Astro Bot: Rescue Mission - Atmosphärisch, knuddelig und abwechslungsreich; so gut ist das PS4-exklusive VR-Hüpfspiel!

Test Lukas Schmid
Astro Bot: Rescue Mission - Atmosphärisch, knuddelig und abwechslungsreich; so gut ist das PS4-exklusive VR-Hüpfspiel!
Quelle: Sony

Kleiner Held ganz groß: Der zuckersüße Robo-Recke aus dem Playstation Playroom beschert uns eines der bisher besten VR-Erlebnisse auf der Sony-Konsole!

Der große VR-Boom ist ausgeblieben: Nachdem vor etwa zwei Jahren prognostiziert wurde, dass wir alle schon bald nur noch mit abgedunkelten Riesenbrillen durch die Gegend laufen würden, fristen Oculus Rift, HTC Vive und eben auch Playstation VR inzwischen eher ein Nischendasein.

Das liegt neben der wirklich unerhört umständlichen Verkabelung der Geräte auch da­ran, dass zum Start der Brillen und auch danach trotz einiger interessanter Spiele und Experimente ein richtiger Must-have-Titel ausblieb. Würde die Situation heute anders aussehen, hätten wir schon früher Highlights wie Astro Bot: Rescue Missionspendiert bekommen? Wer weiß. Wer schon Playstation VR zu Hause hat, kann sich zumindest freuen, das Gerät wieder mal entstauben und sich in einen der bisher besten Titel für Sonys teure Zusatz-Hardware stürzen zu können.

Interplanetare Rettungsmission

Ein Raumschiff mit Gesicht und ein grüner Alien
Quelle: PC Games Dieser böse, glibberige Geselle zerlegt zu Beginn das Schiff der Astro Bots in mehrere Teile und verstreut die Astro Bots in alle Winde. Zeit also, das Schiff wieder zusammenzubauen, die Kollegen zu retten und dem Widerling den Garaus zu machen! Worum geht's? In Astro Bot: Rescue Mission übernehmen wir die Kon­trolle über den namensgebenden Mini-Roboter, der sich nach dem Angriff durch ein widerwärtiges Alien aufmacht, seine mehr als 200 über das ganze Weltall verteilten Mit-Astro-Bots wiederzufinden, sein zerstörtes Raumschiff zu reparieren und dem grünen Widerling das Handwerk zu legen. Dafür begeben wir uns in über 20 kunterbunte und thematisch abwechslungsreiche Levels, in denen es gilt, gut gestaltete Hüpfpassagen zu überwinden, simple Umgebungsrätsel zu lösen und massenweise Gegnern den Garaus zu machen. Am Ende jeder der fünf Oberwelten erwartet uns zudem ein Boss-Level, in dem wir jeweils gegen einen riesigen und stets sehr gut umgesetzten Widersacher antreten müssen. Hört sich jetzt erst einmal nach einem Standard-Jump&Run an - und ist es im Grunde auch, wenn auch ein sehr gutes.

Volle Kontrolle

Eine Felslandschaft mit leuchtenden Pilzen
Quelle: PC Games Unser virtueller Controller wird stets eingeblendet und erhält situationsabhängig Spezialkräfte wie eine Art Enterhaken. Die Steuerung ist extrem präzise, die Levels sind toll gestaltet und die Atmosphäre ist brillant gelungen. Der zuckersüße Held und seine ebenso knuddeligen Kollegen sind für Diabetiker definitiv nicht geeignet. Wie bei Super Mario verfügt fast jedes Objekt über ein Paar Augen und jede Menge kleine Details sorgen dafür, dass man aus dem seligen Grinsen kaum herauskommt, wie z. B. die Tatsache, dass der kleine Held uns angrinst und uns winkt, wenn er in unsere Richtung guckt. Alles fein also - wodurch sich Astro Bot aber erst so richtig von der Genre-Konkurrenz abhebt, ist der extrem gut umgesetzte Einsatz der VR-Technik. De facto steuern wir nämlich zwei Figuren; einerseits den Astro Bot, andererseits aus der Ego-Ansicht einen zweiten, riesigen Roboter, der hinter ihm herfliegt.

