Alfie Special Collector's Edition

Test

Regisseur Charles Shyer sieht seine "Alfie"-Version weni- ger als Remake denn vielmehr als Neuinterpretation

Alfie Special Collector's Edition Jude Law, der Brad Pitt & Co. den Rang als "sexiest Man alive" abgelaufen hat, darf getrost als Idealbesetzung für die Rolle des Playboys "Alfie" bezeichnet werden. Der Titelheld hat nichts anderes im Sinn, als in New York eine Frau nach der anderen zu erobern.

Ein Glück für Sienna Miller, dass auch sie eine Rolle in dem Remake eines Michael-Caine-Films ergatterte und den begehrten Beau für sich gewinnen konnte. Inzwischen überlegt die Schauspielerin jedoch, den Verlobungsring abzulegen: Law gab im Juli öffentlich eine Affäre mit der Nanny seiner drei Kinder zu. Britische Zeitungen zitierten aus dem Tagebuch des Kindermädchens, dass Law mit ihr den in "Alfie" gezeigten One-Night-Stand auf dem Billardtisch nachgespielt haben soll.

Ansprechend

In den DVD-Extras wird immer wieder auf die Vorlage von 1966 Bezug genommen. So hebt Co-Autor und Regisseur Charles Shyer im Audiokommentar mit Film-Cutter Padraic McKinley einzelne Szenen hervor, die man sich vom Original "ausgeliehen" habe. Darüber hinaus fachsimpeln die beiden über Schnitte und optische Details. Im zweiten Kommentar, den Shyer mit der Autorin und Produzentin Elaine Poe lieferte, geht es in erster Linie um die Erzählweise.

In "Alfies runder Tisch" (16:16) sprechen neben Shyer der Kameramann Ashley Rowe, die Production Designerin Sophie Becher und der Cutter McKinley über die Verlagerung der Story nach New York und verraten, dass viele Szenen in England gedreht wurden, wofür man Feuertreppen (aus Aluminium), amerikanische Parkautomaten und Straßenbeleuchtung besorgte.

Den Trick, Alfie direkt seine Ansichten in die Kamera sprechen zu lassen und so zum Komplizen des Zuschauers zu machen, habe man im Vergleich zum Original weiter geführt -- damals sei es undenkbar gewesen, dass der Protagonist während des Sex-Aktes seine Gedanken preisgibt.

Auch der Punkt "Musik" (12:27) lohnt einen Blick: Mick Jagger und Dave Stewart philosophieren über ihre Arbeit für den Score in den Abbey Road Studios. SB n

Fazit

Film-Check: Thematisch modernisiert und stilistisch als Hommage an die 60er gestaltet, sollte witzig bis ernst den Fragen nachgespürt werden: Was ist Liebe? Worum geht's im Leben? Nicht nur Alfie hat darauf keine Antwort, auch der Film bleibt unentschlossen. Während er zwischen romantischer Komödie und tragischem Drama schwankt, will sich kein Mitgefühl einstellen.
DVD-Fazit: Auf der Habenseite: Ein All-Star-Cast mit tollen Frauen und einem attraktiven Hauptdarsteller. Im Soll bleibt dagegen die konventionell gehaltene und nur wenig mitreißende Story, die weder richtig komisch noch wirklich dramatisch wird. Die DVD-Technik liegt noch im Rahmen einer aktuellen Produktion, die ausführlichen Special Features gefallen.

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