Alan Wake 2 im Test: Ein traumhaft schöner Albtraum!

Test Michael Grünwald
Alan Wake 2 im Test: Ein traumhaft schöner Albtraum!
Quelle: Remedy Entertainment

Warum Alan Wake 2, der Horror-Mystery-Thriller von Remedy, ein absoluter Hit ist, erfahrt ihr in unserem Test.

Kapitel Sechs: Der Horror

Viele werden sich jetzt fragen, warum wir den Begriff "Horrorschocker" verwenden, schließlich ging's im ersten Part mehr um die Geschichte, gespickt mit ein paar wenigen Gruselabschnitten. Das ändert sich nun ordentlich. Alan Wake 2 ist düster, beklemmend und atmosphärisch erdrückend. In manchen Kapiteln jagt ein Jumpscare den nächsten. Wird dieses furchteinflößende Mittel inflationär häufig verwenden, nutzt es sich oft ab. Doch Remedy schafft es, ein durchgehend mulmiges Gefühl zu erzeugen. Richtig sicher fühlen wir uns nur in wenigen Gebieten. Auch bezüglich Brutalität nimmt die Fortsetzung stark zu. Einige Schauplätze triefen vor Blut und Leichen finden sich an allen Ecken. In den Kämpfen spritzt die rote Suppe ebenfalls ordentlich durch die Gegend. Für Zartbesaitete ist das Sequel auf alle Fälle nichts.

Kapitel Sieben: Das Rollenspiel

In der Spielwelt lassen sich dieses Mal etliche Dinge finden. Brotdosen, Kultverstecke und erneut die wichtigen Manuskriptseiten. Der ganze Sammelkram hilft uns jedoch tatsächlich weiter. Als Saga schalten wir beispielsweise Waffenverbesserungen frei. Dazu besuchen wir mit ihr den Gedankenraum und werten die Knarren auf.

Saga kämpft gegen einen bewaffneten Schattenmenschen Quelle: Remedy Entertainment Aber Vorsicht: Die meisten Schießeisen fliegen uns nicht einfach zu, wir müssen in der Umgebung die Augen offenhalten sowie hin und wieder Codes für Schlösser aufspüren, um neue Wummen zu erhalten.

Mit Alan bekommen wir dagegen durch die aus dem ersten Teil bekannten gelben Pfeile Hinweise, wo sich bestimmte Graffitis verstecken. Haben wir die leuchtenden Kreise entdeckt, können wir sie anleuchten und dadurch Fertigkeiten freischalten.

Das reicht unter anderem von einem größeren Gesundheitsbalken über mehr Reichweite der Leuchtpistole bis hin zu mehr Stauraum im Inventar. Denn wir können nur begrenzt Batterien, Munition und Heilmittel mit uns herumschleppen. In beleuchteten Sicherheitsbereichen besteht zumindest die Möglichkeit, einige Gadgets zwischenzulagern, um sie später wieder ins Inventar zu packen.

Charakterin Saga zielt auf einen Schattenmenschen Quelle: Remedy Entertainment

Kapitel Acht: Die Spielwelt

In den größeren Abschnitten finden wir diese Räume, in denen wir das Spiel auch jederzeit speichern können. Die Areale der verschiedenen Kapitel vermitteln den Eindruck, riesig zu sein, sind es aber gar nicht.

Die offenen Welten bieten einen grandiosen Aufbau und wirken realistisch. Im ersten Teil fand ein Großteil des Abenteuers in dunklen Wäldern statt und bot relativ wenig Abwechslung. Nun aber sieht das komplett anders aus.

Neben dem beschaulichen Bright Falls verschlägt es Wake diesmal sogar in ein Stadtgebiet inklusive U-Bahn-Tunneln. Dark Place nennt sich der Ort, der ein wichtiger Bestandteil der Story ist. Alan Wake 2 bietet grandiose Abwechslung und vor allem auch tolle Hommagen an den ersten Teil.

Wenn wir durch Bright Falls schlendern, das Diner und die Polizeiwache besuchen, erkennen wir nicht nur, wie wunderschön die Kleinstadt aussieht, sondern treffen auch bekannte Charaktere von vor 13 Jahren.

Was ebenfalls direkt auffällt: Das Wetter verändert sich dynamisch. Da setzt hin und wieder Regen ein oder der Wind frischt auf. Das kann durchaus geskriptet sein, doch es trägt zur extrem authentischen Stimmung bei.

Saga läuft durch den Wald am Cauldron Lake Quelle: Remedy Entertainment

Kapitel Neun: Die Optik

Im Zusammenspiel mit der exzellenten Grafik entsteht so das wohl schönste Spiel des Jahres. Schon im Vorfeld wurde viel über die hübsche Optik gesprochen, seit dem Release können wir bestätigen, dass Remedy ein Meilenstein gelungen ist.

Egal, ob in dunklen Gebäuden oder lichtdurchfluteten Waldabschnitten, Alan Wake 2 setzt neue Maßstäbe. Die Beleuchtung mit Ray- und Pathtracing sorgt für beinahe fotorealistische Umgebungen. Alleine das herumwirbelnde Laub könnten wir den ganzen Tag bewundern.

Auch die Charaktermodelle sind toll gestaltet und deren Mimik, Gestik und Bewegungsabläufe sehen fantastisch aus. Die taffe Saga lässt sich nur schwer aus der Ruhe bringen, während wir bei Alan meistens einen beängstigten und verwirrten Ausdruck auf dem Gesicht erkennen. Das sorgt dafür, dass wir uns gut in die beiden Figuren hineinversetzen können. So viel Grafikpracht braucht allerdings auch ordentlich Hardware-Power. Doch wir können euch beruhigen, falls ihr denkt, dass Alan Wake 2 nur auf High-End-Rechnern mit der neuesten Grafikkarte läuft.

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