Anno 117: Pax Romana: Albion vs. Latium - So beeinflussen Kultur, Religion und Moral das Spielgefühl
Kolumne
Durch neue Biome, moralische Entscheidungen und einzigartige Entwicklungswege bringt Albion ein neues Spielgefühl in das bis dahin sehr vertraute Anno 117.
Respekt vor fremder Kultur oder Romanisierung?
Ein weiteres besonders interessantes Feature ist der Einfluss der neuen keltischen Kultur. Sobald ich meine erste Insel besiedelt und alle Bedürfnisse der ersten Bevölkerungsstufe erfüllt habe, steht es mir zur Wahl, sie für die nächste Stufe in ihrem Glauben und ihrer eigenen Kultur leben zu lassen oder sie zu romanisieren. Also die Bevölkerung auf den römischen Glauben und römische Bräuche zu prägen.
Je nachdem, wie ich mich entscheide, hat das nicht nur Auswirkungen auf die künftigen Bedürfnisse meiner Bewohner, sondern auch auf mein Ansehen und meine Beziehungen zu den Mitstreitern auf der Karte. Außerdem schalte ich mit jedem der beiden Entwicklungspfade unterschiedliche Zweige im Forschungsbaum frei, die mir weitere Boni oder Gebäude ermöglichen.
Dieser direkte Einfluss von Religion und Kultur und die Auswirkungen auf den weiteren Spielverlauf sowie auf die Beziehungen zu den anderen Protektoren des Kaisers erschweren den moralischen Konflikt, der sich bei dieser Entscheidung ergibt, und stellen einen großen und sehr interessanten Unterschied zur Neuen Welt in Anno 1800 dar.
Und was, wenn ich mich nicht entscheiden kann? Oder wenn ich alles sehen möchte, nicht nur eine der beiden Entwicklungen? Nein, ich muss keinen neuen Spielstand öffnen und mich dort dann anders entscheiden. Sobald ich genug Vertreter der dritten Bevölkerungsschicht in Albion habe, ist es möglich, für neu gebaute Häuser auch die jeweils andere Entwicklung zu wählen und Kelten und Römer auf derselben Insel in Frieden gemeinsam leben zu lassen.
Quelle: PC Games
Ob keltisch oder römisch, jede Entwicklungsrichtung bringt einzigartige Gebäude und Bedürfnisse.
Albion oder Latium?
Natürlich gibt es noch reichlich weitere Elemente, die Albion besonders machen. Die Anno-Reihe hatte schon immer ein Händchen dafür, die jeweiligen Epochen zeitgemäß umzusetzen. Beispielsweise gibt es auch deutliche Unterschiede, was die Kriegsführung betrifft. Da ich allerdings eher ein friedlicher Spieler bin und mich lieber auf den Ausbau einer florierenden Siedlung konzentriere, werde ich hier nicht näher darauf eingehen.
Wichtig ist, dass in Anno 117 sowohl Latium als auch Albion ihre ganz eigenen Stärken haben. Während Latium eher die wohlig vertraute Heimat darstellt und in vielen Aspekten sehr nah an Anno 1800 liegt, wirft mich Albion in eine kalte Welt voll schwerwiegender Entscheidungen und, durch die unterschiedlichen Biome, in einen etwas anspruchsvolleren Aufbau.
Die Frage, welche der beiden Welten "besser" sei, kann und will ich so gar nicht beantworten. Denn beide haben ihre Stärken und ihre etwas schwierigeren Momente und würden nicht genauso ansprechend wirken, würde es die andere nicht geben.
Wer sich allerdings, ebenso wie ich, fragt, ob sich der Vollpreistitel durch die große Nähe zum Vorgänger bereits lohnt oder ob man doch noch abwarten sollte, bis der erste DLC erscheint oder das Spiel im ersten Sale landet, der sollte Albion unbedingt eine Chance geben zu glänzen. Für mich waren die ersten Schritte in der keltischen Welt der letzte Schubs, den ich noch gebraucht habe, um Anno 117: Pax Romana auf meiner Must-Have-Liste ganz nach oben zu setzen.
