Apex Legends: (Fast) alles richtig gemacht - der Fortnite und PUBG-Konkurrent im Test

Test Sascha Lohmüller
Apex Legends: (Fast) alles richtig gemacht - der Fortnite und PUBG-Konkurrent im Test
Quelle: PC Games 

Mit Apex Legends steigen Respawn und EA in den Kampf um die Battle-Royale-Krone ein. Wir haben uns den Free2Play-Titel ausgiebig gespielt und verraten euch im Test, was Apex Legends anders als Fortnite oder PUBG macht und warum das eine gute Sache ist.

Battle Royale ist wohl DAS Thema im Videospiele-­Bereich der letzten knapp 18 Monate. Angefangen mit Player­unknown's Battlegrounds (kurz: PUBG) und später Fortnite sowie Call of Duty: Black Ops 4 hat sich die Massenkeilerei wohl zum mittlerweile beliebtesten Online-Modus der Welt gemausert.

Allein Epics Comic-Ballerei zählt über 200 Millionen registrierte Spieler. Nun betritt auch EA die Battle-­Royale-Bühne - mit dem bis kurz vor Release geheim gehaltenen Apex Legends (jetzt kaufen 99,99 € ), das im Titanfall-Universum spielt. Logisch also, dass auch Respawn, dessen Entwickler, verantwortlich zeichnet. Mit dem Firestorm-DLC für Battlefield 5 wirft Electronic Arts ja bald auch noch einen zweiten Hut in den Ring ...Doch das ist Zukunftsmusik, denn im Hier und Jetzt ist Apex Legends das heiße Thema: Knapp eine Woche nach Release hat der Free2Play-Shooter bereits 25 Millionen registrierte Spieler zu verzeichnen, von denen weit über zwei Millionen gleichzeitig online waren. Zum Vergleich: Das ist knapp doppelt so schnell wie bei Fortnite. Grund genug also, dass wir uns auch in die Schlacht warfen, um das neue Phänomen zu ergründen.

Direkt die wichtigste Info vorneweg: Auch wenn Apex Legends im Titan­fall-Universum spielt, werdet ihr (vorerst?) keine haushohen Mechs besteigen Zum Start einer Partie springt ihr aus einem Dropship über der Karte ab. Wo, das ist euch überlassen. Quelle: PC Games  Zum Start einer Partie springt ihr aus einem Dropship über der Karte ab. Wo, das ist euch überlassen. und auch die aus der Hauptserie bekannten Parkour-Elemente gehören der Vergangenheit an. Überhaupt ist die einzige Verbindung, dass ihr 30 Jahre nach den Ereignissen des zweiten Teils in den bekannten Outlands unterwegs seid und in einer riesigen Arena um Ruhm, Ehre, Zaster und andere menschliche Vorlieben kämpft. Das Gameplay selbst gibt sich klassisch und setzt vollständig auf Feuergefechte zu Fuß. Allerdings erweitert es die bisher bekannte Battle-Royale-­Formel um ein paar neue Elemente, doch dazu später mehr.

Apex Legends: Rush in die Endzone

Grundsätzlich präsentiert sich Apex Legends so, wie man das vor allem aus PUBG gewohnt ist. Zu Beginn einer jeden Partie werdet ihr über einer riesigen Karte zusammen mit einer Schar anderer Spieler abgeworfen - 59 sind es im Falle von Apex, um genau zu sein. Im Gepäck habt ihr erst einmal gar nichts, denn zu einem Battle-Royale-Spiel gehört, dass ihr eure komplette <strong>Test zu Apex Legends: ​Battle Royale trifft Helden-Shooter</strong> (2) Quelle: PC Games  Test zu Apex Legends: ​Battle Royale trifft Helden-Shooter (2) Ausrüstung in jedem Spiel neu zusammensuchen müsst. Daher lauft ihr in der Anfangsphase erst einmal hektisch durch die Gegend, in der Hoffnung, in einem der zahlreichen Gebäude oder den verteilten Vorratskisten ein paar Waffen und genug Munition zu finden, bevor ihr einem Gegner über den Weg rennt. Dies habt ihr in gewissem Maße auch selbst in der Hand, denn den Zeitpunkt eures Absprungs über der Karte bestimmt ihr selbst. Wer direkt am Anfang raushüpft oder im Fallen eine der Gegenden ansteuert, in denen die Chance auf besseren Loot besteht, der wird im Normalfall auch deutlich eher auf Kontrahenten treffen und somit potenziell schneller das Zeitliche segnen, wenn es blöd läuft. Für Varianz diesbezüglich sorgen gleich mehrere Funktio­nen.