In manchen Sequenzen erhaschen wir sogar einen Blick auf unser Alter Ego, etwa dann, wenn wir von einer Kamera gefilmt und auf einem vor uns schwebenden Bildschirm dargestellt werden. Während wir mit Analogstick und Tasten den Astro Bot kontrollieren und etwa springen, schweben oder zuschlagen, steht bei seinem gigantischen Kumpan die Bewegungssteuerung im Mittelpunkt.

Robotastische Helferlein

Ein riesiger Affe, der in eine Plattform beißt Quelle: PC Games Die Bosse sind allesamt eher einfach, aber sehr gut und abwechslungsreich gestaltet. Es macht einfach Spaß, den riesigen Gesellen auf die Mütze zu geben. Regelmäßig erhalten wir unterschiedliche Spezialfähigkeiten wie einen Enterhaken, eine Wasserpistole oder Wurfsterne, die wir via Ausrichtung des Controllers und Wischen auf dem Touchpad benutzen. Oft genug müssen wir auch direkt mit dem Astro Bot zusammenarbeiten und etwa mit dem Enterhaken eine Passage bauen, um einen Abgrund zu überqueren. Cool! Doch nicht nur das, auch Kopfarbeit ist im wahrsten SInne des Wortes gefragt, um etwa mit dem virtuellen Schädel Hindernisse zu zertrümmern oder um Ecken zu lugen, um einen besseren Überblick zu bekommen. Wie besonders sich all das anfühlt, ist in der Theorie schwer zu beschreiben, sobald man die VR-Brille aufsetzt, fühlt sich diese Art zu spielen aber einfach fantastisch an! Dankenswerterweise ist der Spaß auch nicht nach zwei Stunden vorbei. Für die Kampagne kann man gut und gerne sechs Stunden einrechnen und zwei weitere, wenn man alle versteckten Astro Bots finden will. Zusätzlich erwarten uns zahlreiche Herausforderungslevels, die auch erfahrene Spieler durchaus ins Schwitzen bringen dürften.

Kleine Schäden im Getriebe

Ein kleiner Roboter klebt am Bildschirm und sieht einen an
Quelle: PC Games Wenn der knuddelige Robo-Held in Schwimmlevels in die Nähe unseres Visiers kommt, bleibt er daran kleben und lächelt uns an. Ultraputzig! Klar, ganz frei von Fehlern ist auch (jetzt kaufen 19,19 € ) Astro Bot: Rescue Mission nicht: Es nervt, dass man nicht zum Beginn von Levels zurücklaufen und auch Checkpoints nicht aus dem Menü neu laden kann. Zudem geht unser Protagonist schon nach einem Treffer k. o. abseits der Bosskämpfe. Und so gut VR genutzt wird, manchmal geht die Übersicht flöten. Es fällt etwa schwer, Astro Bot wiederzufinden, wenn er sich außerhalb unseres Sichtfeldes befindet. Zwei, drei Levels fallen qualitativ ab und aufgrund von Bugs mussten wir das Spiel zwei Mal neu laden. Das ändert aber nichts daran, dass Sony hier einen PSVR-exklusiven Gewinner am Start hat, der zeigt, dass die Technik wirklich eine Bereicherung sein kann, wenn sie gut genutzt wird. Schön!

Meinung

Wertung zu Astro Bot: Rescue Mission (PS4)

Wertung:

9.0 /10
Pro & Contra
VR wird fantastisch genutztPunktgenaue SteuerungZuckersüße PräsentationAbwechslungsreiche LevelsViele kreative IdeenRelativ lange SpielzeitGelungene Zusatz-SpielmodiViel Liebe zum DetailRelativ anspruchsvolle Passagen
K.o. nach nur einem TrefferEinige Welten weniger gut gelungenSeltene ungünstige PerspektivenKeine Rückkehrmöglichkeit in LevelsCheckpoints nicht neu ladbarSeltene Bugs
Fazit

Toller Hüpfspaß, nicht nur wegen der gelungenen VR-Unterstützung

Bildergalerie

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