Sensationelles Zukunftsszenario trifft atmosphärische Mittelalterdramatik. Aber wie gut ist Assassin's Creed wirklich?
Pro Mission müssen Sie zwei bis drei dieser Minigames beenden, damit das Attentatsziel auf der Karte erscheint. Neben den erwähnten Recherche-Arten können Sie noch vertrauliche Gespräche belauschen oder einem Kollegen einen Gefallen tun: Erledigen Sie mehrere Wachen in begrenzter Zeit, erhalten Sie die benötigten Infos für das geplante Attentat. Vor der Tötungsaktion müssen Sie nochmal beim Verbindungsmann vorbeischauen. Dieser überreicht Ihnen eine Feder, die Sie mit dem Blut des Opfers tränken sollen.
Dann ist es endlich so weit: Wir machen uns auf, Jerusalems brutales Stadtoberhaupt kaltzumachen. Um nochmal so richtig die Emotionen in uns zu schüren, zeigt man uns, wie barbarisch der Mann im edlen Gewand vorgeht. Auf einer öffentlichen Versammlung wagt es ein Bürger, Kritik an seinem Herrn zu äußern. Der Tyrann beendet das Schauspiel, indem er dem Mann einen Dolch in die Brust jagt. Blut spritzt, Schreie ertönen. Uns reicht das, er ist fällig!
Wir nutzen die allgemeine Aufregung und schleichen uns an den Moloch heran. Er genießt den Triumph, ist einen Moment unaufmerksam. Dies nutzen wir aus und rammen ihm unsere Klinge in den Rücken. Geschafft? Von wegen, jetzt geht‘s erst richtig los.
Assassine am Fließband
So, liebe Leser, jetzt wissen Sie ungefähr, wie sich eine typische Mission in Assassin‘s Creed spielt. Unser erster Eindruck: überwältigend! Liebevoll dargestelltes Stadtleben, tolle Steuerung und klasse inszenierte Kämpfe. Vielleicht haben Sie sich aber gefragt, warum wir dieses Attentat so ausführlich erklärt haben, wo es doch noch viele weitere Tötungsaufgaben geben muss. Die Antwort ist so simpel wie enttäuschend: Von den zehn Missionen verlaufen neun mehr oder weniger gleich. Klar, Sie wechseln zwischen den drei Städten und die eigentlichen Attentate unterscheiden sich auch. Aber die langwierigen Vorbereitungen sind immer identisch. Ziemlich bald ertappt man sich bei dem Gedanken: „Das kann doch nicht sein, dass nichts Neues kommt.“ Es kommt, aber erst ganz am Ende des rund 20-stündigen Action-Adventures. Auch die Kämpfe konnten uns im Dauertest nicht restlos überzeugen. Wir erhalten zwar nach jedem erledigten Auftrag neue Waffen oder lernen frische Moves. Im Grunde führen aber nur die Konterattacken zum sicheren Sieg. Diese schauen dank cineastischer Kameraperspektive zwar echt cool aus, nach einer gewissen Zeit hat man sich daran aber sattgesehen.