Erstens fliegt das Drop-Ship immer eine andere gerade Strecke über die Karte, zweitens ist ein zufälliger Bereich durch eine blaue Aura markiert - hier gibt es in dieser Runde dann besonders guten Loot - und drittens fliegt ein weiteres, kleines Schiff über die Karte. Wer beim Absprung zielgenau darauf landet, kann auch direkt tolle Beute einsacken. Wie oben bereits erwähnt, gilt auch hier selbstverständlich: Das Schiff und der markierte Bereich sind naturgemäß extrem beliebte Ziele ...

Habt ihr euch dann fürs Erste vernünftig ausgestattet, fängt das Taktieren an. In regelmäßigen Abständen nämlich wird der sichere Bereich der Mirages Ultimate sendet eine ganze Bande an Hologrammen los und tarnt ihn – ein echter Lebensretter in brenzligen Situationen. Quelle: PC Games  Mirages Ultimate sendet eine ganze Bande an Hologrammen los und tarnt ihn – ein echter Lebensretter in brenzligen Situationen. Mapverkleinert, symbolisiert durch einen Kreis auf der Übersichtskarte. Haltet ihr euch nach Ablauf des Countdowns außerhalb dieser Zone auf, nehmt ihr kontinuierlich Schaden und irgendwann rafft es euch entsprechend dahin. Also heißt es: Beine in die Hand nehmen und ab in den sicheren Bereich! Dieselbe Idee haben natürlich auch eure Kontrahenten, weswegen ihr euch entscheiden müsst, ob ihr waffenstarrend direkt in die Mitte des Kreises prescht oder euch am Rand entlang bewegt und euch dabei weiter ausrüstet. Irgendwann werden aber alle Kämpfer auf einen so engen Bereich zusammengepfercht, dass zwangsweise nur ein Sieger übrig bleibt - eben der letzte Überlebende. So weit, so von der Konkurrenz bekannt.

Apex Legends: Drei Freunde sollt ihr sein

Doch wie eingangs erwähnt, geht Apex Legends in einigen Bereichen andere Wege als die Konkurrenz. So seid ihr beispielsweise zwingend als Team unterwegs. Das könnt ihr zwar auch in Fortnite oder PUBG, wo ihr auf Wunsch Zweier- beziehungsweise Vierer-Teams bildet, aber wenn ihr wollt, zieht ihr dort auch alleine in die Schlacht. Anders in Apex: Ihr seid stets im Dreier-Squad unterwegs. Habt ihr keine Freunde im Schlepptau, werden euch zwei Mitstreiter zugeteilt. Zusammenarbeit ist dabei Trumpf, denn immerhin trefft ihr durch diese Prämisse auch ausschließlich auf andere Ziplines sind eure einzige Möglichkeit für schnellere Fortbewegung. Robo-Legende Pathfinder kann die Dinger praktischerweise aufstellen. Quelle: PC Games  Ziplines sind eure einzige Möglichkeit für schnellere Fortbewegung. Robo-Legende Pathfinder kann die Dinger praktischerweise aufstellen. Squads und nicht auf Einzelkämpfer. Im Normalfall gewinnt die Gefechte also das Team, das sich abspricht, Gegner flankiert und sich Feuerschutz bietet. Werdet ihr oder einer eurer Kameraden niedergeschossen, könnt ihr zudem noch wiederbelebt werden - sogar in zwei Stufen. Wurdet ihr nur schwer verwundet und krabbelt blutend auf dem Boden herum, reicht es, wenn einer eurer Mitspieler euch wieder aufpäppelt.

Segnet ihr das Zeitliche, können eure Squad-Kumpanen noch für einen begrenzten Zeitraum euren Dogtag einsammeln und euch zu einer stationären Respawn-Station verfrachten. Das ist natürlich nicht ohne Risiko, denn zum einen senden die ­Wiederbelebungseinrichtungen eine weit sichtbare grüne Lichtsäule gen Himmel, zum anderen werdet ihr danach mit viel Getöse von einem kleinen Frachter abgeladen. Jede Menge Aufmerksamkeit also, die niederträchtige Scharfschützen allzu gern anlockt. Hinzu kommt, dass ihr nach einer solchen Respawn-Aktion natürlich keinerlei Ausrüstung mehr besitzt. Ihr müsst euch also alles neu zusammensuchen, was zu einem späteren Match-Zeitpunkt umso schwieriger ist, da das meiste schon abgegrast sein dürfte. Praktisch ist daher, dass eure Kameraden nicht benötigten Krempel vor eure Füße werfen können, etwa eine nicht unbedingt notwendige Zweitwaffe oder ein paar Medipacks.

