Assassin's Creed Origins - E3-Vorschau: Kampfsystem & Fazit
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Assassin's Creed ist mit Origins zurück - und wie! Ubisofts wichtigste Serie erwacht aus dem Dornröschenschlaf und kämpft fortan in einem Genre mit Rollenspiel-Helden wie Geralt und Aloy um Anerkennung. PC Games war auf der E3 vor Ort, durfte eine Stunde lang das neue Meuchelmörder-Spiel ausprobieren und verrät alles zu Skills, Item-System und Szenario.
Assassin's Creed Origins: Das neue Kampfsystem[/h2]In der Arena kämpt ihr abseits der Hauptgeschichte von Assassin's Creed Origins gegen Wellen von Feinden, zwischendurch taucht auch ein Bossgegner auf. Der wird dann - typisch Action-RPG - genau wie draußen in der Open-World mit einem Symbol als besondere Gefahr markiert; die Chance, höherwertige Ausrüstung bei seinem Leichnam zu finden, ist besonders hoch. Doch bis es soweit ist, wartet erst mal ein harter Kampf auf euch. Dass sich der auch für Assassin's Creed-Veteranen anders anfühlt, als man es von der Serie gewohnt ist, liegt an der neuen Art, wie euch Assassin's Creed Origins seine Gefechte steuern lässt.
In diesem Artikel
Am Xbox-Gamepad aktiviert ihr mit der linken Schultertaste LB die Zielaufschaltung, wie in Dark Souls wechselt ihr per rechtem Analogstick den anvisierten Gegner. Leichte Angriffe von diesem Widersacher werden automatisch geblockt; die KI-Feinde können mit schweren Hieben eure Deckung durchbrechen. Das gleiche Schlagrepertoire steht auch eurem Avatar zur Verfügung, dazu dienen rechte Schultertaste (RB) und rechter Trigger (RT). Zudem weicht ihr mit der blauen X-Taste unbegrenzt oft aus (eine Ausdauerleiste wie im deutschen RPG Elex gibt es nicht), LT bringt den Bogen in Stellung.
Quelle: Ubisoft
Tiere sollen einem geregelten Tagesablauf nachgehen, ihre künstliche Intelligenz handelt nach Vorgaben wie "Du bist müde, geh schlafen" oder "Lass uns Wildschweine jagen gehen!".
Wer etwa mit seiner Axt oder einem langstieligen Sichelschwert geschickt Angriffe zu Kombos aneinander reiht, macht mit seinen Feinden kurzen Prozess, allerdings sind die auch nicht untätig. Da Bayeks Gesundheit anfangs zudem nicht regeneriert (dafür braucht es erst ein Skill-Upgrade), waren die Gefechte in der E3-Demo von Assassin's Creed Origins angenehm knifflig, anfangs sogar ein bisschen frustrierend. Schön taktisch: Wer die Entfernung zum Gegner falsch einschätzt, dessen Angriffe gehen ins Leere; in den Vorgängern half das Spiel hier gerne mal automatisch nach, indem es den Helden näher an den Feind rückte. Eine Hilfe stellt in Origins derweil die "Overpower"-Fähigkeit ein: Am unteren Bildschirmrand füllt sich mit jedem erfolgreich gelandeten Schlag eine Adrenalinleiste; ist sie voll, drückt ihr die Tasten für leichte und schwere Schläge gleichzeitig und erledigt einen Gegner sofort. Mit den richtigen Upgrades lässt sich diese mächtige Fähigkeit noch weiter ausbauen.
Aber Vorsicht: Wer glaubt, er könnte einfach so durch Ägypten spazieren und reihenweise Gegner umhauen, der täuscht sich, denn genau wie Held Bayek besitzen auch die Widersacher feste XP-Stufen, die nach Regionen und Spielfortschritt sortiert sind. Dementsprechend müsst ihr euch zu Beginn der Kampagne von Gebieten mit hochstufigen Feinden fernhalten, wollt ihr nicht ratz-fatz Hyänenfutter werden. Freilich gibt es auch Wege, eigentlich übermächtigen Widersacher trotz schwacher Ausrüstung und wenigen Talentpunkten die Hölle heiß zu machen. Genau wie in Far Cry 4 stehen etwa immer wieder Käfige mit gefährlichen Tieren herum. Einfach die Tür kaputt hauen und schon stürzt sich ein Löwe auf arglose römische oder ägyptische Soldaten. Ebenfalls aus Ubisofts großer Shooter-Serie entliehen: die destruktive Wirkung von Feuer. Einfach die Pfeilspitze auf der gespannten Bogensehne in die offenen Flammen halten und schon habt ihr einen Brandpfeil - denn nun etwa in ein paar herumstehende Tonkrüge voller Öl geschossen und prompt breitet sich im Feindeslager ein verheerender Flammenteppich aus.
Quelle: Ubisoft
In Assassin's Creed Origins erkundet ihr Grabkammern - wohl inklusive knackiger Rätsel und fieser Fallen.
Wer seriengerecht lieber unauffällig vorgehen will, der drückt den rechten Analogstick nach unten und aktiviert so den Schleichmodus. Geduckt stehlt ihr euch an den Sichtfeldern von Wachen vorbei, geht in Deckung und führt Attentate aus verdeckter Position durch. Die Leichen wirf sich Bayek über die Schulter und versteckt sie im hohen Gras. Ihr seht schon: Assassin's Creed Origins lässt sich auch als Schleichspiel erleben. Dabei hilft ein tierischer Begleiter des Hauptcharakters: Der Falke übernimmt die Aufklärung und erinnert an die Eule aus Far Cry Primal (minus Feuerbomben) sowie die Drohne aus Ghost Recon Wildlands. Denn der Falke kann nahezu regungslos in der Luft stehen, während wir die Ansicht an Gegner heranzoomen und sie für Bayek markieren oder versteckte Missionsziele ausfindig machen. Das ist nicht allzu realistisch, passt aber zur Assassin's Creed-typischen Adlersicht - die gibt's in Origins nur noch als Puls, der in unmittelbarer Nähe befindliche Gegenstände und Gegner aufdeckt und mit dem Drücken des linken Analogsticks initiiert wird.
