Assassin's Creed hat verloren, was es vor Jahren mal gut gemacht hatte

Kolumne Antonia Dreßler
Assassin's Creed hat verloren, was es vor Jahren mal gut gemacht hatte
Quelle: Ubsioft / Edit by: PC Games

Ich würde alles dafür tun, mich noch einmal wie beim ersten Assassin's Creed zu fühlen

Überraschend enttäuschend

Und trotzdem: Wenn ein neuer Teil der Reihe angekündigt wird, freue ich mich ja doch immer wieder. Stets mit dem Versprechen, dass es jetzt wieder so cool wie früher wird. Das Paradebeispiel war Mirage, das explizit die Assassin's-Creed-Formel von früher benutzen sollte. Gerade als Fan des allerersten Teils war ich geradezu aus dem Häuschen. Nur um nach drei Spielstunden den Controller aus der Hand zu legen und die Spiel-CD des Originals hervorzukramen. Auch die Idee hinter dem kommenden Projekt mit dem Arbeitstitel "Hexe" fasziniert mich, und mit Shadows kommt aktuell ein Setting, das sich Spieler seit Jahren wünschen.

Assassin's Creed Mirage Quelle: Ubisoft Zwischen mir und Mirage hat es einfach nicht gefunkt. Aber am Ende erwächst diese Vorfreude immer nur aus einer Nostalgie heraus, dass ich mich wieder so fühlen kann, wie beim ersten Mal. Aber das erste Mal Assassin's Creed hat sich auch deswegen gut angefühlt, weil es neu war und noch nie gesehen. Ein Versprechen, das Ubisoft zwar immer wieder gibt, aber am Ende nicht einhält. Wobei das kein exklusives Ubisoft-Problem ist, sondern sich bei allen großen Studios durchzuziehen scheint. Die Sicherheit, die bekannte und bewährte Formeln geben, wenn es um die Verkaufszahlen von Videospielen geht, hält die ganze Industrie mit Tausenden von Jobs am Laufen.

Ist es also einfach so, dass Spieleentwicklung inzwischen an einem Punkt ist, an dem Kreativität zwangsweise leiden muss?

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Gibt uns etwas Neues

Schließlich gibt es auch große Entwickler, die es trotz der wirtschaftlichen Zwänge schaffen, immer wieder das Kind in mir zu wecken, das richtig Bock auf Zocken hat. Da sind Warhorse mit Kingdom Come: Deliverance 2 oder Capcom mit Monster Hunter - und irgendwie habe ich auch Lust auf Avowed, wenn ich denn mal Zeit dafür finde. Diese Spiele haben das Rad auch alle nicht neu erfunden, aber das ist ja auch gar nicht der Anspruch. Ich glaube daran, dass es eine gesunde Mitte gibt zwischen bewährten Konzepten und Innovation. Irgendwo zwischen Spielen, die komplett neue Genres aus dem Boden stampfen, und dem 21. Teil einer Reihe, der einfach nur wiederkäut, was früher mal funktioniert hat.

Manchmal denke ich, dass es vielleicht doch an mir liegt und ich auf meine grantigen alten Tage keinen Gefallen mehr an Assassin's Creed finde, das eigentlich noch genauso cool ist, wie es früher war. Dann stelle ich aber immer wieder in Gesprächen mit anderen Leuten fest, dass es mehreren Menschen so geht und viele frühere Fans finden, dass Assassin's Creed einfach nicht mehr das Gleiche liefert wie noch vor einigen Jahren. In dem Sinne erhebe ich den Zeigefinger und rufe laut "J'accuse...!", auf dass sich bei den Franzosen endlich etwas ändert.

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