Assassin's Creed Valhalla im Test, Seite 2: Beutezüge, Stealth, Technik-Macken, Meinung und Wertung

Test Lukas Schmid 53,99 €
Assassin's Creed Valhalla im Test, Seite 2: Beutezüge, Stealth, Technik-Macken, Meinung und Wertung
Quelle: Ubisoft

Nach zwei Jahren Pause kehrt Assassin's Creed zurück und schickt die titelgebenden Meuchelmörder nach Norwegen und Nordengland. Dabei versucht das Spiel, alte Ideen mit neuen Qualitäten zu verbinden, eine spannende Geschichte zu erzählen und auch noch über zig Stunden hinweg zu unterhalten. Wie das funktioniert? Verdammt gut! Warum Assassin's Creed Valhalla das beste Spiel der Reihe seit langer Zeit ist, klären wir in unserem Test + Video, mit Eindrücken von der Xbox Series X!

All das klappt fein und fühlt sich direkt an, erhält durch die neu hinzugekommene Ausdauerleiste aber neuen Anspruch. Schwere Angriffe und Ausweichen leeren sie, blocken wir im richtigen Moment oder attackieren mit leichten Angriffen, füllt sie sich schneller. Das ist zwar weit weg von dem Anspruch, den etwa ein Dark Souls mit seinem Ballett aus Angreifen und Abwarten an uns stellt, trotzdem verleiht diese leichte strategische Komponente den Gefechten zusätzlichen Reiz.

Besonders spannend wird es bei den Beutezügen, teilweise inklusive Rammbock und allem Pipapo. Entweder bei Siedlungen in der offenen Welt, oder im Rahmen von Story-Schlachten, geht es hier gemeinsam mit unseren Mannen und Frauen zur Sache. Diese Momente sollen die Massengefechte aus Odyssey ersetzen, und das machen sie gut.

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Nicht nur bereitet das schrittweise Erobern der Festungen mehr Freude als die eher stumpfen Kämpfe im Griechenland-Trip, sie wurden auch deutlich besser in das Gesamtkonzept des Spiels integriert. Als Wikinger brandschatzt man nun mal, während die unmotivierten Auseinandersetzungen zwischen Athenern und Spartanern in Odyssey fast schon wie ein seltsamer Fremdkörper wirkten.

In den belebten Dörfern wirkt die Welt des Abenteuers besonders lebendig und glaubwürdig, Quelle: PC Games In den belebten Dörfern wirkt die Welt des Abenteuers besonders lebendig und glaubwürdig, Eines sollte man sich aber weder in normalen Kämpfen noch bei den Raubzügen erwarten: Eine große Herausforderung, zumindest auf dem normalen Schwierigkeitsgrad. Sucht man sich seine Missionen grob nach dem eigenen Kampflevel aus, so gibt es nur selten Momente, in denen man Gefahr läuft, den Game-Over-Screen zu Gesicht zu bekommen, und das, obwohl sich Eivor nicht wie die Helden in den Vorgängern automatisch heilt, sondern auf aufgesammelte Nahrung zurückgreifen muss. Wer gefordert werden will, wagt sich also besser bewusst an deutlich stärkere Feinde oder wählt den höchsten der drei Schwierigkeitsgrade.

So war das mit "Schleichen" gemeint!

Bleibt zu guter Letzt noch der Stealth. Viele Aufgaben können wahlweise auch schleichend erledigt werden - das darf man sich von einer dereinst darauf ausgelegten Reihe ja auch erwarten. Allerdings, mehr noch als in Origins und Odyssey ist klar, dass Kämpfen der eigentlich angedachte Weg ist, nicht umsonst kann man in allen größeren Feindesgebieten seine Mannen zur Hilfe rufen.

Gekraxelt wird natürlich auch wieder, anders als in den frühen Serienteilen ist das Geklettere aber kein primäres Spielelement. Quelle: PC Games Gekraxelt wird natürlich auch wieder, anders als in den frühen Serienteilen ist das Geklettere aber kein primäres Spielelement. Trotzdem hat man viele Möglichkeiten, wenn man im Schatten bleiben will, und noch viele weitere, wenn man sie im Skilltree freigeschaltet hat. Wir verbergen uns im hohen Gras, wandern über Häuserdächer und greifen aus Heuhaufen heraus an, pfeifen, um nichtsahnende Opfer anzulocken und sorgen mit unserer versteckten Klinge für Verderben. Unser treuer Rabe hilft, die Umgebung auszuspähen, der Bogen ist beim Schleichen mindestens ebenso relevant wie beim offensiven Vorgehen, und allerlei Umgebungsobjekte helfen uns, Feinde schnell auszuschalten. Das klappt gut und auch, wenn der direkte Kampf fast immer die effizientere Methode ist, um eine Aufgabe zu erledigen, ist die Befriedigung groß, wenn man ein riesiges Areal von allen Gegnern befreit hat, ohne bemerkt zu werden.