So finden wir während der Preview-Demo etwa einen Informanten auf einer der großen Schiffe auf dem Nil. Selber steuern dürfen wir diese mächtigen Segler nicht. Wohl aber kapern, denn einige von ihnen dienen als mobile Gegner-Lagerstätte inklusive Schatztruhe. Zur schnelleren Fortbewegung auf dem feuchten Nass stehen euch zwei Klassen von Mini-Seglern zur Verfügung. Von befreundeten Fischern dürft ihr euch eine solche Schaluppe ausleihen; das klappt genau so wie beim deutlich rabiateren Autoklau in Grand Theft Auto 5. Anschließend zischt ihr mit hohem Tempo über den Nil oder durch die Küstenbereiche des Mittelmeeres. Abstecher ins kühle Nass sind gewollt: In Assassin's Creed Origins könnt ihr tauchen und am Boden von Fluss oder Meer den ein oder anderen interessanten Fund machen. Black Flag lässt grüßen - in Assassin's Creed Origins sollen wohl auch die großen Schiffskämpfe aus dem Vorgänger in der ein oder anderen Form auftauchen.
Quelle: Ubisoft
In Assassin's Creed Origins kann der Held wieder tauchen. Unterwasser warten manchmal grausige, manchmal lohnenswerte Funde.
Während ihr im Wasser mit Krokodilen oder um Luft ringt, birgt die Wüste ganz eigene Gefahren und Herausforderungen. Dort erleidet Bayek nämlich einen Hitzschlag, wenn ihr euch mit ihm zu lang in der Sonne aufhaltet. Also sucht ihr nach Schatten oder macht bei Oasen halt - oder ihr nutzt das Meditieren-Feature, um die Spielzeit zu beeinflussen und in der Nacht über den Sand zu reisen. Zur Durchquerung der Wüste eignet sich auch ein Vehikel, das perfekt ins neue Ägypten-Szenario passt: Streit- bzw. Rennwagen. Auch dafür müsst ihr erst einmal den richtigen Skill freischalten, danach könnt ihr Gegner von den Wagen kicken, die Zügel selbst in die Hand nehmen und Pferd samt Gespann für die schnelle Überbrückung großer Distanzen oder den Angriff auf arglose Fußsoldaten zweckentfremden. Das sieht nach einem sehr coolen Feature aus, wir durften es beim Anspielen von Assassin's Creed Origins aber noch nicht ausprobieren!
Kletter-Gameplay und Xbox One X-Performance
Nicht viel verändert hat sich derweil bei einem der Eckpfeiler des Assassin's Creed-Gameplays: Auch in Origins klettert ihr wieder nahezu automatisch Häuserfassden hoch. Echte Herausforderungen für Parkour-Experten dürften wohl die in der Demo noch nicht besteigbaren Pyramiden darstellen; allzu viele andere hohe Gebäude waren in der bislang zu sehenden ägyptischen Architektur noch nicht auffindbar. Fast schon angenehm vertraut wirkt der Umstand, dass die Steuerung bei diesen Klettereinlagen auch in Assassin's Creed Origins wieder minimal hakelig ist, manchmal springt Bayek von einer Mauer weg, wenn er sich eigentlich wo hochziehen sollte, oder er hüpft über ein Hindernis, statt dahinter in Deckung zu gehen. Aber das wirkt angesichts der dramatischen Änderungen vieler anderer Spielelemente auf Kenner der Serie nahezu beruhigend: Ja, auch Origins ist definitiv noch ein Assassin's Creed!
Quelle: Ubisoft
Assassin's Creed Origins hat einen fließenden Tag-Nacht-Wechsel. Das Kampfsystem entleiht sich die Aufschalt-Mechanik aus Dark Souls.
Was uns dagegen enttäuscht hat (gemessen an der hohen Erwartungshaltung), ist die grafische Qualität der gespielten Version. Die Xbox One X konnte Assassin's Creed Origins zwar in 4K-Auflösung (genauer: 3840x2160 Pixel) rendern und dabei eine stets flüssige Framerate von 60 Bildern pro Sekunde aufrecht erhalten. Doch trotz dieser zweifellos beeindruckenden Leistung hat uns die reine optische Pracht nicht komplett umgehauen. Gerade angesichts der hohen Auflösung überraschten uns dann doch so einige unscharfe Kanten und verwaschene Texturen auf unangenehme Weise, zudem gab es vereinzelte Pop-Up-Effekte. Das ist angesichts der hohen Sichtweite und großten Detailtiefe aber zu verschmerzen, erst recht weil sich Assassin's Creed Origins noch im Alpha-Stadium befindet und Ubisoft bis zum Release noch an praktisch allen Spielaspekten schraubt, inklusive Technik. Dennoch: Von der aktuell stärksten Konsole Xbox One X hatten wir uns mehr erhofft!
Der Assassin's Creed Origins-Release ist für den 27. Oktober 2017 angesetzt, der Termin soll eine parallele Veröffentlichung für PC, PS4 und Xbox One umfassen. Ein Multiplayer-Modus könnte in naher Zukunft angekündigt werden.
