Am Grunde des Meeres gibt es mehr als nur Krebse und Würmer... Wagt ihr, bis in den schwärzesten Tiefseegräben von Abzû hinabzutauchen?
Der Gott Abzû wohnt im Inneren der Erde, in der Quelle des Süßwassers. Vermählt ist er mit Tiamat, der Göttin des Salzwassers. Abzû basiert auf der sumerischen Schöpfungsgeschichte und entführt euch in die Tiefen des Meeres, in denen sich jede Menge faszinierender Geschöpfe tummeln. Und egal wie fantastisch oder außerirdisch sie aussehen mögen, all diese Kreaturen gibt - oder gab - es wirklich.
Quelle: Games Aktuell
Majestätisch:
Eine Schule Blauwale taucht gen Meeresgrund und nimmt dabei Fischschwarm-Häppchen zu sich. Ein beeindruckender Moment! (PS4)
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Realistisch:
Das Jagdverhalten von Fächerfischen und die Schwarmintelligenz der Makrelen ist unfassbar überzeugend umgesetzt und ein grandioses Schauspiel. (PS4)
Entspannen statt ackern
Dass Abzû von Matt Nava ersonnen wurde, einem der kreativen Köpfe hinter Flower und Journey, merkt man dem Tauchausflug sofort an. Eine mystische Story, die ohne Worte erzählt wird, ein stummer Protagonist, simple Rätsel und eine Spielzeit von nur etwa zwei Stunden - wer schon mit den beiden indirekten Vorgängern nicht warm wurde, sollte um Abzû ebenfalls einen Bogen machen.
Spieler auf der Suche nach einem audiovisuell einzigartigen Erlebnis mit meditativem Charakter, die liegen bei dem Ozeanausflug nicht nur goldrichtig, sondern haben wahrscheinlich auch mehr als zwei Stunden Spaß beim Tauchen. Denn in der Unterwasserwelt sind Sammelobjekte versteckt und an verschiedenen Stellen befreit man neue Fischgattungen, die fortan das Meer bevölkern.
Abseits vom Umherschwimmen, das mit geschmeidigen Animationen und überzeugenden Bewegungen sowie einer gelungenen Steuerung sehr viel Spaß macht, gibt es aber nicht allzu viel zu tun. Ab und zu mal ein extrem simples Rätsel und damit wäre das Spielprinzip von Abzû bereits ausgeschöpft. Nein, nicht ganz.
Ruhe in dir selbst
Unter der Oberfläche von Abzû schlummert mehr. Lässt man sich auf einer Hai-Statue nieder, versetzt man sich per Meditation in die Bewohner der Wasserwelt. Steuern darf man Rochen, Riesenkalmare und Sardinen jedoch nicht. Durch die exzellente KI der virtuellen Tiere, samt simulierter Schwarmintelligenz und Jagdverhalten, ist das Zusehen nicht nur beeindruckend schön, sondern auch interessant.
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Ein ruhiges Plätzchen:
Auf Hai-Statuen meditiert man und schlüpft so in die Lebewesen der Umgebung. Mit dem linken Stick wechselt man umher. (PS4)
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Robo-Pflege:
An manchen Stellen liegen kaputte Tauchroboter herum. Macht sie wieder flott und sie werden euch begleiten und den Weg ausleuchten. (PS4)
Wieso dieser hübsche Blick ins Aquarium beim Meditieren von zwei extrem hässlichen schwarzen Balken am oberen und unteren Bildrand blockiert wird, ist jedoch ein großes Rätsel.
Ebenso seltsam mutet die Entscheidung an, kein Glossar oder Lexikon über die Bewohner des Meeres in das Spiel zu integrieren. Dass man bei der Entwicklung gründlich recherchiert hat, liegt angesichts der überzeugenden Simulation und Umsetzung der Tiere auf der Hand. Wenn Abzû aber das Interesse an der Welt der Tiefsee weckt - und das passiert höchstwahrscheinlich -, muss man auf externe Quellen zugreifen, um mehr über Anglerfische, Quastenflosser und Seekühe zu erfahren.
Auf der einen Seite ist es toll, dass selbst kleine Lebewesen wie Seeigel oder die drolligen, sogenannten Dumbo-Tintenfische zu finden sind. Andererseits wird man auch nicht dafür "belohnt", nach ihnen Ausschau zu halten. An dieser Stelle wäre gerade für jüngere Spieler eine Art Atlas schön und vor allem nicht aufwendig umzusetzen gewesen, um Spielern maritimes Leben näherzubringen. Dass das Vermitteln von Respekt vor der Tierwelt und der Empfindlichkeit des Ökosystems ein Anliegen von Abzû ist, merkt man an vielen Stellen des übersichtlichen Plots.
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Schwimmgemeinschaft:
An große Lebewesen wie Rochen kann man sich festhalten und umhertragen lassen. Kleine Fische folgen euch manchmal als Schwarm. (PS4)
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Tristesse:
Macht leblose Teile des Ozeans wieder lebendig, indem ihr heilige Brunnen aktiviert. (PS4)
Schönheit der Natur
Standbilder werden der Pracht des Spiels zu keinem Zeitpunkt gerecht - das Farbenspiel schillernder Fischschwärme, sich in den Wellen wiegender Seetang und düstere Walfriedhöfe sind erhebende Anblicke, die man bislang in kaum einem Videospiel zu Gesicht bekam.
Jedes der acht Kapitel stellt ein neues optisches Highlight dar. Dazu kommt die perfekt auf den Tauchgang abgestimmte Orchester-Untermalung, die an Flower erinnert und die Abzû eine Erhabenheit verleiht, die man in Spielen selten verspürt. Organische Meeresgeräusche sorgen für viel Atmosphäre.
Abzû sieht also fantastisch aus, klingt bombastisch und ist mehr als ein Aquarium-Screensaver. Dennoch fehlt an manchen Stellen der Tiefgang. Wem die Einzigartigkeit des Erlebens wichtiger ist als die Spieldauer, den erwarten zwei berauschende Stunden, die die Schönheit des Lebens in der Tiefe vermitteln. Geht man mit einer eher konventionellen Erwartungshaltung an Abzû heran, versiegt die Quelle des Spielspaßes sehr schnell.
Entwickler: Giant Squid Games | Hersteller: 505 Games | Sprache: Deutsch | Altersfreigabe: nicht geprüft