Apex Legends: Werde zur Legende!

Teamwork ist noch aus einem zweiten Grund enorm wichtig: Jeder Spieler verfügt über eine Handvoll Spezial­fähigkeiten. Dahinter verbirgt sich die ganz große Neuerung bei Apex Legends, denn auch wenn der Rest des Spiels Battle-Royale-­typisch komplett skillbasiert ist und jeder Teilnehmer über dieselben ausrüstungstechnischen Voraussetzungen verfügt, entscheiden die Fähigkeiten mitunter über Sieg oder Niederlage. Passend zum Die bislang einzige Map des Spiels ist groß und bietet genug Abwechslung, dennoch dürfte hier bald Nachschub anstehen. Quelle: PC Games  Die bislang einzige Map des Spiels ist groß und bietet genug Abwechslung, dennoch dürfte hier bald Nachschub anstehen. Titel nämlich verkörpert jeder Spieler eine "Legende". Damit ist nichts anderes als ein Charakter gemeint, den ihr euch vor jedem Match aussucht. Auch hier hilft es, sich mit seinem Squad zu verständigen, denn pro Team darf jede Legende nur einmal dabei sein. Die Figuren haben zwar keine unterschiedlichen Stats, aber jeweils eine aktive, eine passive und eine ultimative Fähigkeit. Lifeline zum Beispiel kann Teammitglieder schneller wiederbeleben und ist dabei sogar durch einen Schild geschützt, kann eine Heildrohne aufstellen und als ultimative Fähigkeit eine Versorgungskapsel mit Ausrüstung anfordern. Caustic hingegen stellt Fallen mit Giftgas auf, kann eine Fläche mit Gas bombardieren und Gegner zudem durch den grünen Rauch erspähen. Mirage wiederum täuscht seine Gegner gerne: Auf Knopfdruck sendet er ein Hologramm los, das das Feuer der Gegner auf sich zieht, und platziert automatisch ein weiteres, sobald er niedergeschossen wird.

Als Ultimate-Skill sendet er sogar einen ganzen Trupp Hologramme los, während er sich tarnt - perfekt, um ganze Teams zu verwirren. Ihr seht also, die Skills fallen mal mehr, mal weniger offensiv aus und sind mitunter nur für euch oder aber für das ganze Team nützlich. Hier bietet Apex um ein Vielfaches mehr taktische Möglichkeiten als die Konkurrenz und auch ganze Squads können sich spezialisieren. Ein Team mit Gibraltar und Lifeline Gegnern in die Flanke oder den Rücken zu fallen ist erfolgversprechender, als im Team frontal auf ihn einzustürmen. Quelle: PC Games  Gegnern in die Flanke oder den Rücken zu fallen ist erfolgversprechender, als im Team frontal auf ihn einzustürmen. an Bord kann sich perfekt verschanzen, eines mit Bangalore, Caustic und Gibraltar hingegen ganze Landstriche bombardieren. Und wer Pathfinder und Bloodhound dabeihat, ist extrem mobil und perfekt dafür ausgerichtet, Gegner zu jagen und zur Strecke zu bringen. Ihr seht schon: Möglichkeiten, euch euer perfektes Team zusammenzustellen, gibt es viele. Gut ist auch, dass das Balancing der Fähigkeiten größtenteils stimmt. Lediglich die Artillerie- bzw. Mörserangriffe von Gibraltar und Bangalore sind gegen Ende der Matches, wenn das Areal sehr klein wird, ein wenig übermächtig.

Zwei der bislang spielbaren acht Legenden müsst ihr übrigens erst freischalten. Wie das genau funktio­niert und was der Item-Shop noch so bietet, lest ihr im letzten Abschnitt des Artikels. Spielerische Vorteile erhaltet ihr durch den Einsatz von Echtgeld - oder der Ingame-Währung - aber keine: Neben den fehlenden Charakteren winken nur optische Anpassungen. Das ist auch aufgrund des Free2Play-Modells in unseren Augen absolut fair und vorbildlich gelöst. Für die Zukunft ist zudem bereits jede Menge Content-Nachschub angekündigt. So startet bald die erste, auf drei Monate angelegte Season, während der ihr euch besondere Skins und Belohnungen freispielen könnt. Auch neue Legenden sollen dann ihren Weg ins Spiel finden. Wer einen Kampfpass kauft, darf während der jeweiligen Season zudem noch weitere kosmetische Belohnungen freischalten. Und wir sind uns ziemlich sicher, dass irgendwann auch neue Maps oder Spielmodi folgen werden.

