Die Comic-Verfilmung der anderen Art: Keine Superhelden, keine Schurken, keine Happyend-Garantie
In Deutschland ist "American Splendor" wohl nur wenigen Filmfans bekannt. In den USA sieht das schon ganz anders aus. Ins Leben gerufen wurde die Kult-Comic-Serie in den Siebzigern von Harvey Pekar, einem nörgeligen Sachbearbeiter, der in einer heruntergekommenen Wohnung in Cleveland hauste. Eines Tages kam ihm die Idee, sein Leben als Comic herauszubringen. Da er selbst nicht zeichnen konnte, beschränkte er sich aufs Schreiben der Geschichten, die allesamt auf seinen alltäglichen Erlebnissen basierten, während die Zeichnerlegende Robert Crumb Pekars Abenteuer adäquat bebilderte. "American Splendor" entwickelte sich zu einem Underground-Comic-Phänomen, das seinen Höhepunkt in der gleichnamigen Filmumsetzung fand.
Für die Adaption ließen sich die Regisseure Shari Springer Berman und Robert Pulcini etwas Besonderes einfallen: Auf der einen Seite wird dem Zuschauer ein Bio-Pic serviert, in dem Paul Giamatti perfekt Harvey Pekar verkörpert. Auf der anderen Seite kommentiert der echte Pekar entweder als Stimme aus dem Off das Geschehen oder hat sogar selbst einen Auftritt. Dazu kommen immer wieder in die Szenen eingebaute Comic-Elemente.
Miesepeter
Sunfilm verpackt diesen außergewöhnlichen Streifen in ein schönes Digipak, dem eine Sonderausgabe von "American Splendor" als Mini-Comic beiliegt. Die Extras sind mit jenen der Code-1-Vorlage identisch. Im sehr informativen Audiokommentar kommen u.a. die zwei Regisseure, die Hauptdarsteller sowie ihre realen Vorbilder zu Wort (ohne deutsche Untertitel).
Das Behind the Scenes-Video unterteilt sich in fünf kurze Clips, die sich unter anderem mit den Vorbildern, den Schauspielern sowie dem Blue-Screen-Einsatz im Film befassen. Das Video "Road to Splendor: Cannes Film Festival" (ca. 4 Min.), zeigt Bilder von Pekar und seiner Frau bei den Filmfestspielen in Cannes -- sehr amüsant. FE n
