Alles, nur das nicht: Bitte macht keine Farmsimulation aus Animal Crossing!

Kolumne Annika Menzel
Alles, nur das nicht: Bitte macht keine Farmsimulation aus Animal Crossing!
Quelle: PC Games

Animal Crossing bedient eine ganz besondere Nische und grenzt sich so von anderen Cozy Games ab. Unsere Autorin erklärt, wieso sie hofft, dass der Nachfolger nicht zu einer Farmsimulation wie Stardew Valley wird.

Und genau deshalb habe ich so viel Zeit mit Animal Crossing verbracht. Klar ist es schade, wenn man aufgrund des Jobs erst abends zum Spielen kommt und es bereits dunkel wird und die Läden schließen. Aber ich kann in Echtzeit meinen Aufgaben auf der Insel nachkommen, ohne in einen unendlichen Kreis an neuen In-Game-Tagen gezogen zu werden.

Wenn man nicht tricksen möchte, erreicht man so irgendwann zwangsläufig ein Limit. Nach etwa einer halben bis einer Stunde pro Tag gibt es nichts mehr zu tun, wenn man zufrieden mit der Gestaltung seiner Insel ist und nur noch den Routineaufgaben nachgeht.

Das macht Animal Crossing schlichtweg aus: Es wird zum Teil des eigenen Alltags, der nicht darauf ausgelegt ist, dass ich damit acht Stunden am Stück verbringe - obwohl das, wie ich damals im Lockdown gelernt habe, trotzdem schnell mal passieren kann.

Ein Spielprinzip ohnegleichen

Doch wenn sich die Reihe weiter umorientiert und noch mehr Elemente wie verstärktes Farming und Crafting integriert, wird sie sich mit der Zeit in etwas verwandeln, das keiner so richtig haben möchte. Es gibt genügend und vor allem sehr gute Farmsimulationen. Denn nur, weil mich Stardew Valley nie abholen konnte, heißt das nicht, dass ich es schlecht finde.

Aber es hat seinen Grund, weshalb viele Animal-Crossing-Fans nach Alternativen suchen, wenn sie irgendwann doch mal genug Zeit auf ihrer Insel verbracht haben - und dabei nicht so recht fündig werden. Trotz einiger Veränderungen im Vergleich zu den früheren Teilen ist die Essenz der Reihe bestehen geblieben und bis heute hat es noch keiner geschafft, diese wirklich nachzuahmen.

Früher war sicher nicht alles besser und durch die Brille der Nostalgie habe ich vor allem Wild World mit Sicherheit rosiger in Erinnerung, als es wirklich war. Damals konnte man zum Beispiel Nook's Laden nur um die letzte Stufe erweitern, wenn ein anderer Spieler zu Besuch kam und dort etwas kaufte.

Die Bewohnerin versucht, einen Schmetterling zu fangen Quelle: PC Games Außerdem konnten Bewohner eigenmächtig wegziehen, wenn man längere Zeit nicht gespielt hat. Mein kleines Herz war absolut gebrochen, als ich nach längerer Abwesenheit einen Abschiedsbrief von dem blauen Eichhörnchen Felix in meinem Briefkasten fand. Aber keine Sorge, mittlerweile hat es sich mein Lieblingsbewohner auf meiner neuen Insel gemütlich gemacht.

Aber genug von sentimentalen Geschichten und zurück zum eigentlichen Thema: Der nächste Teil darf gerne wieder einiges anders machen. Es ist natürlich nicht leicht, nach so einem großen Erfolg einen würdigen Nachfolger zu entwickeln, der seinen eigenen Charme hat, aber gleichzeitig die wichtigsten Elemente der Vorgänger beibehält.

Nintendo, bitte gebt mir wieder Werkzeuge, die nicht kaputt gehen (wenigstens bei den goldenen Varianten). Lasst das Anbauen und Ernten von Gemüse ein Gimmick bleiben und folgt nicht weiter dem Pfad Richtung Farmsimulation. Mein 10-jähriges Ich, das freudestrahlend das heißersehnte Foto von Felix in Empfang nahm, wird es euch danken.

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