Apex Legends: Technik

Neben dem geteilten Setting basiert Apex Legends natürlich auch in Sachen Technik auf Respawns Titanfall 2. Das merkt man beispielsweise den Gefundene Verbrauchsgegenstände nutzt ihr über das Inventar oder dieses Ringmenü. Die orange Markierung symbolisiert eure aktuelle Schnelltasten-Auswahl. Quelle: PC Games  Gefundene Verbrauchsgegenstände nutzt ihr über das Inventar oder dieses Ringmenü. Die orange Markierung symbolisiert eure aktuelle Schnelltasten-Auswahl. Gefechten an, die sich sehr nach dem (oft unterschätzten) 2016er-Shooter anfühlen, sei es in Sachen Movement oder beim Gunplay und Treffer-Feedback. Auch die minimalen und empfohlenen Systemvoraussetzungen fallen bei beiden Spielen ähnlich aus. Allerdings ist Apex Legends in höheren Auflösungen deutlich hardwarehungriger, was eventuell auch an der fehlenden Optimierung der ja nun doch schon etwas älteren En­gine liegt. So reicht ersten Berichten zufolge (die wir ­leider nicht verifizieren konnten), nicht einmal eine GTX 2080 Ti aus, um den Titel in 4K-Auflösung mit 60 Frames zu spielen - angesichts der ordentlichen, aber nicht herausragenden Optik des Spiels ist das ­sicherlich nicht optimal. Zudem ist die Fps auf 144 gelockt, was sich (aktuell noch) mit modifizierten Startparametern umgehen lässt. Die Technik dürfte aber ohnehin nicht der Hauptgrund sein, Apex Legends zu spielen, denn: Es macht einfach Laune.

Der Item-Shop von Apex Legends

Herstellungsmetalle, Legenden-Token, Apex-Münzen - drei verschiedene Währungen dürft ihr in Apex Legends ausgeben, wir verraten euch wofür. In den verdienten oder eingekauften Lootboxen findet ihr lediglich optische Upgrades wie Skins für die einzelnen Legenden. Quelle: PC Games  In den verdienten oder eingekauften Lootboxen findet ihr lediglich optische Upgrades wie Skins für die einzelnen Legenden. Herstellungsmetalle findet ihr nur in den Apex-Packs. Davon erhaltet ihr maximal 45 Stück auf eurem Level-Weg bis Stufe 100 oder ihr kauft sie für jeweils 100 Apex-Münzen (circa. 1 Euro). Die Metalle selbst nutzt ihr, um gezielt optische Upgrades oder anzeigbare Statistiken freizuschalten. Alles, was sich so freischalten lässt, findet ihr aber auch zufällig in den erwähnten Apex-Packs - da gehört dann eben Glück dazu. Apex-Münzen hingegen kauft ihr wie erwähnt gegen Echtgeld, wobei ihr rund 100 Stück für einen Euro erhaltet. Wer gleich mehr Geld ausgibt, kriegt ein paar Münzen Bonus obendrauf. Neben den Apex-Packs ersteht ihr mit den Münzen außerdem noch ausgewählte, durchrotierende Spezial-Skins auf einer Extra-Shopseite - auch die bringen spielerisch keinen Vorteil. Zudem könnt ihr die beiden anfangs gesperrten Legenden für jeweils 750 Münzen freischalten. Legenden-Token wiederum erhaltet ihr für Level-ups. Wie der Name schon sagt, sind sie der alternative Weg, die beiden Figuren freizuschalten, was entsprechend länger dauert (20 Levels pro Charakter). Ansonsten gibt es ein paar weitere Skins für Legenden-Token zu kaufen, sonst nichts.

Fazit und Wertung

Meinung

Wertung zu Apex Legends (PC)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Bewährtes, unterhaltsames Battle-Royale-GameplayGelungenes, arcadiges, an Titanfall 2 angelehntes GunplayTolle Implementierung von ­Helden-Shooter-ElementenSehr taktisches Gameplay durch Team-Zwang und Legenden-SkillsHübsche, wenn auch nicht atemberaubene GrafikBrachialer SoundFaires Free2Play-Modell, Lootboxen enthalten nur optische Upgrades
Anfangs noch mit Verbindungsproblemen und einigen BugsUltimate-Fähigkeiten noch nicht hunderprozentig gebalancedAktuell nur eine Karte
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