Alle lieben Oscar - oder wie verführt man seine Stiefmutter

Test

Oscar (Aaron Stanford, "X-Men 2") ist 15 Jahre jung, sieht gut aus, hat Humor und ist gebildet. Obwohl die Mädchen geradezu auf ihn fliegen, fühlt sich Oscar nur zu reiferen Frauen hingezogen. Mit seinem jugendlichen Charme und der für einen Minderjährigen eher ungewöhnlichen Leidenschaft für die Werke des französischen Schriftstellers Voltaire kommt er bei diesen auch hervorragend an.

Nur die 40-jährige Eve (Sigourney Weaver) scheint keine Notiz von ihm zu nehmen. Was wohl daran liegt, dass sie die zweite Frau seines Vaters und somit seine Stiefmutter ist. Doch das hält Oscar nicht davon ab, soviel wie möglich über seine Herzensdame in Erfahrung zu bringen.

Ein One Night-Stand mit Eves bester Freundin Diane (Bebe Neuwirth) zieht jedoch mehr Ärger als Nutzen nach sich ...

Beim Sundance Film Festival im Jahr 2002 erhielt Regisseur und Produzent Gary Winick ("Out of the Rain -- Zum Schweigen verdammt", 1990) für seine romantische Komödie den Director´s Award. Miramax zahlte daraufhin fünf Millionen Dollar für die Verwertungsrechte. Doch trotz dieser Auszeichnung, der prominenten Besetzung und vielen positiven Kritiken schaffte es der Streifen nicht in die deutschen Kinosäle.

Vermutlich dürfte dies nicht zuletzt daran gelegen haben, dass sich diese Coming of Age-Story mit ihrer heiklen Thematik auf dünnem Eis bewegt. Dazu kommt, dass es schwer fällt, hier eine Zielgruppe zu definieren.

Im nicht untertitelten Regiekommentar erzählt Winick, dass sein Werk schon nach 14 Drehtagen in Manhattan im Kasten war. Des weiteren spricht er zahlreiche gekürzte Szenen im Film an, die aber leider nicht im Bonusmaterial der DVD zu finden sind. Ansonsten beschränkt sich der Regisseur auf technische Details.

Weiterhin finden sich unter dem Menüpunkt "Extras" einige Texttafeln mit einer Kurzbiografie sowie einer Filmografie von Sigourney Weaver. Zum Schluss gibt?s noch etwas Eigenwerbung: Trailer und einen Weblink. MN

Fazit

Film-Check: Dieser romantischen Komödie mangelt es an Witz, Esprit und Glaubwürdigkeit. Die Story ermüdet den Zuschauer ungeachtet der kurzen Laufzeit mit einigen Längen. Die Darsteller machen ihre Arbeit gut, ihre Figuren bieten jedoch kaum Identifika- tionsmöglichkeiten. Dass es sich um eine Low-Budget-Produktion handelt, merkt man der Inszenierung in keiner Szene an.
DVD-Fazit: Die technische Umsetzung der ambitionierten Produktion auf DVD weckt nicht gerade die Schmetterlinge im Bauch. Die Bildqualität ist gerade noch akzeptabel, der Sound zeigt sich durchschnittlich. Das Bonusmaterial ist weitgehend belanglos. Wer dennoch einen Blick riskieren mag, ist mit der Verleih-Disc, die identisch mit der Verkaufsversion ist, erst einmal gut bedient.

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