AER: Memories of Old - Das pastellige Low-Poly-Adventure im PC-Games-Test
Test
Die Welt von AER: Memories of Old ist nach dem Großen Zerfall in Einzelteile gerissen. Nur noch kleine und größere Inselfragmente schweben zwischen den Wolken. Mit Titelheldin Auk begebt ihr euch auf eine Pilgerreise, um die Geheimnisse eures Volkes zu Lüften und die Welt vielleicht doch noch vor der Zerstörung zu retten. Wieso das Indie-Spiel aus dem schönen Schweden nichts für jedermann ist, klären wir im Test.
AER (jetzt kaufen 13,90 € ): Memories of Old ist beim kleinen, schwedischen Entwicklerstudio Forgotten Key entstanden. Seit 25. Oktober 2017 ist das Exploration-Adventure für PC, PS4, Xbox One erhältlich. Im Test erklären wir euch, warum das Indie-Spiel nicht für jeden etwas ist und was aber trotzdem für das Spiel spricht.
Inhaltsverzeichnis
AER im Test: Zerstörte Welt
Eine ganze Kultur, einfach so zerstört. Nur noch zwischen den Wolken schwebende Inseln sind von der einstigen Dynastie in AER: Memories of Old übrig. Ruinen und alte Schriften, die kaum noch jemand entziffern kann zeugen von einer schweren Tragödie, welche die Bewohner der Welt getroffen hat. Unsere Titelheldin Auk beginnt gerade ihre Pilgerreise und Karahs Schrein ist ihre erste Station. Als sie am Altar eine Kerze entfacht, offenbart sich ihr eine Vision. Ihre Welt steht erneut vor einem großen Disaster und es liegt an ihr, dieses zu verhindern.
AER im Test: Ich geh' mit meiner Laterne
Quelle: PC Games
An Karahs Schrein erhält Titelheldin Auk die unglaublich wichtige Laterne.
Am Schrein erhält sie eine Laterne, die ihr die Macht verleiht, Erinnerungen aus der alten Zeit zu sehen. Ihre Aufgabe ist es nun, die drei Tempel in der Welt zu besuchen und dort deren Geheimnisse zu lüften. Schwierig gestaltet sich das Ganze aber doch, denn wie schon erwähnt, ist die Welt von Auk zerbrochen. Kein Problem für das Mädchen, denn sie kann ihre Gestalt ändern! Praktischerweise zu einem riesigen Vogel, der die Distanzen zwischen den Inseln ohne Schwierigkeiten überbrücken kann.
AER im Test: Vogelfrei
Quelle: PC Games
Als Vogel könnt ihr euch in die Lüfte erheben und die kleinen Inseln hinter euch lassen.
Die Entwickler von Forgotten Key haben ganze zwei Jahre daran gearbeitet, das Fluggefühl möglichst realistisch darzustellen und das ist ihnen auch gelungen. Auf Knopfdruck verwandelt ihr euch im Sprung in den Vogel, schwebt durch die Lüfte, schlagt mit den Flügeln, um zu beschleunigen oder lasst euch einfach fallen. Die einzelnen Inseln haben einige schöne Felsen, durch die ihr hindurch fliegen könnt. Nutzt auch die Luftströme, um zu beschleunigen oder gleitet einfach über die offene Welt hinweg, die ihr frei wie ein Vogel (haha) bereisen könnt. Lediglich die Steuerung mit Maus und Tastatur könnte beim fliegen ein wenig flüssiger laufen, denn wenn ihr nicht recht genau steuer, könnt ihr auch mal euer Ziel um Welten verfehlen.
AER im Test: Hübsch aber langweilig
Quelle: PC Games
Eins muss man Aer lassen: Es sieht wirklich hübsch aus!
Wer aber damit rechnet, dass die Inseln und Tempel viel Interessantes bergen, der wird schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgezogen. Die Inseln sind rar bewohnt und meist nur von Tieren. Andere Menschen findet ihr zwar in einer kleinen Siedlung aber auch mit ihnen lässt sich nicht groß interagieren. In den Tempeln, die wunderschön gestaltet sind, gibt es zwar Rätsel, die ihr lösen müsst, aber auch die lassen erfahrene Spieler gähnen. Mit der Laterne aktiviert ihr Mechanismen, die Türen öffnen oder Brücken zu anderen Räumen bauen. Diese Rätsel kombiniert mit der farbenfrohen Welt von AER erinnern ein wenig an das erst im Frühjahr erschienene Rime, das jedoch mit wesentlich mehr Rästelabwechslung und einer lebendigeren Welt punkten konnte.
AER im Test: Reines Erkunden
Quelle: PC Games
Nur wenige andere Menschen leben in dieser Welt. Das grenzt die Dialogmöglichkeiten sehr stark ein.
Wer sich jetzt denkt: "Okay, aber man kann doch bestimmt Gegner vermöbeln!" hat falsch gedacht. AER kommt ganz ohne Gegner, Sammelobjekte, Gegenstände und Erfahrungspunkte aus. Es geht rein um das Erkunden der Welt, um die Freiheit, als Vogel durch die Lüfte zu schweben, um die Geschichte, die ihr euch erspielt.
Dabei ist die Welt von wunderschöner Musik untermalt, die sich je nach Gebiet verändert. Im hohen, kalten Norden ist die Musik wesentlich unterkühlter, als in den herbstlichen oder sommerlichen Regionen von Auks Welt. Auch beim Fliegen verändert sich die Musik im Gegensatz zur Bewegung zu Fuß.
AER im Test: Cliffhanger?
Quelle: PC Games
Auch Jahreszeiten gibt es in Aer. Je weiter ihr gen Norden fliegt, desto kälter wird es.
Das ändert aber leider auch nichts an der Tatsache, dass die Story von AER eher mau als schlau ist. Zwar erfahrt ihr durch Steintafeln und Pergamentrollen ab und zu etwas über die Geschichte, aber so richtig in Zusammenhang steht das Ganze leider nicht. Nach etwa drei bis fünf Stunden Spielzeit ist das Abenteuer aber dann auch schon rum. Das abrupte Ende von Auks Pilgerreise lässt uns zwar ein wenig stutzig zurück, aber dafür konnten wir ja ein bisschen fliegen.
Wer ein kurzes, entspannendes Spiel haben möchte, das keine großen spielerischen Fähigkeiten voraussetzt, für den ist AER: Memories of Old durchaus zu empfehlen. Fürs Auge ist auf jeden Fall etwas dabei in der farbenfrohen Pastellwelt von Auk.
