Disneys aufwändige US-Geschichtsstunde wurde zum Millionengrab und erscheint bei uns als DVD-Premiere
Manche Dinge sollen einfach nicht sein. Da stellt ein renommiertes Hollywood-Studio stolze 107 Mio. Dollar für die Verfilmung einer auf das heimische Publikum maßgeschneiderten Story zur Verfügung, packt noch mal großzügige 30 Mio. für Marketingmaßnahmen obendrauf -- und landet damit einen der größten Flops seit Jahren.
In den USA spielte "Alamo" katastrophale 22 Mio. ein, aus dem Rest der Welt kamen gerade mal 3 Mio. dazu. In vielen der wichtigsten Märkte, wie zum Beispiel Deutschland, sparte man sich den als hoffnungslos eingestuften Kinostart gleich und ging direkt zur DVD-Auswertung über.
Dabei hatte man doch eigentlich alles richtig gemacht. Auf dem Regiestuhl nahm der gebürtige Texaner John Lee Hancock Platz, der mit dem sehenswerten "Die Entscheidung" erst zwei Jahre zuvor dem in einem Karrieretief hängenden Dennis Quaid zum Comeback verhalf.
In ihrer zweiten Zusammenarbeit übernahm Quaid die Rolle des Generals Sam Houston. Dieser macht 1836 eine schwere Zeit durch. Texas ist noch kein Staat der USA, sondern eine junge Republik, die zum einen nach Unabhängigkeit strebt und sich zum anderen dem aus Mexiko heranrückenden Feldherrn Santa Ana (Emilio Echevarría) und übermächtigen Truppen gegenübersieht.
Kesselschlacht
Das entscheidende Ereignis dieses Krieges findet am 6. März 1836 statt. In der stark bewaffneten Festung Alamo, einer ursprünglich als Mission konzipierten Anlage, werden 183 höchst unterschiedliche Freiheitskämpfer umzingelt. Unter dem Kommandanten William Travis (Patrick Wilson) warten auch der Messerexperte James Bowie (Jason Patric) und der legendäre Trapper Davy Crockett (Billy Bob Thornton) auf Hilfe. Doch Houstons Truppen sind weit entfernt.
Für die deutsche DVD wurde auf einige der Code-1-Extras verzichtet. So fehlt hier der interessante Audiokommentar zweier historischer Berater des Films. Geboten werden dafür entfallene Szenen, ein Making of und eine Tour durchs Set.
