Apex Legends: Nachtest der Switch-Version - Ein technisches Trauerspiel
Auch auf der Nintendo Switch könnt ihr nun zur Apex Legende werden. Aber will man das überhaupt, wenn die Version im Vergleich mit schlechter Auflösung, niedriger Framerate und Gefechtsgestotter daherkommt? Unser Nachtest verrät euch, ob der Kampf ums Überleben auf der Switch lohnt.Battle-Royale-Spiele sind auch im Jahr 2021 noch eines der größten und erfolgreichsten Genres in der Videospiel-Szene. Playerunknown's Battlegrounds hält sich tapfer in der eSport-Szene und Fortnite wirft seine Spieler aus dem fliegenden Battle Bus in die sechste Saison. Da ist es wenig verwunderlich, dass das Battle-Royale-Steckenpferd von EA mit dem Namen Apex Legends ebenfalls einige Erfolge feiern konnte. Nach den Varianten für PC, PlayStation und Xbox, die wir bereits ausgiebig getestet haben, folgte am 10. März eine Nintendo Switch-Version, die jedoch schon kurz nach Erscheinen derbe Kritik einstecken musste. Im Vergleich zu den anderen Konsolen und dem PC weist die Switch-Variante nämlich einige technische Unzulänglichkeiten auf. Aber wie schlimm sind Framerate, Auflösung und Grafik wirklich?
Primär peinliche Performance
Dass Apex Legends (jetzt kaufen 99,99 € ) auf der Nintendo Switch nur in 30 FPS laufen wird, wurde schon im Vorfeld verraten und hat sich beim Spielen bestätigt.
Quelle: PC Games
Lange Leitung: Viele der Texturen müssen erst mal nachgeladen werden, wenn sie im Blickfeld landen.
Am Fernseher bringt es das Spiel auf 720p, ist aber ein Schlachtfeld schwammiger Texturen und plötzlicher Pop-Ins. Das wäre prinzipiell nicht so schlimm, niemand spielt einen Multiplayer-Shooter, um ein grafisches Feuerwerk zu genießen. Leider ist die reduzierte Auflösung aber nicht nur unangenehm fürs Auge, sondern macht es auch deutlich schwieriger, gegnerischer Spieler zu erkennen. Immerhin die 30 Bilder pro Sekunde werden größtenteils(!) stabil gehalten. Wer vom Spielen auf dem PC aber an 60 FPS gewöhnt ist, wird bei der Einschränkung natürlich trotzdem die Nase rümpfen.
Wollt ihr das Spiel unterwegs spielen, braucht ihr natürlich eine funktionierende Internet-Verbindung, weshalb Apex Legends bei dem Internet-Ausbau in Deutschland kein konformer Kandidat für portables Vergnügen ist. Im Handheld-Modus werdet ihr aber ohnehin nicht viel Freude haben: Die Auflösung ist mit 576p noch niedriger als am Fernseher und leidet unter den gleichen Problemen in puncto Texturen und Pop-Ins. Außerdem gerät neben eurer Spielfigur auch die Bildrate ins Dauerfeuer und sinkt bei Gefechten gerne unter die veranschlagten 30 FPS.
Alternativ zum Standard-Repertoire könnt ihr auf der Switch auch mit der eingebauten Bewegungssteuerung spielen. Wenig verwunderlich ist die aber
Quelle: PC Games
Ein steiniger Port: Trotz schlechter Bildrate lässt die Grafik zu wünschen übrig.
eher ungenau und damit eher ein Nachteil. Zum Glück lässt sie sich in den Optionen gänzlich ausstellen. Eine kleine Starthilfe gibt es aber immerhin: Wenn ihr euch das erste Mal auf der Switch einloggt, bekommt ihr 30 Level für den Battle Pass gratis und in den ersten zwei Wochen erhalten Spieler die doppelte Menge Erfahrungspunkte. Des Weiteren spendiert euch EA einen legendären Skin für den Helden Pathfinder.
Das Kreuz mit dem Cross-Play
Die Switch-Variante bietet zwar die Möglichkeit zum übergreifenden Spielen mit Nutzern anderer Konsolen oder des PCs, davon ist aber aufgrund der schlechteren Performance auf Nintendos digitalem Zugpferd abzusehen. Schließlich hinterlässt ein Hardware-Nachteil, der die eigenen Shooter-Skills einschränkt, einen ziemlich bitteren Nachgeschmack. Vor allem dann, wenn man weiß, dass die Konkurrenz nicht darunter leidet. Da Apex Legends ein Online-Multiplayer- und kein Single-Player-Spiel ist, sind die schlechte Performance und die niedrige Framerate doppelt ärgerlich. Ohne übergreifendes Spielen sind die Wartezeiten bedauerlicherweise aber extrem lang.
Da Cross-Play als Default-Einstellung festgelegt ist, werden viele Spieler sicher nicht einmal bemerken, dass sie auch mit Nutzern von anderen Konsolen oder dem PC unterwegs sind. Dies führt nicht nur zu extrem langen Wartezeiten für die Runden, in denen sich nur Switch-Spieler tummeln wollen. Es bedeutet auch, dass sich viele gegen Konkurrenten von
Quelle: PC Games
Nahezu unsichtbar: Die Option um Cross-Play auszuschalten, ist ziemlich gut im Menü versteckt und dummerweise automatisch aktiviert.
anderen Plattformen mit besseren technischen Voraussetzungen und mehr Erfahrung durchsetzen müssen, ohne dies überhaupt zu wissen. Außerdem ist trotz Cross-Play kein Cross-Save möglich. Mit eurem bestehenden Account auf die Switch zu wechseln ist also nicht drin, ergäbe angesichts der technischen Lage aber ja auch wenig Sinn.
Natürlich könnt ihr Apex Legends auch auf der Switch kostenlos spielen und im Nintendo eShop runterladen. Darüber hinaus ist aber auch die Champion Edition für 39,99€ verfügbar, bei der ihr neun Legenden, also alle Charaktere bis Saison 7 freischaltet, sowie je drei exklusive, legendäre Waffen- und Charakter-Skins. Außerdem im Gepäck: 1.000 Apex-Münzen zum Verprassen im Ingame-Shop. Da das Spiel aber kostenlos spielbar ist und gerade die Switch-Version in vielen Belangen zu wünschen übriglässt, solltet ihr Apex Legends vielleicht lieber erstmal in der kostenlosen Version antesten.