location, wo ich hinmuss und was ich dafür benötige, selbst erarbeiten. Dafür redete ich mit den wenigen mir freundlich gesinnten NPCs, wählte genretypisch aus Antwortoptionen, die freundlich, drohend und andersartig emotional geprägt sein konnten, und zog daraus meine eigenen Schlussfolgerungen.

Sammeln mit Sinn

Auch das Erkunden der Umgebung wird belohnt. Einerseits natürlich mit Munition, Heil-Items, neuen Waffen und Ressourcen, andererseits ebenfalls mit Informationen, die mich auf die Haupt-Quest sowie auf diverse Nebenaktivitäten hinweisen. So mag ich meine Postapokalypse!

Zur Story kann ich nach meiner Zeit mit dem Spiel noch nicht viel sagen. Eine Stimme am Telefon (natürlich im ikonischen roten Telefonhäuschen) sagt mir, dass "Oberon sterben muss", wer Oberon ist und was der/die Gute getan hat, lässt sich aber noch nicht ableiten. Ein Ehestreit wie bei Oberon in Shakespeares Sommernachtstraum wird's ja eher nicht sein.

Das Hauptquartier der Druiden mit einer großen Holzstatue. Quelle: Rebellion

Was wirklich geschah

Der historische Hintergrund der Spielwelt ist auf jeden Fall spannend. Die Ereignisse des Abenteuers sind fünf Jahre nach dem realen atomaren Unglück im britischen Kernkraftwerk bei Windscale im Jahre 1957 angesiedelt, einem der frühesten, schweren Atomunfälle unserer Zeit, und führen uns in ein fiktives Quarantänegebiet.

So dramatisch wie in Atomfall waren die Auswirkungen in der Realität dann aber zum Glück doch nicht, zumindest habe ich bei meinen Arbeitsreisen nach London bisher noch keine mutierten Zombies gesehen. Die Idee, ähnlich wie Stalker ein reales Ereignis für ein "Was wäre, wenn ..."-Szenario zu nutzen, finde ich aber reizvoll.

Ebenso reizvoll finde ich das Spiel an sich, und wenn die Entwickler*innen noch ein wenig am Balancing schrauben, sehe ich hier durchaus das Potenzial, dass das Abenteuer den Genre-Platzhirschen ordentlich Konkurrenz machen könnte.

Fazit

Fallout in England? Gibt's zwar schon, aber auch diese Version der Idee wirkt sehr vielversprechend!

Wann erscheint Atomfall?

Der Release von Atomfall ist für März 2025 geplant. Erscheinen wird das postapokalyptische Abenteuer für PC, PS5, Ps4, Xbox Series X/S und Xbox One. Verfügt ihr über ein Game-Pass-Abo, könnt ihr von Tag eins an gratis auf das Spiel zugreifen. Eine Umsetzung für Nintendo Switch ist nicht angekündigt.

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