Atelier Iris: Eternal Mana

Test

Mit Alchemie durchs Fantasy-Reich: Atelier Iris ist weit mehr als ein Wartezeitverkürzer vor Dragon Quest VIII.

Sein Name: Klein Kiesling. Sein Beruf: Alchemist. Wer jetzt aber an einen wirren Greis mit langem Bart denkt, der über einen dampfenden Kessel gebeugt seltsame Tinkturen zusammenbraut, ist schief gewickelt.

In der Welt von "Atelier Iris" sind die Alchemisten ständig unterwegs auf der Suche nach Elementen, die sie allen möglichen Objekten entziehen können, um daraus wertvolle und nützliche Gegenstände herzustellen. Alleine ist ein Alchemist dabei niemals: Erst mithilfe der Mana -- Naturgeister, die den verschiedenen Elementen zugeordnet sind -- kann er seine volle Macht entfalten. Und da Klein anfangs nur Popo, ein Holz-Mana, bei sich trägt, sind seine Fähigkeiten begrenzt. Gut, dass er gleich zu Beginn des Spiels auf Lita trifft. Die ist laut, quirlig und chaotisch, aber doch irgendwie angenehm. Außerdem ist sie eine hervorragende Kämpferin und eine Galgazit -- also eine Monsterjägerin, die für ihre Auftraggeber gefährliche Wesen unschädlich macht. In Begleitung vier weiterer Helden wird das Gespann in zahlreiche Abenteuer rund um die versunkene Stadt Avenberry, die mysteriöse Alchemistin Iris und den Fiesling Mull verwickelt...

Bunt, bunter, Iris

Diese Abenteuer sehen bereits auf den ersten Blick ungewöhnlich aus: "Atelier Iris" ist nämlich fast vollständig zweidimensional. Allerdings nicht Super-Nintendo-typisch, sondern weitaus zeitgemäßer: Dank hoher Auflösung, knalliger Farben, detailliert gezeichneter Sprites, die auch in Nahaufnahmen nicht pixelig wirken, und liebevoll gestalteter Hintergründe fühlt ihr euch fast wie in einem Zeichentrickfilm. Und dabei ist eure Umgebung alles andere als statisch. Auf Knopfdruck springt ihr über Hindernisse, entzieht herumliegenden Objekten wie Fässern oder Steinen Mana, und steckt an allen Ecken und Enden nützliche Gegenstände ein.

Während Items in anderen Rollenspielen nur Mittel zum Zweck sind, stehen sie hier im Mittelpunkt. Bei zahlreichen Händlern könnt ihr neue Gegenstände erschaffen oder bereits existierende verbessern. So kommt ihr nicht nur an bessere Items, sondern schließt auch langsam Freundschaft mit den Verkäufern und werdet oft Zeuge haarsträubend witziger Dialoge. Wo "Final Fantasy" auf depressive Helden mit gespaltenen Persönlichkeiten setzt, bietet "Atelier Iris" jede Menge Humor.

Witz und Anspruch

Aber trotz zahlreicher Gags kommt der Anspruch niemals zu kurz. Das gelungene Kampfsystem erinnert mit Zufallsbegegnungen und der Möglichkeit, den aktiven Kämpfer frei auszuwechseln, an "Final Fantasy 10". Trotzdem weist es dank Alchemie und knallbunter Pixelmonster seinen ganz eigenen Charme auf. Allerdings sind die Kämpfe trotz ihrer Farbenpracht alles andere als anspruchslos: Die kluge Positionierung eurer Kämpfer ist genauso wichtig wie die Wahl der richtigen Attacken. Ein Beispiel: Greift Lita normal an, ist sie so schnell, dass sie meist zweimal hintereinander zuschlagen darf. Setzt sie dagegen eine mächtige Spezialattacke ein, verschwindet sie sogar kurz vom Feld und kann in dieser Zeit nicht verletzt, aber auch nicht geheilt werden. Besonders die späteren Bosse verlangen euch so einiges an Planung ab.

Leider wurde bei der deutschen Version wieder einmal schändlich geschlampt: Es gibt keinen 60-Hz-Modus und keine deutschen Texte -- eine Unverschämtheit, aber auch ein Zeichen dafür, wie egal manchem Publisher die deutschen Fans sind. Zumindest habt ihr bei den Dialogen die Wahl zwischen den japanischen Originalstimmen und den wirklich ausgezeichneten englischen Sprechern.

Wertung zu Atelier Iris: Eternal Mana (PS2)

Wertung:

8.5 /10
Pro & Contra
Items erschaffen macht Spaßtoller Soundtracksehr detaillierte 2D-Grafik...
...die manchmal arg flimmertkeine deutschen Texteriesige PAL-Balken!
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