Nach langer Zeit wieder mit dabei: Social Stealth, also die Möglichkeit, in Gebieten, in denen sowohl Feinde als auch NPCs zugegen sind, in der Menge unterzutauchen. Dann setzen wir uns auf Bänke, wandern zwischen Mönchen umher, tun so, als würden wir an einem Stand arbeiten oder heuern Bettler an, um für uns für eine Ablenkung zu sorgen. Auch das funktioniert, anders als andere zurückgekehrte Elemente aus der Assassinen-Vergangenheit wirkt die Einbindung aber etwas gezwungen. Früher musste man aufpassen, da es ein Wanted-Level gab, der Feinde jederzeit aktiv nach uns suchen ließ. Jetzt hauen wir halt alles kaputt, wenn wir doch mal gesehen werden und ziehen weiter. Die sehr offene Struktur der neuen Serienteile und die sehr konzentrierte Funktionsweise der unterschiedlichen Social-Stealth-Möglichkeiten passen einfach nicht besonders gut zusammen.

Es ruckt, es zuckt, es spinnt herum

Ladezeiten gibt es wieder - inklusive Animus-Raum wie in den alten Spielen -, sie sind auf den Next-Gen-Geräten aber angenehm kurz. Quelle: PC Games Ladezeiten gibt es wieder - inklusive Animus-Raum wie in den alten Spielen -, sie sind auf den Next-Gen-Geräten aber angenehm kurz. Nach viel Lob und vergleichsweise wenig Kritik nun zu dem Punkt, der Valhalla zwar beileibe nicht den Rücken bricht, aber definitiv der konstanteste Nervfaktor ist: So gut die Entwickler auch das Gameplay und die Story gestaltet haben, so schön und stimmig die Welt ist, technisch ist Valhalla eine ziemliche Baustelle. Nicht nur die KI-Routinen von NPCs fallen gerne mal aus, auch Feinde wissen häufig nicht, wo oben und unten ist; es gibt kaum eine Zwischensequenz und kaum einen Kampf ohne seltsam herumspinnende Animationen; Objekte stehen in der Luft oder clippen durch Gegenstände, Elemente werden falsch angezeigt, hinzu kommen teils grobe Vertipper in den deutschen Texten und andere Makel. Nicht ausgelöste Missionen oder Spielabbrüche plagten uns zum Glück nicht, aber es ist fast schon faszinierend, wie unsauber Valhalla an allen Ecken und Enden ist. Hier mehr als irgendwo sonst merkt man dem Spiel an, dass es zu einem bestimmten Moment erscheinen musste und dafür halt Kompromisse in Kauf und Abkürzungen bei er Entwicklung genommen wurden - frei nach dem Motto "Hauptsache, es läuft". Valhalla ist weit davon entfernt, in dieser Hinsicht das schwarze Schaf unter den Assassin's-Creed-Spielen zu sein, diese Ehre kommt Teil 3 und Unity zu. Die ständigen Problemchen sind aber gehörige Immersions-Bremser und es bleibt zu hoffen, dass hier mit Patches für Abhilfe gesorgt wird.

Starke Assassinen-Ansage

Das soll aber niemanden abhalten, der ins Auge gefasst hat, sich Assassin's Creed Valhalla (jetzt kaufen / 53,99 € ) zu holen. Es ist nicht nur das beste Spiel der Reihe seit langer Zeit, sondern auch für sich genommen ein wirklich verdammt gutes Open-World-Abenteuer. Aus dem Kampf zwischen Assassinen und Templern mag schon eine ganze Zeitlang die Luft raus sein, dass die Reihe an sich aber noch über ordentlich Atem verfügt, zeigt der neue Teil auf beeindruckende Art und Weise.

Meinung

Wertung zu Assassin's Creed Valhalla (XSX)

Wertung:

9.0 /10
Pro & Contra
Toll gestaltete SpielweltSehr großer AbwechslungsreichtumSinnvolle Verbesserungen allenthalbenGigantischer UmfangÜberraschend gut umgesetzte HandlungGelungene Mischung aus Altem und NeuemErforschen wird belohntMotivierende Upgrade-SystemeBrutales, direktes KampfsystemSpaßige RaubzügeStealth großteils optional, aber gut gemacht
Ständige AnimationsfehlerBugs und GlitchesViel zu häufige, langsame NPC-folge-PassagenZu oft Schlüssel- und Weg-such-AufgabenAuf „Normal“ recht einfach
Fazit

Ein ziemlich exzellentes Open-World-Abenteuer, das vor Abwechslung nur so strotzt

Bildergalerie

  1. Seite 1 Assassin's Creed Valhalla im Test, Seite 1: Story, Setting, Weltkarte, Missionen und Nebenaufgaben, Kämpfe und mehr
  2. Seite 2 Assassin's Creed Valhalla im Test, Seite 2: Beutezüge, Stealth, Technik-Macken, Meinung und Wertung
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