American Dreamz: Alles nur Show

Test Simone Neus

Zynisch: Hugh Grant lässt den "Superstar"-Juroren Dieter Bohlen wie einen harmlosen Waisenknaben aussehen

Vom Selbstmordkandidaten zum Superstar: Der arabische Sänger Omer (Sam Golzari) Vom Selbstmordkandidaten zum Superstar: Der arabische Sänger Omer (Sam Golzari) Martin Tweed (Hugh Grant) ist Moderator und Jury-Mitglied von "American Dreamz”, der erfolgreichsten Casting-Show der USA. Vom Publikum verehrt und von den Teilnehmern gefürchtet, hat der selbstverliebte und mittlerweile vom Job gelangweilte Tweed die ewig gleichen, aalglatten Star-Anwärter satt. Für die nächste Staffel soll das Casting-Team deshalb besonders ausgefallene und ungewöhnliche Gestalten auftreiben.

Ein wahrer Glücksgriff unter den neuen Kandidaten scheint der Araber Omer (Sam Golzari) zu sein. Was keiner ahnt: Omer wurde in einem irakischen Terrorcamp ausgebildet und als Schläfer in die USA eingeschleust. Als der US-Präsident (Dennis Quaid) seinen Besuch beim "American Dreamz"-Finale ankündigt, bietet sich die ideale Gelegenheit für ein Attentat. Doch Omer zögert, hat er doch gute Chancen auf den Wettbewerbssieg.

Opium fürs Volk

Begeisterung: Präsident Staton (Dennis Quaid, li.) und Showmaster Martin Tweed (Hugh Grant) Begeisterung: Präsident Staton (Dennis Quaid, li.) und Showmaster Martin Tweed (Hugh Grant) Regisseur und Drehbuchautor Paul Weitz, der das Kinopublikum bereits mit Komödien wie "American Pie" (1999), "About a Boy oder: Der Tag der toten Ente" (2002) und "Reine Chefsache" (2004) bei Laune hielt, konnte mit "American Dreamz" in den USA nur schwache Einspielergebnisse verbuchen. Weitz schiebt die Schuld auf die Engstirnigkeit und konservative Einstellung seiner Landsleute."Ich wollte Tabus brechen und zeigen, dass der Amerikanische Traum nichts mehr mit der Wirklichkeit zu tun hat", erklärte Weitz in einem Interview.

Während der US-Kollege u.a. einen Audiokommentar und drei Featurettes enthielt, kommt die Code 2-DVD ohne Extras.

Fazit

Film-Check: Im Vergleich mit kompromisslosen Polit- und Realsatiren wie "Team America" oder "Wag the Dog" wirkt Paul Weitz´ Werk zwar eher harmlos, ist aber dennoch eine unterhaltsame Komödie mit zahlreichen bissigen und makaberen Anspielungen auf den "American Way of Life".
Dass der Spagat zwischen ernst zu nehmender Medienparodie und oberflächlichem Klamauk so gut funktioniert, ist nicht zuletzt den herausragenden Schauspielern zu verdanken. Hugh Grant mimt den schmierigen, unsympathischen Showmaster mit ebensoviel Hingabe wie Willem Dafoe den unterwürfigen Polit-Berater und Dennis Quaid den weltfremden amerikanischen Präsidenten. DVD-Fazit: Auch wenn die Optik stimmt und der richtige Ton getroffen wurde: Dass die Scheibe ohne jegliche Sonderausstattung daherkommt, sorgt bei der Entscheidungsfindung für leichte Verstimmung und Punktabzug.

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