Assassin's Creed: Origins: Was wir alles in der Open-World anstellen können - Preview zum neuen Quest-System
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Wir waren drei Monate vor dem Release von Assassin's Creed Origins zu Besuch bei Ubisoft Montreal. Dort durften wir nicht nur selbst Hand anlegen, sondern konnten mit den leitenden Entwicklern ausführlich über die Entstehung des Ägypten-Abenteuers sprechen. Im ersten Teil unserer Artikelreihe geht es um das überarbeitete Quest-System.
Eine Reise nach Kanada, die ist bei hitzigen Temperaturen - wie wir sie aktuell zumindest hier in Franken haben - eine Wohltat. Wenn es aber dann dazu noch nach Montreal geht und dort ein Studio-Termin mit den Entwicklern von Assassin's Creed: Origins ansteht, könnte man davon sprechen, dass (Redakteurs-)Träume endlich in Erfüllung gehen. Nach einem Pausenjahr steht das Open-World-Abenteuer im antiken Ägypten ganz weit oben in der Wunschliste vieler Spieler - und ebenso beim Autor dieses Artikels. Das rührt nicht von ungefähr, denn der französische Publisher hat nicht nur mit dem spannenden und zugleich unverbrauchten Setting ein Glücksgriff getan, sondern hat auch mit dem verbesserten Kampfsystem, der unglaublich schönen und abwechslungsreichen Spielwelt und den vielversprechenden Rollenspiel-Anleihen viel in petto. Insgesamt merkte man schon beim ersten Anspieltermin auf der E3, dass die Entwickler die zusätzliche Zeit ausgenutzt haben und Origins zumindest auf den ersten Blick größer und abwechslungsreicher ausfällt als die Konkurrenztitel. Schlussendlich zählen natürlich die Theorie und die Zahlen nur wenig, wenn es um gelungene Open-World-Spiele geht. Schon deshalb fanden wir den Termin in Kanada äußerst spannend.
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Assassin's Creed Origins in der Vorschau: Weg von Schema F
Denn in Montreal durften wir uns nicht nur viele spannende Vorträge über das Kampfsystem, die riesige offene Spielwelt und ihre Geschichte oder die Rollenspielmechaniken anhören, sondern ebenso selbst ausprobieren, wie zum Beispiel die im Vergleich zu den Vorgängern stark überarbeitete Quest-Struktur funktioniert. Aus den letzten Teilen erinnert man sich ja eher noch an die oftmals aufwendig inszenierten Hauptmissionen, die Nebenaufgaben waren bis auf wenige Ausnahmen hingegen nach Schema F gebaut und deren Inhalte oftmals nach wenigen Stunden gänzlich vergessen. So mussten wir uns etwa in Assassin's Creed 4: Black Flag nach Noten auf die Suche machen, damit unsere Piratenmannschaft immer wieder neue Shanty-Lieder vom Besten gaben oder wahlweise bestimmte Inselfestungen sturmreif schießen konnten oder uns auf die Jagd nach berüchtigten Freibeutern begeben.
In anderen Teilen galt es hingegen bestimmte Personen zu verfolgen, Zitadellen zu erobern, (Kirchen-)türme zu erklimmen oder Rätsel in den Romulus-Höhlen zu meistern. Alleine durch die Anzahl der Aufgaben wurde unserer Meinung nach zwar genügend Abwechslung geboten, jedoch fehlte es den Nebenmissionen ein wenig an Dramaturgie - die grandiosen Leonardo-Aufträge aus Assassin's Creed 2 und Brotherhood möchten wir an dieser Stelle natürlich ausklammern. Genau das wollen die Entwickler von Origins nun ändern. Zum einen sollen die Nebenquests deutlich verzweigter ausfallen und zum anderen uns die Spielwelt und das alltägliche Leben zur Zeit Kleopatras durch schräge Charaktere oder abgedrehte Geschichten näherbringen. Oft dauern die zusätzlichen Aufträge eine knappe Stunde und führen uns durch die gesamte gigantische Spielwelt - sozusagen von Alexandria im Norden bis Memphis im Süden. Eine Neuheit für die Serie ist, dass wir jederzeit zwischen den Neben- und Hauptaufträgen hin- und herschalten können - ähnlich wie in modernen Rollenspielen.
Quelle: Ubisoft
Assassin's Creed Origins: Impressionen der Gizeh-Quests (2)
Assassin's Creed Origins in der Vorschau: Gizeh-Kids
Die Hauptmissionen drehen sich wiederum um die Gründung des Assassinen-Ordens, den unser Haudegen Bayek eines Tages aus der Taufe heben wird. Diese werden natürlich noch stärker inszeniert werden und auch länger ausfallen als die Nebenquests. Doch die von uns gespielte, bei den Pyramiden von Gizeh angesiedelte Mission bot eine nette Handlung und sogar eine - wenn auch ein wenig vorhersehbare - Überraschung.
