Age of Mythology Retold: Immortals Pillars - Das Add-on verpasst im Test eine wichtige Chance
Test
Age of Mythology geht in die Verlängerung, jetzt auch PS5! Die Erweiterung Immortal Pillars liefert eine brandneue Zivilisation und eine frische Singleplayerkampagne. Eigentlich ein schönes Paket, doch es fehlt an etwas.
Hinzu kommen noch Zaubersprüche wie Flutwellen oder Feuerregen, mit denen sich Stützpunkte bequem einäschern lassen. Außerdem könnt ihr ab dem vorletzten Zeitalter den starken Blitzdrachen Yinglong aufs Schlachtfeld rufen, der euch dann als fliegende Einheit zur Verfügung steht. Auch wenn man hier und da sicher noch über das Balancing streiten kann, wirken die Chinesen schon jetzt ziemlich ausgereift, die Umsetzung ist den Entwicklern absolut gelungen.
Allerdings fällt ihre Spielweise fast schon altbacken aus, denn das Spielgefühl erinnert doch sehr an die anderen Völker. Das ist per se auch nichts Schlechtes, so fühlen sich die Fans immerhin gleich heimisch. Doch für künftige Add-ons würde ich mir auch mal eine Zivilisation wünschen, die wirklich frische Ideen und ungewöhnlichere Mechaniken mitbringt. Das Setting würde es ja ohne Weiteres hergeben.
Höhen und Tiefen im Singleplayer
Immortal Pillars liefert aber nicht nur ein fünftes Volk, sondern hat auch eine nagelneue Einzelspielerkampagne im Gepäck. Auf die hatte ich mich richtig gefreut, denn ich liebe gute Solo-Kampagnen! Leider fällt die Geschichte der Chinesen aber ziemlich dürftig aus, trotz guter Ansätze.
Quelle: PC Games
Es kommen zwar viele Cutscenes zum Einsatz, in denen die Grafik-Engine auch mal ein bisschen zeigen darf, was sie kann - doch das ändert leider nix daran, dass viele Dialoge einfallslos wirken und die meisten Charaktere vollkommen blass bleiben. Klar, auch die Hauptkampagnen von Age of Mythology hatten da ihre Höhen und Tiefen, doch im direkten Vergleich kann Immortal Pillars einfach nicht ganz mithalten.
Tipp: Alle Cheat-Codes für Age of Mythology: Retold
Das liegt auch am Missionsdesign. In manchen Einsätzen hat man kaum mehr zu tun, als den Gegner von der Karte zu putzen, spannende Missionsziele sucht man da vergebens. Erst in der zweiten Hälfte zieht die Kampagne spürbar an, da gibt es dann zum Beispiel einen Level, in dem man sich unter Zeitdruck zu einer schwer bewachten Stellung durchkämpfen muss, bevor unser Gegenspieler eine der sagenumwobenen Himmelssäulen zerstört.
In einem anderen Einsatz muss ich dann einen feindlichen Titanen so lange aufhalten, bis ein Beschwörungszauber fertiggestellt wurde und ich endlich meine eigene Supereinheit in die Schlacht schicken darf.
Quelle: PC Games
Nett ist auch eine Mission, in der ich einen chinesischen Helden ins Jenseits begleite, wo er dann auf bestimmte Figuren aus dem Hauptspiel trifft - für einen kurzen Augenblick dürfen also auch die Griechen, Ägypter, Nordmänner und Atlanter mitmischen. Klar, nichts davon ist bahnbrechend - doch solche Ideen gehen zumindest in die richtige Richtung.
Bildergalerie
Was der Kampagne trotzdem fehlt, sind spannende Skript-Ereignisse, interessante Entscheidungen, überraschende Wendungen oder einfach größere Maps, auf denen ich mehrere Ziele gleichzeitig zu erfüllen habe. Selbst auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad werden Ressourcen niemals knapp und ich muss auch nie eine clevere Strategie entwickeln, um zum Beispiel die Gegner aus der Reserve zu locken oder um ihnen wichtige Rohstoffquellen abzujagen.
Auch wenn es hart klingt: Das spielt sich einfach ein bisschen lahm. Noch dazu ist die Kampagne mit nur neun Missionen ausgesprochen kurz geraten, da sind auch Neulinge problemlos an einem Wochenende durch.
All das haben andere Strategiespiele einfach schon besser gelöst. Aktuelles Beispiel: Age of Empires 2! Das überraschte Ende 2024 mit Chronicles: Battle for Greece - einem starken Add-on mit einer umfangreichen Kampagne, langen, abwechslungsreichen Missionen, interessanten Zielen und vielen kleinen Ideen, die gerade genug waren, um dem Oldie wieder neues Leben einzuhauchen.
