Armored Warfare im PS4-Test: F2P-Panzerschlacht mit motivierendem PvE-Modus 

Test Sönke Siemens Benedikt Plass-Fleßenkämper Wolfgang Fischer
Armored Warfare im PS4-Test: F2P-Panzerschlacht mit motivierendem PvE-Modus 
Quelle: PC Games

Mit Armored Warfare stürmt ein neues Free2Play-Panzerspiel aufs PS4-Online-Schlachtfeld. Müssen sich World of Tanks und War Thunder warm anziehen? In unserem PS4-Test zu Armored Warfare lest ihr die Antwort.

Was haben World of Tanks, War Thunder und Cross out gemeinsam? Klar, in allen Fällen handelt es sich um beliebte Free2Play-Titel mit schwer bewaffneten Fahrzeugen in der Hauptrolle. Außerdem erschienen alle Spiele zunächst für den PC und wurden erst dann auf Konsole portiert. Mit dem ursprünglich von Obsidian Entertainment entwickelten Armored Warfare schließt sich nun eine weitere PS4-Umsetzung dieser illustren Runde an. Der große Unterschied: Während sich bei World of Tanks und War Thunder alles um historisches Kriegsgerät dreht und bei Crossout kuriose Selbstbau-Vehikel den Ton angeben, steht Armored Warfare ganz im Zeichen moderner Kriegsführung. Wer also schon immer mal den russischen Hightech-Panzer T-14 Armata, den chinesischen Vorzeige-Tank Type 99A2, das US-Arbeitstier M1A2 SEP sowie verschiedene Varianten des deutschen Exportschlagers Leopard 2 selbst steuern wollte, liegt hier goldrichtig.

Viel zu tun für Koop-Fans

Die Bildschirmanzeigen brauchen recht viel Platz, sind dafür aber sehr informativ. Ein grünes Fadenkreuz etwa verrät euch, dass das Projektil die Panzerung ziemlich sicher durchschlagen wird. Quelle: PC Games Die Bildschirmanzeigen brauchen recht viel Platz, sind dafür aber sehr informativ. Ein grünes Fadenkreuz etwa verrät euch, dass das Projektil die Panzerung ziemlich sicher durchschlagen wird. Doch nicht nur hinsichtlich des Fuhrparks geht Armored Warfare eigene Wege, auch bei der Gewichtung der Spielmodi setzt Publisher My.com etwas andere Schwerpunkte. Kooperativ spielbare PvE-Schlachten zum Beispiel sind ein essenzieller Bestandteil des Gameplays, eng mit dem Fortschritts-System verwoben und sogar in ein eigenes kleines Erzähluniversum eingebettet. Aufhänger der Geschichte: Politische und wirtschaftliche Umwälzungen sorgen in den 2030er-Jahren für immer neue Krisenherde auf der ganzen Welt. Da sich jedoch viele Länder mit der Lösung der Probleme überfordert fühlen beziehungsweise sich nicht die Hände schmutzig machen wollen, heuern sie zunehmend private Militärunternehmen an. Der Spieler verdingt sich als Söldner bei einem solchen Armee-Dienstleister und wird dadurch mit einer Vielzahl von nett inszenierten PvE-Aufträgen konfrontiert.

In "Operation: Harbinger" zum Beispiel werden wir abberufen, um einen belagerten Stadtkern von motorisierten Störenfrieden zu säubern. In "Operation: Tsunami" vertreiben wir ein Schmugglerkartell aus einem Hafengebiet und in "Operation: Kavallerie" geht's darum, heikle Daten aus einem abgestürzten Militärflugzeug zu bergen, damit sie dem Feind nicht in die Hände fallen. Schön gemacht: Um das Mittendrin­-Gefühl zu intensivieren, kommentiert eine per Funk zugeschaltete Kontaktperson wichtige Entwicklungen innerhalb einer Mission - etwa wenn es uns mal wieder gelungen ist, eines der optionalen Bonus-­Ziele abzuhaken. Befremdlich hingegen: Hin und wieder wechselt die Sprachausgabe mitten im Kampf von Deutsch auf Englisch. Ein seltsamer Fehler, den der nächste Patch hoffentlich bereinigt.