Als wir uns dem fünften Weltwunder auf unserem Kamel nähern, werden wir plötzlich hinterrücks von einem Unbekannten K.O. geschlagen. Erst viele Minuten später wachen wir auf und müssen feststellen, dass unser Hab und Gut spurlos verschwunden ist. Immerhin haben die Diebe aber nicht unsere Waffen gestohlen und außerdem hören wir einen Mann ganz in der Nähe ein ähnliches Schicksal beklagen. Nach einem kurzen Gespräch sind wir ein Stück weiser: Bei dem Mann handelt es sich um einen griechischen Kartographen, dessen Aufzeichnungen über das Gebiet um Gizeh dummerweise gestohlen wurden. Er wäre sehr dankbar, wenn wir auch seine Habseligkeiten wiederbeschaffen könnten. Einen ersten Hinweis gibt der gute Mann uns ebenfalls, in der Nähe einer Ruine sollen wir eventuell auf die Räuber treffen. Da können wir schlecht Nein sagen, zumal wir schon wegen unserer Goldstücke die fiesen Banditen dingfest machen wollen.
Quelle: Ubisoft
Assassin's Creed Origins: Impressionen der Gizeh-Quests (3)
Bei den Ruinen angekommen, machen wir von unserem "siebten Sinn" Gebrauch und werden so auf wichtige Stellen im Areal durch Symbole aufmerksam gemacht. Die erste Spur führt zu einem kleinen Kind, der aber behauptet, nichts von den Räubern zu wissen. Der zweite Hinweis aber bringt uns tatsächlich auf eine Fährte: Ein sehr kleiner und schmaler Durchgang, den nur ein Kleinwüchsiger begehen kann, scheint darauf zu deuten, dass das Kind am Eingang der Ruine doch mehr weiß. Doch bevor wir es einfach aus heiterem Himmel beschuldigen, wollen sicherheitshalber einen anderen Eingang finden und nachschauen, was sich hinter dem Durchgang wirklich befindet. Genau auf der anderen Seite lassen sich dann auch leicht ein paar Steinblöcke verschieben und so gelangen wir in eine Höhle. Dort finden wir zu unserer Überraschung noch ein zweites Kind mit einigen Schätzen in der Hand und so sind wir uns nun sicher, dass die Kinder mit den Räubern etwas zu tun haben. Nachdem wir auch das andere Kind am Eingang verhört haben, erfahren wir, dass der Rest der Bande und ihr Diebesgut in einer der Pyramiden versteckt sind.
Den Eingang in eines der Pyramidengräber finden wir relativ einfach und auch der Rest der diebischen Bande ist ebenso schnell gefasst. Im Gespräch mit den kleinen Rabauken bekommen wir zu hören, dass sie von den eigentlichen Räubern dazu gezwungen wurden, Passanten auszunehmen. Ihr Beschützer namens Anton wird nämlich in einer Höhle von den Fieslingen festgehalten. Wir würden den Kindern einen großen Gefallen machen, wenn wir Anton verschonen oder gar befreien würden.
Das Versteck der Räuberbande ist nur einen kurzen Ritt von den Pyramiden entfernt. Dort angekommen, schicken wir unseren Adler Senu in die Luft, damit wir wissen, wo lang wir gehen müssen und außerdem können wir so alle Fieslinge markieren. Danach erledigen wir die Gegner mit Pfeil und Bogen aus guter Entfernung, verstecken ihre Leichen und schalten noch ein paar der Räuber mit unserem Sichelschwert aus. Als wir dann die Höhle in aller Ruhe erkunden, stoßen wir auf einen hölzernen Käfig. Darin wird ein Hund festgehalten, aber von anderen Kindern fehlt jede Spur. Erst als wir den Käfig aufmachen, wird uns klar, dass unsere kleinen Diebe mit "Anton" den Hund gemeint haben. Den Vierbeiner eskortieren wir aus der Höhle heraus, schnappen uns aber davor noch die Aufzeichnungen des Kartographen und ebenso unser gestohlenes Hab und Gut.
Quelle: Ubisoft
Assassin's Creed Origins: Impressionen der Gizeh-Quests
Assassin's Creed Origins in der Vorschau: Lebendige Open-World
Die Nebenmission ist an dieser Stelle, nach mehr als halben Stunde Spielzeit, nicht ganz zu Ende. Die Kinder informieren uns, dass der Chef der Räuberbande nicht in der Höhle war, sondern mit einem Pferd weggeritten ist. Bei dem Häuptling handelt es sich um einen relativ harten Gegner, den wir erst nach einigen Versuchen tatsächlich ausschalten können. Das liegt vor allem daran, dass er unsere Angriffe fast immer pariert und ebenso gekonnt unseren Pfeilen ausweicht. Doch mit gezielten Schüssen können wir ihn dann doch von seinem Pferd niederreißen und anschließend mit unserem Schwert erledigen. Die Kinder sind sichtlich froh und dank unseres Charmes können wir den griechischen Kartographen dazu überreden, die ehemaligen Diebe mit auf seine Reise nach Memphis zu nehmen.
So geht die von uns gespielte Nebenmission zu Ende und wir sind tatsächlich erstaunt, wie gut die Inszenierung in den Ingame-Zwischensequenzen ist und wie viel Abwechslung schon innerhalb eines Auftrages geboten wird. Laut den Entwicklern soll es noch viele weitere ähnliche Missionen geben und so sind wir uns sicher, dass Assassin's Creed: Origins das ungewöhnliche Ägypten-Setting dank vieler lebendig wirkender Charaktere mit ihren vielen kleinen Geschichten näher bringen wird. Dabei machen die Nebenquests auch richtig viel Spaß, was oft auch an dem aufgebohrtem Kampfsystem liegt - dazu mehr im nächsten Teil unserer Origins-Artikelreihe!