PvE-Missionen kommen in drei Schwierigkeitsgraden daher. Die höchste Stufe „Schwer“ geht man am besten mit einem erfahrenen Koop-Team an. Quelle: PC Games PvE-Missionen kommen in drei Schwierigkeitsgraden daher. Die höchste Stufe „Schwer“ geht man am besten mit einem erfahrenen Koop-Team an. Die Missionen selbst nehmen in der Regel fünf bis zehn Minuten Zeit in Anspruch - zumindest auf den ersten beiden Schwierigkeitsgraden. Auf "Schwer" jedoch kann's schon mal länger dauern, da Feinde nun deutlich zahlreicher, hartnäckiger und cleverer vorrücken und gezielte Absprachen mit den Kollegen praktisch unerlässlich werden. Gut so, denn genau das ist schließlich die Quintessenz eines jeden Koop­-Modus! Keine Lust auf Voicechat­-Gequassel? In diesem Fall könnt ihr euch alternativ mit sieben jederzeit abrufbaren Chat­-Phrasen wie "Verstanden", "Hilfe", "Angriff!" usw. verständigen.

Kreative Fusion von PvE und PvP

Außer einem Trainingsgelände und mehr als einem Dutzend PvE­-Missionen stehen zwei weitere Modi auf der Panzerfahrer­-Agenda. Zum einen "Schlacht", also klassische 15-­versus­-15­-PvP­-Duelle im Stil von World of Tanks, bei denen beide Teams um die Kontrolle von ein oder zwei Basen 17 verschiedene Karten sorgen für Abwechslung und entführen euch unter anderem nach Jamaika, Panama, Russland, in den Nahen Osten sowie in die Mojave-Wüste.  Quelle: PC Games 17 verschiedene Karten sorgen für Abwechslung und entführen euch unter anderem nach Jamaika, Panama, Russland, in den Nahen Osten sowie in die Mojave-Wüste.  ringen. Macht Laune, war im Testzeitraum aber kaum frequentiert und mit langen Matchmaking­-Wartezeiten verbunden. Etwas mehr los war bei den sogenannten Global Operations (GLOPS), unserem geheimen Modi­-Favoriten. Die Idee hier: Zwei Mannschaften mit maximal je 15 Spielern stehen sich auf ziemlich großen, eigens für diesen Modus entworfenen Schlachtfeldern gegenüber - immer mit dem Ziel vor Augen, den Ticketvorrat des anderen Teams zu dezimieren.

Letzteres klappt am besten, indem wir markierte Kartenbereiche einnehmen und nebenbei möglichst viele Feindeinheiten durch gezielten Beschuss in qualmende Schrotthaufen verwandeln. Netter Twist: In jeder GLOPS­-Schlacht mischen immer auch KI­-Gegner mit, die nicht selten beide Teams als Widersacher einstufen. Passen wir also nicht auf, kann es schnell passieren, dass uns ebendiese dritte Fraktion in denkbar ungünstigen Momenten in den Rücken fällt und ein koordiniertes Vorrücken auf Feindstellungen im Handumdrehen zunichtemacht.

Mit Wildcards zum Sieg

Battlefield 1 lässt grüßen: Im Modus Global Operations verliert das gegnerische Team Tickets, sobald ihr vorgegebene Punkte unter eure Kontrolle gebracht habt. Quelle: PC Games Battlefield 1 lässt grüßen: Im Modus Global Operations verliert das gegnerische Team Tickets, sobald ihr vorgegebene Punkte unter eure Kontrolle gebracht habt. Die globalen Operationen besitzen zudem die Eigenheit, dass sie über drei Phasen hinweg stattfinden und sogenannte interaktive Elemente einbinden. Auf der Karte "Desert Crossing" zum Beispiel können wir die Position von Brücken verändern und dem Gegner auf diese Weise Stolpersteine in den Weg legen. Weiteren Nervenkitzel garantieren dynamische Wetterwechsel und sogenannte Wildcards-Punkte auf der Karte, deren Eroberung verschiedene Unterstützungsmaßnahmen freischalten. Der KI­-kontrollierte Bunker etwa nimmt feindliche Tanks mit panzerbrechender Munition aufs Korn, ein B2-­Flieger wirft Bombenteppiche ab, die Überwachungsdrohne verrät den Standort von allen Bösewichten in unserer Umgebung und Versorgungszonen erlauben den schnellen Zugriff auf neue Munitionsvorräte. Ebenfalls prima für Spielfluss und Abwechslung: Geht unser Gefährt in Rauch und Flammen auf, können wir bei Global Operations nach einer kurzen Wartezeit von ca. 20 Sekunden wieder mit einem neuen Fahrzeug in die Partie einsteigen und weiterkämpfen.

Meinung

Wertung zu Armored Warfare (PS4)

Wertung:

7.8 /10
Pro & Contra
Motivierender PvE-ModusPackende GLOPS-SchlachtenViele interessante PanzertypenSolides BalancingAnsprechende GrafikVerzichtet auf kostspielige Premium-Munition
Matchmaking in den PvP-Modi dauert sehr langeManchmal englische Sprachausgabe in der deutschen VersionStreckenweise unschöne Pop-ups
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